Grundlagen der Lohn- und Gehaltsabrechnung - Abgabenfluss

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Hier erhalten Sie einen Überblick, wohin die wichtigsten Zahlungen nach einer Lohnabrechnung gehen. In dem folgenden Schema können nicht alle Besonderheiten abgedeckt werden. Es geht um grundsätzliche Zusammenhänge.
 

Lohn- und Gehaltsabrechnung - Abgabenfluss

 
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Der Arbeitgeber hat im Prozess der Lohnabrechnung zentrale Aufgaben. Diese wird er selten selber erledigen sondern an einen Steuerberater oder einen Mitarbeiter in der Buchhaltung bzw. Lohnbuchhaltung delegieren. Trotzdem bleibt er laut den geltenden Rechtsgrundlagen die Verantwortliche und Haftende Person.

Wie aus dem Schema ersichtlich gibt es vier Stellen wohin Beträge fließen:

  • Berufsgenossenschaft
    Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung hat der Arbeitgeber allein aufzubringen und an die zuständige Berufsgenossenschaft abzuführen. Dies gilt auch für 450-Euro-Jobs.
    Ausnahme: Seit dem 01.01.2006 übernimmt die Minijob-Zentrale bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen in Privathaushalten die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung und den Einzug der Unfallversicherungsbeiträge.
  • Einzugsstelle der Krankenkasse
    • Die Beiträge zu den vier Sozialversicherungszweigen gehen an die Einzugsstelle der Krankenkasse des Arbeitnehmers (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile). Dies gilt nicht für 450-Euro-Jobs.
      Mit der Weiterleitung der Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung hat der Arbeitgeber nichts zu tun.
    • Der Beitrag zum Insolvenzgeld ist ab 2009 mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die Einzugsstellen der Krankenkassen zu überweisen. Es wird nicht mehr jährlich nachträglich gezahlt, sondern monatlich. Bis 2008 wurden die Beiträge von den Berufsgenossenschaften erhoben.
      Der Beitragssatz wird von den Arbeitgebern allein finanziert.
      Der Beitragssatz wurde von 2009 bis 2012 von der Bundesregierung festgelegt. Ab 2013 wurde eine Verstetigung des Umlagesatzes bei 0,15% beschlossen. Für 2016 wurde dieser Satz auf 0,12% gesenkt. Für 2017 wurde der Satz auf 0,09% gesenkt.
      Mit der Weiterleitung der Beiträge hat der Arbeitgeber nichts zu tun.
  • Minijob-Zentrale
    Für 450-Euro-Jobs gelten die entsprechenden Pauschalabgaben von 15% Rentenversicherung, 13% Krankenversicherung und 2% Pauschalsteuer. Alle Beträge werden grundsätzlich an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Minijob-Zentrale) abgeführt.
    Mit der Minijob-Reform wurden die Grenzen für geringfügig entlohnte Beschäftigungen zum 01.01.2013 von 400 Euro auf 450 Euro angehoben.
  • Finanzamt
    Alle Steuerbeträge (außer die 2% Pauschalsteuer für 450-Euro-Jobs) für Arbeitnehmer gehen an das zuständige Finanzamt.
    Mit der Weiterleitung der Kirchensteuer hat der Arbeitgeber nichts zu tun.

Am 01.01.2009 erfolgte die Einführung des einheitlichen Beitragssatzes (allgemein und ermäßigt) in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Sonderbeitrag in Höhe von 0,9% ging ab 2009 im einheitlichen Beitragssatz auf. Der erhöhte Beitragssatz ist zum 01.01.2009 weggefallen. Ab diesem Zeitpunkt besteht die Pflicht zur Krankenversicherung für alle.

Mit Wirkung ab 01.01.2015 wurde der allgemeine Beitragssatz für die Gesetzlichen Krankenkassen bei 14,6 Prozent festgeschrieben. Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben.
Der Arbeitgeberanteil beim allgemeinen Beitragssatz bleibt bei 7,3 Prozent.
Pauschale Zusatzbeiträge in festen Eurobeträgen dürfen die Krankenkassen nicht mehr erheben. Einen Sozialausgleich gibt es ab 2015 auch nicht mehr.
Damit gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,6 Prozent beim allgemeinen Beitragssatz (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 Prozent). Beim besonderen Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,0 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,0 Prozent).
Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2017
Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2018

Im Schema nicht dargestellt sind die Umlagen zur Entgeltfortzahlungsversicherung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG).

Für alle Betriebe gilt seit dem 01.01.2006 die Pflicht zur Teilnahme am Umlageverfahren U2 (Mutterschaft).

Für Betriebe mit bis zu 30 Arbeitnehmern gibt es zusätzlich die Pflicht zur Teilnahme am Umlageverfahren U1 (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall).

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