Abrechnungsbeispiel für einen pflichtversicherten Arbeitnehmer mit Fahrkostenersatz des Arbeitgebers im Jahr 2017

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Angaben zur Abrechnung

  • Ein Arbeitnehmer erhält ein laufendes Arbeitsentgelt von 2.500,00 €.
  • Der Arbeitnehmer hat eine Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 50 Kilometern. Der Arbeitgeber zahlt einen Fahrkostenzuschuss für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte in maximaler Höhe und pauschaliert ihn mit 15%.
  • Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers beinhalten die Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev.
  • Die Betriebsstätte befindet sich in Hessen. Der Kirchensteuersatz beträgt 9%.
  • Der Arbeitnehmer ist pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der krankenkassenindividuelle Zusatzbeitragssatz beträgt 0,9%.
  • Wegen fehlender Elterneigenschaft ist der Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung zu zahlen.
  • Der Arbeitnehmer hat das 64. Lebensjahr noch nicht vollendet. Damit ist kein Altersentlastungsbetrag vom Arbeitslohn abzuziehen.
  • Der Abrechnungsmonat ist der März 2017 (23 Arbeitstage).

Ermittlung des Gesamtbrutto

Die Lohnsteuer kann ab dem 1. Entfernungskilometer mit 15% pauschaliert werden, und zwar in Höhe der Entfernungspauschale von derzeit 0,30 € pro Entfernungskilometer. Es kann damit für unser Beispiel ein Betrag von 15 €/Arbeitstag (50 Km * 0,30 €/Km) pauschal versteuert und damit SV-frei als Fahrkostenzuschuss durch den Arbeitgeber gezahlt werden.

Aus Vereinfachungsgründen kann unterstellt werden, dass das Kraftfahrzeug an 15 Arbeitstagen monatlich zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird (BMF-Schreiben vom 31.10.2013).
Der Pauschalierung kann aber auch die tatsächliche Anzahl der Arbeitstage zugrunde gelegt werden.
Bei 23 nachgewiesenen Arbeitstagen im März 2017, beträgt der maximal pauschalierungsfähige Fahrkostenzuschuss 345 € (15 €/Arbeitstag * 23 Arbeitstage). Diesen wenden wir in unserem Beispiel an.

Bruttolohn/ Bruttogehalt 2.500,00 €
+ Pauschal versteuerte Lohnbestandteile (Fahrkostenersatz des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte) 345,00 €
= Gesamtbrutto 2.845,00 €

Da die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge nicht zwangsläufig vom Gesamtbrutto berechnet werden, folgt im nächsten Schritt die Berechnung des Steuerbrutto und des SV-Brutto.

Für die Berechnung des Steuerbrutto und das SV-Brutto gelten unterschiedliche Grundsätze. Diese werden extra behandelt. Im Anschluss wird wieder das Abrechnungsschema aufgegriffen und zu Ende geführt.

Steuerberechnung

Steuerbrutto ist der Betrag von 2.500,00 €. Der Fahrkostenersatz des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte wird pauschal versteuert. Durch die Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % verliert der Arbeitnehmer den Werbungskostenabzug in der Höhe des gezahlten Fahrkostenersatzes.

Die Berechnung erfolgt mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministerium der Finanzen.
Wegen der verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen müssen beim Steuerabzug Angaben zu Vorsorgeaufwendungen gemacht werden. Für unser Beispiel sind das:

  • Rechtskreis West (wegen unterschiedlicher Beitragsbemessungsgrenzen; spielt bei diesem Monatseinkommen aber keine Rolle)
  • Gesetzliche Krankenversicherung; Krankenkasse mit Zusatzbeitragssatz von 0,9%
  • Pflegeversicherung; Beitragszuschlag für Kinderlose von 0,25%
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Mit den obigen Angaben (Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev) ergeben sich folgende Steuerbeträge:

Lohnsteuer 307,58 €
Solidaritätszuschlag 16,91 €
Kirchensteuer 27,68 €
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Auf die 345 € Fahrkostenersatz des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind 15% pauschale Lohnsteuer (51,75 €) zu entrichten.
Zusätzlich ist noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% der pauschalen Lohnsteuer zu entrichten. Das sind 2,84 €.
Zusätzlich ist auch noch die pauschale Kirchensteuer in einer je nach Bundesland unterschiedlichen Höhe zu entrichten. In Hessen beträgt die pauschale Kirchensteuer 7%. Damit müssten 7% der pauschalen Lohnsteuer als pauschale Kirchensteuer abgeführt werden. Das sind 3,62 €.
Bruchteile eines Cents bleiben bei der prozentualen Berechnung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag außer Betracht. Es ist also generell auf einen Cent abzurunden.
Die pauschal erhobenen Steuern trägt der Arbeitgeber.

Beitragsberechnung

SV-Brutto ist der Betrag von 2.500,00 €. Der Fahrkostenersatz des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte wird pauschal versteuert. Die Pauschalierung der Lohnsteuer löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus. Mit den obigen Angaben ergeben sich folgende SV-Beiträge:

Versicherungszweig Arbeitnehmer-Anteil Arbeitgeber-Anteil
Krankenversicherung 205,00 € 182,50 €
Rentenversicherung 233,75 € 233,75 €
Arbeitslosenversicherung 37,50 € 37,50 €
Pflegeversicherung 38,13 € 31,88 €

Ab 2015 wird der allgemeine Beitragssatz für die Gesetzlichen Krankenkassen bei 14,6 Prozent festgeschrieben (gilt auch für 2017). Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Der Arbeitgeberanteil beim allgemeinen Beitragssatz bleibt bei 7,3 Prozent.
In unserem Beispiel beträgt der krankenkassenindividuelle Zusatzbeitragssatz 0,9%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2,55%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,275%.
In Sachsen gibt es eine andere Verteilung.
Mit dem "Gesetz zur Berücksichtigung der Kindererziehung im Beitragsrecht der sozialen Pflegeversicherung" (Kinder-Berücksichtigungsgesetz) wurde ein Beitragszuschlag ab 01.01.2005 in Höhe von 0,25% für Kinderlose eingeführt. Den Beitrag trägt der Arbeitnehmer allein. Da in unserem Beispiel der Arbeitnehmer keine Elterneigenschaft hat, beträgt der Arbeitnehmerbeitrag 1,525% (1,275% + 0,25%). Der Arbeitgeberbeitrag bleibt bei 1,275%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,70%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 9,35%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 3,00%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,50%.

Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2017

Ermittlung von Nettolohn und Auszahlungsbetrag

Gesamtbrutto 2.845,00 €
- Lohnsteuer 307,58 €
- Kirchensteuer 27,68 €
- Solidaritätszuschlag 16,91 €
- AN-Anteil Krankenversicherung 205,00 €
- AN-Anteil Rentenversicherung 233,75 €
- AN-Anteil Arbeitslosenversicherung 37,50 €
- AN-Anteil Pflegeversicherung 38,13 €
= Nettolohn/ Nettogehalt 1.978,45 €
= Auszahlungsbetrag 1.978,45 €

Zahlt der Arbeitgeber einen Fahrkostenzuschuss und pauschaliert ihn mit 15 %, so mindert sich der Werbungskostenabzug des Arbeitnehmers um diesen Betrag. Es ist eine gesonderte Aufzeichnung im Lohnkonto vorzunehmen und auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung in der Zeile 18 der pauschal besteuerte Betrag einzutragen.

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