Arbeitslosigkeit

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Aktuelles

Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten ist im Jahr 2015 entgegen dem allgemeinen Trend gestiegen
Auszug aus der Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 24.10.2016:

Während im Jahr 2015 die Arbeitslosigkeit insgesamt auf rund 6,5 Prozent zurückging, betrug die Arbeitslosenquote bei den Geringqualifizierten mehr als das Dreifache - und hat sich damit entgegen dem allgemeinen Arbeitsmarkttrend verschlechtert. Die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss lag 2015 bei 20,3 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte höher als im Jahr zuvor. ....
Die Arbeitslosenquote von Akademikern betrug im Jahr 2015 dagegen nur 2,4 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten gegenüber 2014. Bei Absolventen einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2015 mit 4,6 Prozent 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2014.
Besonders niedrig lag die Erwerbslosigkeit im Jahr 2015 mit 1,8 Prozent bei den Meistern, Technikern und Fachschulabsolventen. Hier gab es einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte. ....
Mehr denn je ist Bildung der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das Arbeitslosigkeitsrisiko hängt sehr eng mit der Qualifikation zusammen. Je niedriger die Qualifikation, desto schlechter ist die Position auf dem Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung - Monatsbericht Dezember und Jahr 2015 der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben sich verringert. Allerdings profitierten Arbeitslose nur zum Teil von dem Beschäftigungsaufbau, weil ihre Profile oftmals nur unzureichend zur Arbeitskräftenachfrage passten. Der Zuwachs der Beschäftigung resultierte vor allem aus Zuwanderung und gestiegener Erwerbsneigung.

IAB: Arbeitslosenzahl von einer Million auf längere Sicht möglich (Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 14.8.2014)
Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist Vollbeschäftigung zwar kein unmittelbar erreichbares Ziel, auf längere Sicht aber durchaus möglich. Wenn die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, könnte die Arbeitslosigkeit langfristig auf einen Wert zwischen zwei und drei Prozent sinken, sagt IAB-Forscher Enzo Weber. Das entspräche einer Arbeitslosenzahl von rund einer Million.

Kaum eine Region bietet genügend einfache Jobs - IAB-Kurzbericht 11/2014
Fast jeder zweite Arbeitslose in Deutschland kann mangels höherer Qualifikation nur Helfertätigkeiten ausüben. Dabei entspricht aber nur jeder siebte Arbeitsplatz diesem Niveau.
Auszug aus dem IAB-Kurzbericht 11/2014 vom 16.06.2014:

Mit dem Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft sind Arbeitsplätze mit niedrigen Qualifikationsanforderungen in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande massiv abgebaut worden. Verlierer dieses Prozesses sind gering qualifizierte Erwerbspersonen, die den gestiegenen Anforderungen der Betriebe nicht mehr gerecht werden und die deshalb in besonderem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Grundsätzliches

Nach § 16 SGB III gelten Personen als arbeitslos, wenn sie:

  • vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen,
  • eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und
  • sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.

Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten nicht als arbeitslos.

Die wirkliche Arbeitslosigkeit ist viel höher als die gemeldete Zahl. Seit 2009 weist die Bundesagentur in den Monatsberichten die sogenannte Unterbeschäftigung aus. In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen die Personen enthalten, die an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Deutschland (Jahresdurchschnittswerte)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Merkmal 2010 2011 2012 2013 2014
Arbeitslosigkeit registriert nach § 16 SGB III 3.239.000 2.976.000 2.897.000 2.950.000 2.898.000
Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne 3.537.000 3.252.000 3.170.000 3.257.000 3.222.000
Unterbeschäftigung im engeren Sinne 4.502.000 3.989.000 3.768.000 3.796.000 3.712.000
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 4.747.000 4.212.000 3.928.000 3.901.000 3.803.000
Unterbeschäftigung (mit Kurzarbeit) 4.915.000 4.268.000 3.970.000 3.949.000 3.840.000

Definitionen der Bundesagentur für Arbeit:

Arbeitslosigkeit
Zahl der Personen, die die Arbeitslosenkriterien des § 16 Abs. 1 SGB III (Beschäftigungslosigkeit, Verfügbarkeit, Arbeitssuche) und des § 16 Abs. 2 SGB III (keine Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme) erfüllen und deshalb als arbeitslos zählen.

Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne
Zahl der Arbeitslosen nach § 16 SGB III plus Zahl der Personen, die die Arbeitslosenkriterien des § 16 Abs. 1 SGB III erfüllen (Beschäftigungslosigkeit, Verfügbarkeit und Arbeitssuche) und allein wegen des § 16 Abs. 2 SGB III (Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme) oder wegen des § 53a Abs. 2 SGB II (erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Vollendung des 58. Lebensjahres, denen innerhalb eines Jahres keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte) nicht arbeitslos sind.

Unterbeschäftigung im engeren Sinne
Zahl der Arbeitslosen i.w.S. plus Zahl der Personen, die nah am Arbeitslosenstatus sind, also an bestimmten entlastend wirkenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig sind und deshalb die Kriterien des § 16 Abs. 1 SGB III (Beschäftigungslosigkeit, Verfügbarkeit und Arbeitssuche) nicht erfüllen. Personen in der Unterbeschäftigung im engeren Sinne haben ihr Beschäftigungsproblem (noch) nicht gelöst; ohne diese Maßnahmen wären sie arbeitslos.

Unterbeschäftigung
Unterbeschäftigung i.e.S. plus Zahl der Personen in weiteren entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die fern vom Arbeitslosenstatus sind und ihr Beschäftigungsproblem individuell schon weitgehend gelöst haben (z.B. Personen in geförderter Selbständigkeit und Altersteilzeit); sie stehen für Personen, die ohne diese arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen arbeitslos wären.

Die persönliche Arbeitslosmeldung ist unverzichtbare Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosengeld. Sie muss spätestens am ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit (frühestens drei Monate vorher) persönlich bei der für den Wohnort zuständigen Agentur für Arbeit erfolgen. Zu beachten ist aber der § 38 Abs. 1 SGB III:

Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden. Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden. Zur Wahrung der Frist nach den Sätzen 1 und 2 reicht eine Anzeige unter Angabe der persönlichen Daten und des Beendigungszeitpunktes aus, wenn die persönliche Meldung nach terminlicher Vereinbarung nachgeholt wird. Die Pflicht zur Meldung besteht unabhängig davon, ob der Fortbestand des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses gerichtlich geltend gemacht oder vom Arbeitgeber in Aussicht gestellt wird. Die Pflicht zur Meldung gilt nicht bei einem betrieblichen Ausbildungsverhältnis. Im Übrigen gelten für Ausbildung- und Arbeitsuchende die Meldepflichten im Leistungsverfahren nach den §§ 309 und 310 entsprechend.

Die Regelanwartschaftszeit ist erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate ein Versicherungspflichtverhältnis bestanden hat.

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Anspruchsdauer nach § 147 SGB III

Die Anspruchsdauer ist abhängig vom Lebensalter und davon, wie lange die Person in den letzten fünf Jahren arbeitslosenversicherungspflichtig war.

Nach Versicherungspflichtverhältnissen
mit einer Dauer von insgesamt mindestens
und nach Vollendung
des
Anspruchsdauer in
Monaten* Kalendertagen* Lebensjahres Monaten Kalendertagen
12 360   6 180
16 480   8 240
20 600   10 300
24 720   12 360
30 900 50. 15 450
36 1080 55. 18 540
48 1440 58. 24 720

* innerhalb der letzten fünf Jahre. Es wird aber nicht weiter zurückgerechnet als bis zur Entstehung eines früheren Arbeitslosengeldanspruches.

Anspruchsdauer bei kurzer Anwartschaftszeit

Kriterien zur Erfüllung der "kurzen" Anwartschaftszeit:

  • Sie haben in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens 6 Monate/180 Tage in Versicherungspflichtverhältnissen gestanden und
  • es hat sich überwiegend um Beschäftigungsverhältnisse gehandelt, die von Vornherein auf nicht mehr als zehn Wochen befristet waren, und
  • das Bruttoarbeitsentgelt hat in den letzten 12 Monaten, gerechnet vom letzten Tag der letzten Beschäftigung an rückwärts, die Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV nicht überstiegen und
  • Sie legen der Agentur für Arbeit diesen Sachverhalt mit Nachweisen dar.

Die Regelung für die Erfüllung der kurzen Anwartschaftszeit ist auf die Zeit bis 31.12.2016 befristet.

Nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens Anspruchsdauer in
Monaten Monaten Kalendertagen
6 3 90
8 4 120
10 5 150

Arbeitslosengeld

Die Höhe des Arbeitslosengeldes legt § 149 SGB III fest:

Das Arbeitslosengeld beträgt
  1. für Arbeitslose, die mindestens ein Kind im Sinne des § 32 Absatz 1, 3 bis 5 des Einkommensteuergesetzes haben, sowie für Arbeitslose, deren Ehegattin, Ehegatte, Lebenspartnerin oder Lebenspartner mindestens ein Kind im Sinne des § 32 Absatz 1, 3 bis 5 des Einkommensteuergesetzes hat, wenn beide Ehegatten oder Lebenspartner unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, 67 Prozent (erhöhter Leistungssatz),
  2. für die übrigen Arbeitslosen 60 Prozent (allgemeiner Leistungssatz)
des pauschalierten Nettoentgelts (Leistungsentgelt), das sich aus dem Bruttoentgelt ergibt, das die oder der Arbeitslose im Bemessungszeitraum erzielt hat (Bemessungsentgelt).
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