Durchschnittssteuersatz und Grenzsteuersatz

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Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll.

Wie stark ein Einkommen mit Einkommensteuer belastet wird, hängt vom jeweiligen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz ab.

Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zusätzliches Einkommen besteuert wird. Er bezeichnet damit den Steuersatz, mit dem der jeweils nächste Euro der Steuerbemessungsgrundlage belastet wird.

In der folgenden Abbildung sehen Sie den Verlauf des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen für 2017.
Der Bundesrat hat in seiner 952. Sitzung am 16. Dezember 2016 beschlossen, dem "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" zuzustimmen. Die Anpassungen des Einkommensteuergesetzes und des Bundeskindergeldgesetzes wurden in dieses Gesetzespaket aufgenommen.
Damit steigt in den Jahren 2017 und 2018 der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderzuschlag. Durch eine Rechtsverschiebung aller Eckwerte des Einkommensteuertarifs wird die sogenannte kalte Progression ausgeglichen.

 
In der folgenden Abbildung sehen Sie den Verlauf des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen für die Jahre 2010 bis 2012. Darin eingearbeiete wurden die Veränderungen der Jahre 2013 bis 2016.
Die Tarifformel des Einkommensteuertarifs hat sich 2011 und 2012 nicht geändert. Somit gelten für 2010 bis 2012 die gleichen Werte.
2013 und 2014 kommt es nur zu einem Anstieg des Grundfreibetrags.
Die Anpassung des gesamten Tarifverlaufs, die den Effekt der kalten Progression beschränken sollte, wurde nicht erreicht.
Mit Beginn des Jahres 2015 gab es keine Änderungen. Sowohl der Grundfreibetrag als auch der Kinderfreibetrag müssen aber ab dem Veranlagungsjahr 2015 erhöht werden (Zehnter Existenzminimumbericht). Das Bundeskabinett hat einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Anhebung des Grundfreibetrages, des Kinderfreibetrages, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags am 25.3.2015 beschlossen.
Der Bundesrat hat am 10. Juli 2015 dem Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags zugestimmt. Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif soll ab 2016 der Effekt der "kalten Progression" abgemildert werden. (Einkommensteuertarif 2015 und 2016).
Die durch die Anhebung des Grundfreibetrags eintretende Entlastung für 2015 wurde zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 berücksichtigt. Damit sollten Bürokratiekosten vermieden werden, die sonst durch die Änderung der einzelnen Lohnabrechnungen entstehen würden.

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Durchschnittssteuersatz

Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhältnis zwischen Steuerbetrag und Bemessungsgrundlage (zu versteuerndes Einkommen) an.

Je größer das zu versteuernde Einkommen, desto mehr nähert sich der Durchschnittssteuersatz dem Spitzensteuersatz von 45% an.

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 1.000.000 Euro beträgt die Einkommensteuer:

Einkommen von 1.000.000 Euro 2010 - 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Einkommensteuer 434.306 Euro 434.282 Euro 434.239 Euro 434.216 Euro 433.972 Euro 433.835 Euro
Durchschnittssteuersatz 43,43% 43,43% 43,42% 43,42% 43,40% 43,38%
Grenzbelastung 45,00% 45,00% 45,00% 45,00% 45,00% 45,00%

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 10.000.000 Euro beträgt die Einkommensteuer:

Einkommen von 10.000.000 Euro 2010 - 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Einkommensteuer 4.484.306 Euro 4.484.282 Euro 4.484.239 Euro 4.484.216 Euro 4.483.972 Euro 4.483.835 Euro
Durchschnittssteuersatz 44,84% 44,84% 44,84% 44,84% 44,84% 44,84%
Grenzbelastung 45,00% 45,00% 45,00% 45,00% 45,00% 45,00%
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