Ein Gehältervergleich zwischen Ost- und Westdeutschland

Anzeige

Auch 26 Jahre nach dem Fall der Mauer bestehen weiterhin erhebliche Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Im IAB Kurzbericht 17/2014 steht dazu:

Die regionalen Lohnunterschiede innerhalb Deutschlands sind beträchtlich. Besonders groß sind sie nach wie vor zwischen Ost- und Westdeutschland. Diese Unterschiede bestehen weiterhin, obwohl die Nominallöhne in den ostdeutschen Kreisen in den letzten 20 Jahren stark gestiegen sind. In beiden Landesteilen existiert zusätzlich ein Süd-Nord-Gefälle bei den Löhnen, welches die stärkere Wirtschaftskraft der südlichen Regionen widerspiegelt. Außerdem ist das Nominallohnniveau in Städten und großen Agglomerationsräumen im Allgemeinen höher als auf dem Land.

Bei den Tariflöhnen gibt es in vielen Branchen kaum noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Wenn man aber die tatsächlich gezahlten Löhne und Gehälter vergleicht, so liegen diese in Ostdeutschland unter dem Niveau in Westdeutschland. Eine Hauptursache ist die geringere Tarifbindung in Ostdeutschland. Dazu kommt die stärkere Bedeutung übertariflicher Entlohnung in Westdeutschland.

Nach Berechnungen des WSI der Hans-Böckler-Stiftung sind die realen Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer/-innen in Deutschland seit dem Jahr 2005 leicht, aber kontinuierlich gestiegen: Gemessen in Preisen von 2010 haben sie sich von 3.136 Euro im Jahr 2005 auf 3.309 Euro im Jahr 2014 erhöht.
Auszug aus dem Inhalt:

Die Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland ist nach wie vor groß. Sie lag im Jahr 2013 bei 837 Euro, obwohl sich die realen monatlichen Bruttoverdienste in Ostdeutschland stetig positiv entwickelten und sogar deutlicher zulegten als in den alten Bundesländern. So stiegen die realen monatlichen Bruttoverdienste in den letzten neun Jahren in Ostdeutschland von 2.421 Euro im Jahr 2005 bis zum Jahr 2014 um rund 7 Prozent an und erreichten damit 2.589 Euro. In Westdeutschland erhöhten sich die realen Bruttomonatsverdienste im selben Zeitraum hingegen um 5 Prozent von durchschnittlich 3.253 Euro im Jahr 2005 auf 3.426 Euro im Jahr 2014.

Auch die nominalen Bruttomonatsverdienste in Deutschland sind nach Berechnungen des WSI der Hans-Böckler-Stiftung seit dem Jahr 2005 kontinuierlich gestiegen. Sie haben sich von 2.901 Euro im Jahr 2005 auf 3.527 Euro im Jahr 2014 erhöht.
Auszug aus dem Inhalt:

Die Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland ist nach wie vor groß, trotzdem sich die monatlichen Bruttoverdienste auch in Ost-deutschland durchgehend positiv entwickelt haben. Eine Tendenz der Angleichung ist bisher nicht zu erkennen. Lagen die Bruttomonatsverdienste in Westdeutschland 2005 um durchschnittlich 770 Euro über denen in Ostdeutschland, fiel die Differenz im Jahr 2014 mit 892 Euro sogar noch deutlicher aus. Von einer Schließung der Lohnunterschiede zwischen Ost und West kann daher nicht die Rede sein.

© 2007-2017 A.Liebig - Impressum - Kontakt - Datenschutz - Inhaltsverzeichnis (Sitemap) - Lohnlexikon