Frauen im Minijob

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Zweitjob, um über die Runden zu kommen

Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich in der Pressemitteilung vom 23.05.2014 mit dem Thema Minijobs beschäftigt. Darin wird das Werk "Arbeitsmarkt- und geschlechtsdifferenzielle Einflussfaktoren für die Ausübung einer geringfügigen Nebenbeschäftigung, in: Industrielle Beziehungen, Nr. 1/2014" ausgewertet.
Wichtige Ergebnisse:

  • Viele Frauen mit einem Zweitjob arbeiten Teilzeit (oft unfreiwillig).
  • Frauen nehmen vor allem zur Existenzsicherung eine zweite Beschäftigung auf.
  • Für viele Frauen ist es bei einer Trennung vom Ehepartner ökonomisch notwendig, einen Neben-Minijob aufzunehmen.

Frauen im Minijob - Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf

Die Studie des Delta-Institut für Sozial- und Ökologieforschung wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erarbeitet. Es wurden dazu 2.061 Frauen mit Minijob-Beschäftigung (aktuell oder früher) befragt.

Vier Grundmuster von Frauen im Minijob haben sich ergeben:

  • 61% der Frauen in Minijobs arbeiten ausschließlich im Minijob (Minijobbeschäftigung ohne eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung).
    Minijob pur
  • 16% der Frauen in Minijobs sind noch (oder wieder) in einer (beruflichen) Ausbildung, i. d. R. Studium
    Studium & Minijob
  • 20% der Frauen in Minijobs arbeiten hauptsächlich in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis
    Job & Minijob
  • 3% der befragten Frauen in Minijobs sind bereits in Rente
    Rente & Minijob
    Besonderheit: Es wurden nur Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahre erfasst.

Auszug aus dem Kapitel I:

Frauen im Minijob pur leben ganz überwiegend verheiratet und in einer traditionellen Rollenteilung mit dem Partner. Durch das Einkommen des Partners sehen sich diese Frauen grundsätzlich ökonomisch abgesichert, ein Minijob erscheint für sie - auf den ersten Blick - aus ihrer subjektiven Perspektive als niedrigschwelliges Zusatzeinkommen für ihre aktuelle Lebenssituation passend.

Auszug aus dem Kapitel II:

Minijob pur und Minijob-on-top sind in ihren Effekten und Wirkungen völlig verschieden. Die Rahmenbedingungen des "Instruments Minijob" (Befreiung von Steuern und Sozialabgaben) haben für jene Beschäftigten mit einer sozialversicherungspflichtigen Haupterwerbstätigkeit völlig andere Konsequenzen als für Beschäftigte mit Minijob pur. Während für Männer ihr Minijob (weil Minijob-on-top) weitgehend risikofrei ist, ist für verheiratete Frauen ihr Minijob (meist als Minijob pur) mit erheblichen Risiken im Lebenslauf verbunden.

Die Befragung hat gezeigt, dass eine lang andauernde Minijobtätigkeit die Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung reduziert.

Auszug aus dem Kapitel III:

Auffällig ist der Befund, dass diese negativen Effekte des Minijobs pur von den Frauen meist erst im Rückblick gesehen werden; während der Minijob-Tätigkeit dominieren die Anreizmotive und die optimistische Erwartung, jederzeit bei Bedarf eine reguläre Stelle gemäß der eigenen Qualifikation bekommen zu können. Doch dies erweist sich als (Selbst-)Täuschung und Schimäre.

Ergebnisse der Studie zur Gewährung und Beanspruchung arbeits- und sozialrechtlicher Leistungen:

  • 77% aller Frauen im Minijob pur erhalten kein Urlaubsgeld
  • 47% erhalten im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung

Auszug aus dem Kapitel IV:

Nach Auskunft der in Minijobs tätigen Frauen fallen bei etwa 60 % Überstunden an. Wer im Minijob pur Überstunden macht, bekommt dafür einen Ausgleich durch Freizeit (51 %), eine Vergütung der geleisteten Überstunden wird zusätzlich zum Gehalt überwiesen (14 %) oder die Zeit wird einem Stundenkonto gutgeschrieben (16 %). Bei etwa 8 % werden Überstunden bar ausgezahlt, bei 6 % gar nicht oder es gibt Geschenke bzw. Naturalleistungen. Hier werden die fließenden Grenzen zur Schwarzarbeit sichtbar.
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Zentrales Ergebnis ist: Schwarzarbeit in Minijobs ist etabliert und weitverbreitet.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Frauen im Minijob - Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf, Oktober 2012

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