Abrechnung von Lohn- und Gehaltsempfängern - Informationen zur Gewährung von Saison-Kurzarbeitergeld

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Aktuelles

Bislang mussten die Unternehmen bei wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfällen wie Auftragsmangel eine Anzeige über den Beginn des Ausfalles bei der Agentur für Arbeit stellen. Beruhte der Arbeitsausfall auf der Witterung, war dies nicht notwendig. Ab der Schlechtwetterzeitraum 2016/17 müssen die Unternehmen für den Bezug von Saison-KuG - egal durch welchen Ausfall verursacht - nur noch die entsprechenden Abrechnungsunterlagen einreichen (Quelle: Presseinformation 44/2016 vom 31.10.2016 der Bundesagentur für Arbeit).

Grundsätzliches

Die Saison-Kurzarbeitergeld-Regelung ist eine Sonderregelung des Kurzarbeitergeldes. Sie ersetzt seit der Schlechtwetterperiode 2006/2007 die Winterbauförderung.

Die Gewährung des Saison-Kurzarbeitergeld und der ergänzenden Leistungen hat zum Ziel, Arbeitnehmer bei saisonalen Arbeitsausfällen in der Schlechtwetterzeit nicht in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, sondern sie im Betrieb zu halten. Das Saison-Kurzarbeitergeld vermeidet Arbeitslosigkeit bei saisonalen Arbeitsausfällen wie witterungsbedingtem Arbeitsausfall oder wirtschaftlichen Ursachen (Auftragsmangel) für Arbeitnehmer des Baugewerbes. Diese Leistung entspricht dem früheren Winterausfallgeld bzw. noch früheren Schlechtwettergeld.

Das Saison-Kug wird ausschließlich in der Schlechtwetterzeit und bereits ab der ersten Ausfallstunde geleistet. Damit kann sowohl ein Arbeitsausfall aus Witterungsgründen als auch ein saisonalbedingter Auftragsmangel ausgeglichen werden.

Für die Betriebe des Bauhauptgewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus beginnt die Schlechtwetterzeit am 01. Dezember und endet am 31. März.

Im Gerüstbaugewerbe beginnt die Schlechtwetterzeit am 01. November und endet am 31. März. Diese Regel gilt befristet bis 31. März 2018.

Grundsätzlich muss Arbeitszeitguthaben in der Schlechtwetterzeit zur Vermeidung der Zahlung von Saison-Kug aufgelöst werden.

Die Bezugszeit von Saison-Kurzarbeitergeld wird nicht auf die Bezugsdauer des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes angerechnet.

Die Berechnung des Saison-Kug erfolgt nach den gleichen Grundsätzen und mit der gleichen Tabelle wie beim Kurzarbeitergeld. Das Saison-Kug wird in der Lohnsteuer und der Sozialversicherung wie das Kurzarbeitergeld behandelt.

Die von den Arbeitgebern allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung für Bezieherinnen und Bezieher von Saison-Kurzarbeitergeld werden auf Antrag erstattet (§ 102 Abs. 4 SGB III).

Anspruch auf Wintergeld als Zuschuss-Wintergeld und Mehraufwands-Wintergeld - Ergänzende Leistungen § 102 SGB III

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis in der Schlechtwetterzeit nicht aus witterungsbedingten Gründen gekündigtwerden kann, haben Anspruch auf umlagefinanziertes Wintergeld als Zuschuss-Wintergeld und Mehraufwands-Wintergeld (§ 102 SGB III).

Zuschuss-Wintergeld (ZWG)

Das Zuschuss-Wintergeld wird für jede in der Schlechtwetterzeit ausgefallene Arbeitsstunde gewährt, wenn durch die Auflösung von Arbeitszeitguthaben die Inanspruchnahme von Saison-Kurzarbeitergeld vermieden wird.

  • In Betrieben des Baugewerbes (BRTV Bau), des Dachdeckerhandwerks (RTV Dachdecker) und des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus (BRTV GaLaBau) wurde das ZWG auf 2,50 Euro für jede ausgefallene Arbeitsstunde angehoben (§ 102 Abs. 2 SGB III).
  • In Betrieben des Gerüstbaus beträgt das ZWG 1,03 Euro (§ 133 Abs. 3 SGB III).

Mehraufwands-Wintergeld

Mehraufwands-Wintergeld wird in Höhe von 1,- Euro für jede in der Zeit vom 15. Dezember bis zum letzten Kalendertag des Monats Februar geleistete berücksichtigungsfähige Arbeitsstunde an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezahlt, die auf einem witterungsabhängigen Arbeitsplatz beschäftigt sind. Berücksichtigungsfähig sind im Dezember bis zu 90 Arbeitsstunden, im Januar und Februar jeweils bis zu 180 Arbeitsstunden (§ 102 Abs. 3 SGB III).

Winterbeschäftigungs-Umlage

Die Finanzierung der ergänzenden Leistungen (ZWG, MWG, Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge) erfolgt durch die Winterbeschäftigungs-Umlage.

Die Winterbeschäftigungs-Umlage bemisst sich nach einem Prozentsatz der umlagepflichtigen Bruttoarbeitsentgelte der in den Betrieben des Baugewerbes beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer, die ergänzende Leistungen dem Grunde nach erhalten können.

  • Betriebe des Bauhauptgewerbes zahlen ab 01.05.2006 eine Umlage in Höhe von 2,0% (0,8% Arbeitnehmeranteil und 1,2% Arbeitgeberanteil)
  • Betriebe des Dachdeckerhandwerks zahlen ab 01.01.2013 eine Umlage in Höhe von 2,0% (0,8% Arbeitnehmeranteil und 1,2% Arbeitgeberanteil)
  • Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus zahlen ab 01.04.2007 eine Umlage in Höhe von 1,85% (0,8% Arbeitnehmeranteil und 1,05% Arbeitgeberanteil)
  • Betriebe des Gerüstbauerhandwerks zahlen 1,0% (zahlt Arbeitgeber)

Quelle: Arbeitsagentur und SGB III

Informationsseite der Bundesagentur für Arbeit zum Saison-Kurzarbeitergeld
Dort finden sie unter anderem ein Merkblatt zum Thema.

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