Abrechnung von Lohn- und Gehaltsempfängern - Statistik zur Kurzarbeit

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IAB-Studie zur Kurzarbeit

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat am 27.07.2011 eine Presseinformation zu ihrer Studie über Kurzarbeit herausgegeben. Das IAB analysierte den von Kurzarbeit betroffenen Personenkreis anhand der Abrechnungslisten aus der Stadt Nürnberg für den Zeitraum von Juni 2008 bis Juni 2010. Ergebnisse der Studie:

  • Die Kurzarbeiter verblieben im Durchschnitt fünf Monate in Kurzarbeit und mussten im Schnitt weniger als 50 Ausfallstunden hinnehmen.
  • Zwei Drittel der Kurzarbeiter waren maximal vier Monate von Kurzarbeit betroffen. Nur jeder sechste war länger als ein halbes Jahr, nur jeder 25. länger als ein Jahr in Kurzarbeit.
  • Kurzarbeit ist kein Abstellgleis für nicht mehr benötigte Beschäftigte.
  • Die Betriebe würden Kurzarbeit vor allem dazu nutzen, um Mitarbeiter mit wertvollem betriebsspezifischen Wissen bei vorübergehendem Arbeitsausfall zu halten.
  • Im Vergleich zum variablen Arbeitslohn sinken quasi-fixe Arbeitskosten (z. B. Verwaltungskosten) und Lohnnebenkosten bei Kurzarbeit unterproportional. Die so entstehenden Remanenzkosten machen den Einsatz von Kurzarbeit für die Betriebe nicht kostenlos.

IAB Kurzbericht 15/2011

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zur Kurzarbeit

Die Anzeigen über von Kurzarbeit betroffene Personen werden regelmäßig von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht.

Die Anzeigen und die realisierte Kurzarbeit können sehr stark voneinander abweichen. Die provisorischen Anzeigen werden zum Monatsende erfasst und von der Bundesagentur veröffentlicht. Die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter wird erst viel später bekannt. Erst nach Ablauf eines Quartals erstatten die Betriebe Meldung über die realisierte Kurzarbeit. Die Bundesagentur legt etwa acht Wochen nach Quartalsende dann die Zahlen vor. Für das erste Vierteljahr 2012 gab es also erst Ende Mai Aufschluss.

Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur wurde im Oktober 2016 an 35.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Endgültige Daten zur Kurzarbeit stehen für den Juni 2016 zur Verfügung (Quelle: Monatsbericht Dezember 2016 der Bundesagentur für Arbeit).

Bestand an Kurzarbeitern (konjunkturelles Kurzarbeitergeld, Saisonkurzarbeitergeld und Transferkurzarbeitergeld)

Monat/Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Januar 137.759 593.597 1.056.942 321.589 206.331 234.153 188.998 168.813 169.147
Februar 161.090 1.079.068 1.030.831 305.430 229.572 245.109 193.313 183.230 176.581
März 155.523 1.324.877 874.346 245.803 166.812 222.387 151.814 154.433 152.286
April 59.066 1.446.417 632.008 133.166 82.537 113.342 77.190 66.744 66.726
Mai 50.973 1.468.809 498.934 121.548 77.077 86.447 72.090 57.367 56.664
Juni 50.411 1.393.655 419.515 109.754 70.529 98.672 66.211 58.710 53.933
Juli 42.694 1.247.843 313.087 80.830 53.995 81.001 53.731 48.825  
August 39.416 1.054.846 243.736 71.281 47.141 60.167 44.366 39.833  
September 49.965 1.104.061 237.342 75.963 65.796 69.565 50.648 51.484  
Oktober 70.983 1.109.091 231.299 80.590 84.662 82.594 61.119 60.536  
November 130.133 981.782 215.044 85.124 97.845 80.161 63.391 65.634  
Dezember 270.472 928.843 279.249 140.206 155.810 114.135 107.053 104.991  

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit wurde im Monat Juni 2013 auch durch das Hochwasser in den Flusssystemen von Elbe und Donau ausgelöst.

Eine ähnliche Situation wie 2009/2010 gab es schon mal im Jahr 1991. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland fast 1,8 Millionen Kurzarbeiter. Über 1,6 Millionen Kurzarbeiter waren aus Ostdeutschland. Dazu kommt noch, dass damals viele Kurzarbeit Null Stunden (100% Arbeitsausfall) hatten.

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