Gesetzliche Mindestlöhne in anderen Staaten

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22 der 28 EU-Mitgliedstaaten verfügen über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.
Deutschland hat ab 01.01.2015 einen gesetzlichen Mindestlohn..

Mindestlöhne gibt es auch in der USA, Kanada, Argentinien, Brasilien, Australien, Neuseeland, Japan, Korea und der Türkei.

Mindestlöhne in der Europäischen Union (Stand 01.01.2017)

Land   Euro pro Stunde Bemerkungen
Luxemburg 11,27 volljährige unqualifizierte Arbeitnehmer
Frankreich 9,76  
Niederlande 9,52 für alle Personen ab dem vollendeten 23. Lebensjahr
Belgien 9,28 für Beschäftigte über 21 Jahre
Irland 9,25  
Deutschland 8,84 Für bestimmte Gruppen gelten noch Übergangs- und Sonderregelungen.
Großbritannien 8,79 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016.
Ohne die starke Abwertung des britischen Pfundes gegenüber dem Euro im Jahre 2016 läge der britische Mindestlohn bei 9,92 Euro.
Mit dem Referendum am 23.06.2016 wurde der Austrittsprozess aus der Europäischen Union in Gang gesetzt.
Slowenien 4,65  
Spanien 4,29  
Malta 4,25  
Portugal 3,36  
Griechenland 3,35  
Estland 2,78  
Polen 2,65 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016
Kroatien 2,51 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016
Slowakei 2,50  
Tschechien 2,44 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016
Ungarn 2,35 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016
Litauen 2,32  
Lettland 2,25  
Rumänien 1,65 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016
Bulgarien 1,42 Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016

Quelle: WSI-Mindestlohnbericht 2017

In den restlichen 6 Ländern der EU (Österreich, Dänemark, Italien, Finnland, Schweden und Zypern) gibt es keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Nur in "Nordzypern" (seit 1974 ist der Nordteil der Insel durch die Türkei besetzt) gibt es wie in der Türkei einen Mindestlohn.

In den nicht zur EU gehörenden Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein gibt es auch keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn.

Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung am 18.05.2014 mit großer Mehrheit gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen. Die Initiative verlangte einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde (ca. 18 Euro).

In den USA gibt es schon seit 1938 einen gesetzlichen Mindestlohn. Damals lag er bei 0,25 Dollar pro Stunde. Seit dieser Zeit wurde er mehrfach erhöht. Im Jahr 1997 wurde er von der Clinton Regierung auf 5,15 Dollar pro Stunde festgelegt. Die nächste Erhöhung des Mindestlohns erfolgte erst im Jahr 2007. Das geschah in drei Schritten (2007, 2008 und 2009). Seit 2009 liegt der Mindestlohn nun bei 7,25 Dollar pro Stunde. Das ist natürlich ein übler Hungerlohn (6,55 Euro bei Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2016). Obama sprach sich Anfang 2013 für eine Erhöhung des Mindestlohns auf 9 Dollar pro Stunde aus.
Neben dem bundesgesetzlichen Mindestlohn bestehen in zahlreichen Bundesstaaten weitere Mindestlohngesetze mit Löhnen über dem gesamtstaatlichen Niveau.
US-Präsident Obama hat per Dekret den Mindestlohn für Arbeiter von Firmen angehoben, die Aufträge von Bundesbehörden ausführen. Für sie steigt der Mindestlohn ab 2015 von 7,25 Dollar auf 10,10 Dollar.

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