Mindestlohn-Kompendium - IW policy paper 19/2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 16. Oktober 2013

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Zu den Wirkungen eines Mindestlohns gibt es die unterschiedlichsten Standpunkte. CDU/CSU setzen auf Lohnuntergrenzen, die zunächst von den Tarifvertragspartnern ausgehandelt und dann von der Politik für allgemeingültig erklärt werden. SPD und Bündnis 90/Die Grünen wollen 8,50 Euro pro Stunde. Die Linken fordern zehn Euro. Das IW policy paper 19/2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 16. Oktober 2013 sieht höhere Beschäftigungsrisiken als behauptet. Nach Ansicht des Autors Prof. Dr. Thomas Schuster ist es wahrscheinlicher, dass sich die Einführung des Mindestlohns negativ auf die Beschäftigung auswirkt.

Das Mindestlohn-Kompendium behandelt alle wichtigen Informationen zum Thema:

  • Arten von Mindestlöhnen
    • Nationale Mindestlöhne
    • Regionale Mindestlöhne
    • Branchenspezifische Mindestlöhne
  • Internationaler Vergleich von Mindestlöhnen
  • Gesetzliche Mindestlohnregelungen in Deutschland
  • Analyse von Mindestlöhnen
  • Studien über Mindestlöhne

Wichtige Ergebnisse:

  • Weltweit existiert in 60% der Länder ein nationaler Mindestlohn.
  • Einen branchenweiten Mindestlohn gibt es nur in 40% der Länder.
  • Für die theoretische Analyse ist entscheidend, ob der Mindestlohn höher oder niedriger als der Gleichgewichtslohn ist. Nur bei einem zu hohen Mindestlohn kommt es zu Arbeitslosigkeit.
  • Die empirischen Untersuchungen zum Mindestlohn in Deutschland ergeben kein eindeutiges Bild. Die empirischen Ergebnisse weisen je nach Studie auf einen negativen, positiven oder keinen Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Arbeitsmarkt hin.
  • Auf Basis der verwertbaren statistischen Ergebnisse kommt man in 50 Prozent der Sektoren auf eine negative Beschäftigungswirkung.
  • Bei branchenspezifischen Mindestlöhnen können Arbeitnehmer in mindestlohnfreie Branchen ausweichen, falls sie arbeitslos werden. Bei einem gesetzlichen Mindestlohn ist dies nicht mehr möglich. Daher ist es wahrscheinlicher, dass sich die Einführung des Mindestlohns negativ auf die Beschäftigung auswirkt.

Auszug aus dem Punkt Zusammenfassung und Schlussfolgerungen des Mindestlohn-Kompendium:

Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass es unzulänglich ist, ein Bild in den Farben Schwarz und Weiß zu malen. Die Aussage, dass ein Mindestlohn immer die Beschäftigung senkt, ist falsch. Genauso falsch ist auch die Aussage, dass die Einführung eines Mindestlohns keine negative Auswirkung auf die Beschäftigung hat.
....
Soll beurteilt werden, wie sich die Einführung eines Mindestlohns in einer Branche zukünftig auswirken wird, ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage angemessen: In rund 50 Prozent der Fälle wird der Mindestlohn die Beschäftigung senken. Die Personen, die nach Einführung eines Mindestlohns noch Arbeit haben, freuen sich über einen höheren Lohn. Die Personen, die aufgrund des Mindestlohns arbeitslos geworden sind, stehen am Ende des Tages mit leereren Händen da.

Quelle: IW policy paper 19/2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 16. Oktober 2013

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