Mindestlohn - Tarifverhandlung Systemgastronomie

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Die Gewerkschaft NGG und der BdS beschließen am 17.12.2014 ein Tarifpaket für Beschäftigte in der deutschen Systemgastronomie.
Zuvor waren vier Tarifrunden ergebnislos geblieben.

Das Tarifpaket tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft. Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten, der Manteltarifvertrag wurde für fünf Jahre abgeschlossen.

Weiterhin wurden für die Beschäftigten in der Systemgastronomie folgende Eckpunkte vereinbart (Quelle: Pressemitteilung der NGG vom 17.12.2014):

  • Ab dem 1. Januar 2015 gilt ein unterster Tariflohn von 8,51 Euro pro Stunde.
  • Die Entgelte der unteren Tarifgruppen steigen überdurchschnittlich.
  • Ost-West-Angleichung in allen Tarifgruppen wird bis spätestens 1. August 2018 umgesetzt.
  • Der Manteltarifvertrag bleibt für Bestandsmitarbeiter unverändert. Für neue Mitarbeiter bestehen bis zum 31.07.2018 Übergangsregelungen.
  • Die Azubi-Gehälter werden deutlich erhöht.

Bis dahin war es ein weiter Weg. Die großen Fastfood-Ketten wollten zur Anhebung der Löhne auf 8,50 Euro einfach alles andere was Geld kostet streichen.

Kurzer Abriss der Verhandlungen

Am 22. und 23. September 2014 hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit den Arbeitgebern der Systemgastronomie in Deutschland über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. Der Verhandlungspartner der NGG ist der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS). Mitglieder des BdS sind die großen Fastfood-Ketten (McDonald's, Pizza Hut, Burger King, ...).

Auszug aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft NGG vom 23. September 2014:

Als "Gegenleistung" forderte der BdS, dass alles aus dem Manteltarifvertrag, das Geld koste, gestrichen werde. "Die Beschäftigten sollen somit die Anhebung ihrer Löhne auf das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns oder knapp darüber selbst bezahlen, indem sie auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Feiertagszuschläge, Nacht- und Überstundenzuschläge sowie Vermögenswirksame Leistungen verzichten. Dieses Angebot ist nicht verhandelbar. Wir erwarten bei der nächsten Verhandlung am 1. und 2. Oktober 2014 in Berlin ein ernstzunehmendes, erheblich besseres Angebot", so Siebert.

Konkret soll es um folgende Streichungen gehen (Auszug aus dem Flugblatt der Gewerkschaft nach der ersten Verhandlung):

  • kein Weihnachtsgeld mehr (bis zu 568 Euro),
  • kein Urlaubsgeld mehr (bis zu 568 Euro),
  • keinen Feiertagszuschlag mehr (100 %),
  • keinen Nachtarbeitszuschlag mehr (15 %),
  • keinen Überstundenzuschlag mehr (25 %),
  • keine Vermögenswirksame Leistungen (VWL) mehr (bis zu 319,08 Euro).

Auch in der zweiten Verhandlung zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und dem Bundesverband der Systemgastronomie gab es keine Einigung. Die Verhandlungen wurden ergebnislos auf den 16./17. Oktober 2014 vertagt.

Am 17. Oktober 2014 wurde von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und dem Bundesverband der Systemgastronomie betont, dass die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Beide Seiten wollten aber keine weitere Stellungnahme abgeben.

Die Gespräche im Rahmen der Tarifverhandlungen für die Systemgastronomie wurden am 22. Oktober 2014 fortgesetzt.
Auszug aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft NGG vom 4. November 2014:

Auch nach drei Verhandlungsrunden und einem weiteren Gespräch will der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) Leistungen aus dem Manteltarifvertrag, wie die Zahlung von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Zuschlägen, kürzen, um damit die Erhöhung der untersten Löhne auf 8,51 Euro zu kompensieren. Das ist nach den Beratungen der großen Tarifkommission für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) der falsche Ansatz und keine tragfähige Basis für eine Einigung.

Das es auch anders geht, hat der bundesweite Tarifvertrag für die Systemgastronomie zwischen dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) und der Gewerkschaft NGG vorgemacht.

Auszug aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft NGG vom 30. Juli 2014:

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben sich auf den Abschluss eines neuen Tarifvertrages für die Beschäftigten in der Systemgastronomie geeinigt.

Der Tarifvertrag sieht zum 1. Dezember 2014 differenzierte Entgelterhöhungen in den verschiedenen Tarifgruppen vor und hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2016. Mit dem gemeinsamen Ziel, gute tarifliche Rahmenbedingungen zu erhalten und die Attraktivität der Branche weiter zu erhöhen, haben die Sozialpartner folgende Eckpunkte vereinbart:

  • Ab dem 1. Dezember 2014 gilt ein unterster Tariflohn von 8,51 Euro pro Stunde.
  • Die getroffenen Regelungen gelten für bundesweit tätige Unternehmen der Systemgastronomie - eine Unterscheidung nach "Ost" und "West" findet nicht statt.
  • Die Entgelte der unteren Tarifgruppen steigen überdurchschnittlich stark.
  • Die Vergütungen aller Auszubildenden steigen mit 90 Euro pro Monat überproportional.

Der Tarifvertrag kommt z.B. bei den Steak-Spezialisten Maredo und Block House zum Einsatz.

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