Minijob-Zentrale

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Grundsätzliches

Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für geringfügige Beschäftigungen. Sie berät Arbeitgeber und Beschäftigte und erhält Meldungen sowie Beitragsnachweise. Als zentrale Einzugsstelle nimmt sie die Pauschalabgaben entgegen.

Die pauschalen Beiträge zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung, die Pauschalsteuer und die Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz sind für geringfügig entlohnte Beschäftigte (450-Euro-Jobs) an die Minijob-Zentrale abzuführen.

Wenn eine kurzfristige Beschäftigung von vornherein auf länger als vier Wochen befristet ist, hat der Arbeitgeber Umlagebeträge nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz an die Minijob-Zentrale zu entrichten. Die Pauschalsteuer bei einer kurzfristigen Beschäftigung in Höhe von 25 Prozent ist - anders als die einheitliche Pauschsteuer bei 450-Euro-Jobs - nicht an die Minijob-Zentrale, sondern an das Betriebsstättenfinanzamt zu zahlen.

Vom 01.04.2003 bis zum 01.10.2005 wurden die so genannten Minijobs von der Bundesknappschaft als Trägerin verwaltet. Mit der Organisationsreform der Rentenversicherung sind Bundesknappschaft, Bahnversicherungsanstalt und Seekasse zum 1. Oktober 2005 zur Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) verschmolzen. Die Minijob-Zentrale gehört zur KBS.

Überblick zur Minijob-Zentrale

Zur Krankenversicherung werden Pauschalbeiträge nur dann fällig, wenn der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert ist (Pflicht-, Freiwillig oder Familienversichert).
Zur Rentenversicherung sind Pauschalbeiträge auch für rentenversicherungsfreie Arbeitnehmer zu zahlen. Das betrifft Altersrentner und Pensionsempfänger in einem Beschäftigungsverhältnis.

Bei Beschäftigungen bei denen kein Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung gezahlt wird, beträgt die Pauschalsteuer 20 Prozent und ist an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt abzuführen.

Minijobber haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie auf finanzielle Absicherung bei Mutterschaft nach den Regelungen des Mutterschutzgesetzes. Dafür zahlen die Arbeitgeber die Umlage 1 für Aufwendungen bei Krankheit und die Umlage 2 für Aufwendungen bei Mutterschaft (Umlageverfahren). Der Erstattungssatz bei einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall beträgt 80 Prozent und für Aufwendungen bei Mutterschaft 100 Prozent.

Für kurzfristig Beschäftigte Arbeitnehmer sind 2017 folgende Beiträge an die Minijob-Zentrale abzuführen:

  • Umlage 1 (U1) Lohnfortzahlung Krankheit: 0,9%
    (nur bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 4 Wochen)
  • Umlage 2 (U2) Mutterschaft: 0,3%
  • Gesetzliche Unfallversicherung (nur in Privathaushalten) 1,6%
    In Unternehmen sind individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger abzuführen.
  • Insolvenzgeldumlage: 0,09%
    (in Privathaushalten keine)

Kurzfristige Beschäftigungen sind immer steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent (zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden.

Steuern für kurzfristig Beschäftigte Arbeitnehmer sind mit der Lohnsteueranmeldung an das Finanzamt abzuführen. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

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