Nicht vorgeschriebenes Vor- bzw. Nachpraktikum

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Aufgrund der fehlenden Verpflichtung zur Ableistung dieser Praktika werden sie auch nicht im Rahmen betrieblicher Berufsbildung ausgeübt. Für nicht vorgeschriebene Vor- oder Nachpraktika bestehen hinsichtlich der versicherungsrechtlichen Beurteilung keine Sonderregelungen.

Ohne Entgeltzahlung

Wenn kein Entgelt gezahlt wird, besteht Versicherungsfreiheit in allen Zweigen der Sozialversicherung.
Zu beachten sind aber die Ausführungen zum gesetzlichen Mindestlohn ab dem 01.01.2015 weiter unten.

Mit Entgeltzahlung

Wenn die Beschäftigung auf 2 Monate bzw. 50 Arbeitstage im Kalenderjahr befristet ist, besteht Versicherungsfreiheit als kurzfristige Beschäftigung.
Im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohns ist es ab 2015 zu einer befristeten Ausweitung der kurzfristigen Beschäftigung gekommen.
Für die Dauer von vier Jahren gelten längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage.
Änderung des § 115 SGB IV:

Vom 1. Januar 2015 bis einschließlich 31. Dezember 2018 gilt § 8 Absatz 1 Nummer 2 mit der Maßgabe, dass die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.

Kommt die Versicherungsfreiheit als kurzfristige Beschäftigung nicht in Frage, besteht eine versicherungsfreie geringfügige Beschäftigung mit pauschalen Beiträgen des Arbeitgebers zur Kranken- und Rentenversicherung, wenn das Entgelt maximal 450 Euro beträgt.
In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht für geringfügig entlohnte Beschäftigungen ab 01.01.2013 Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit für den Arbeitnehmer.
Bei einem Entgelt über 450 Euro liegt Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung vor. Bei einem Verdienst bis zu 850 Euro gilt die Gleitzonenregelung.

Umlagen

Die Umlagebemessung erfolgt nach dem Arbeitsentgelt; wird kein Arbeitsentgelt gezahlt, sind keine Umlagen zu erheben. Das gilt für die Umlage U1 (Lohnfortzahlung bei Krankheit; nur bei Beschäftigung von bis zu 30 Arbeitnehmern), die Umlage U2 (Ausgleich der Aufwendungen nach dem Mutterschutzgesetz) und die Insolvenzgeldumlage.

Meldungen

Bei Versicherungspflicht als Arbeitnehmer ist der Personengruppenschlüssel 101 zu verwenden.

Sofern die Voraussetzungen einer geringfügigen Beschäftigung vorliegen ist der Personengruppenschlüssel 109 (Geringfügig entlohnte Beschäftigte) bzw. Personengruppenschlüssel 110 (Kurzfristig Beschäftigte) zu verwenden.

Gesetzlicher Mindestlohn ab 01.01.2015

Ein freiwilliges Praktikum von bis zu drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums unterliegt nicht dem gesetzlichen Mindestlohn.

Für alle freiwilligen Praktika, die nach einer Berufsausbildung oder einem Studienabschluss geleistet werden, gilt ab 2015 der gesetzliche Mindestlohn.

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