Hintergrund zur Ermittlung der Rechengrößen der Sozialversicherung

Dieses Dokument beschäftigt sich mit dem Hintergrund zur Ermittlung der Rechengrößen der Sozialversicherung.

Eine Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge zum ausdrucken gibt es für folgende Jahre:

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

Die Berechnung wird am Beispiel des Jahres 2016 gezeigt (Quelle: Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016).

Für die Fortschreibung der Rechengrößen der Sozialversicherung wird auf die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer zurückgegriffen.

Der § 68 Abs. 2 SGB VI enthält:

Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sind die durch das Statistische Bundesamt ermittelten Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen jeweils nach der Systematik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Der Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer wird ermittelt, indem deren Wert für das vergangene Kalenderjahr durch den Wert für das vorvergangene Kalenderjahr geteilt wird. Dabei wird der Wert für das vorvergangene Kalenderjahr an die Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst, indem er mit dem Faktor vervielfältigt wird, der sich aus dem Verhältnis der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr und der Veränderung der aus der Versichertenstatistik der Deutschen Rentenversicherung Bund ermittelten beitragspflichtigen Bruttolohn- und -gehaltssumme je durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosengeld im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr ergibt.

Die maßgebende gesamtdeutsche Veränderungsrate (Lohnzuwachsrate) im Jahr 2014 beträgt 2,66%. Auf der Basis der Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes waren das in den alten Ländern 2,54% und in den neuen Ländern 3,39%. Die Löhne sind also gestiegen.

Der § 69 Abs. 2 SGB VI legt fest:

Die Bundesregierung hat durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates zum Ende eines jeden Jahres
  1. für das vergangene Kalenderjahr das auf volle Euro gerundete Durchschnittsentgelt in Anlage 1 entsprechend der Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (§ 68 Abs. 2 Satz 1),
  2. für das folgende Kalenderjahr das auf volle Euro gerundete vorläufige Durchschnittsentgelt, das sich ergibt, wenn das Durchschnittsentgelt für das vergangene Kalenderjahr um das Doppelte des Vomhundertsatzes verändert wird, um den sich das Durchschnittsentgelt des vergangenen Kalenderjahres gegenüber dem Durchschnittsentgelt des vorvergangenen Kalenderjahres verändert hat,
zu bestimmen. Die Bestimmung soll bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres erfolgen.

Es geht also am Ende des Jahres 2015 um 2014 (vergangenes Kalenderjahr) und 2016 (folgendes Kalenderjahr).

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung wird für das Jahr 2014 wie folgt berechnet:

Wert für 2013 33.659 €
Lohnzuwachsrate für 2014 (alte Länder) 2,54%
oder 102,54% vom Wert für 2013
Wert für 2014 34.513,94 €
auf volle Euro gerundet 34.514 €

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung wird für das Jahr 2016 wie folgt berechnet:

Wert für 2014 34.514 €
doppelte Lohnzuwachsrate für 2014 (alte Länder) 5,08% (2 * 2,54%)
oder 105,08% vom Wert für 2014
Wert für 2016 36.267,31 €
auf volle Euro gerundet 36.267 €

Damit ergibt sich der § 1 der Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016
Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

(1) Das Durchschnittsentgelt für das Jahr 2014 beträgt 34 514 Euro.
(2) Das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2016 beträgt 36 267 Euro.
(3) Die Anlage 1 zum Sechsten Buch Sozialgesetzbuch wird entsprechend ergänzt.

Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung

Die Bezugsgröße ist gemäß § 18 SGB IV eine dynamische Rechengröße. Sie entspricht dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr, aufgerundet auf den nächsthöheren, durch 420 teilbaren Betrag.

Für 2016 ist das Jahr 2014 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr). Für das Jahr 2014 wurde das Durchschnittsentgelt auf 34.514 € festgelegt.
34.514 / 420 = 82,1762
aufgerundet auf 83 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
83 * 420 = 34.860
Damit liegt die Bezugsgröße für 2016 bei 34.860 €.
Pro Monat ergeben sich 2.905 € (34.860 € / 12)

Die Bezugsgröße (Ost) in der Sozialversicherung für das Jahr 2016 wird wie folgt berechnet:

Durchschnittsentgelt für 2014 34.514 €
dividiert durch vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI für 2016 (1,1479)
Erläuterung weiter unten
30.067,08 €

30.067,08 / 420 = 71,5883
aufgerundet auf 72 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
72 * 420 = 30.240
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2016 bei 30.240 €.
Pro Monat ergeben sich 2.520 € (30.240 € / 12)

Damit ergibt sich der § 2 der Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016
Bezugsgröße in der Sozialversicherung

(1) Die Bezugsgröße im Sinne des § 18 Absatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch beträgt im Jahr 2016 jährlich 34 860 Euro und monatlich 2 905 Euro.
(2) Die Bezugsgröße (Ost) im Sinne des § 18 Absatz 2 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch beträgt im Jahr 2016 jährlich 30 240 Euro und monatlich 2 520 Euro.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Der § 159 SGB VI legt dazu fest:

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der allgemeinen Rentenversicherung sowie in der knappschaftlichen Rentenversicherung ändern sich zum 1. Januar eines jeden Jahres in dem Verhältnis, in dem die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (§ 68 Abs. 2 Satz 1) im vergangenen zu den entsprechenden Bruttolöhnen und -gehältern im vorvergangenen Kalenderjahr stehen. Die veränderten Beträge werden nur für das Kalenderjahr, für das die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt wird, auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet.

Es werden die ungerundeten Beitragsbemessungsgrenzen für 2015 um die Lohnzuwachsrate des Jahres 2014 (2,54%) verändert und auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet.

ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2015 72.478,97 €
Lohnzuwachsrate für 2014 (alte Länder) 2,54%
oder 102,54% vom Wert für 2015
ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2016 74.319,94 €

74.319,94 / 600 = 123,8666
aufgerundet auf 124 und multipliziert mit 600 ergibt sich:
124 * 600 = 74.400
Damit liegt die Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2016 bei 74.400 €.
Pro Monat ergeben sich 6.200 € (74.400 € / 12)

Die Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung wird hier nicht betrachtet.

Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) wird für das Jahr 2016 wie folgt berechnet:

ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2016 74.319,94 €
dividiert durch vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI für 2016 (1,1479)
Erläuterung weiter unten
64.744,26 €

64.744,26 / 600 = 107,9071
aufgerundet auf 108 und multipliziert mit 600 ergibt sich:
108 * 600 = 64.800
Damit liegt die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) für 2016 bei 64.800 €.
Pro Monat ergeben sich 5.400 € (64.800 € / 12)

Die Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung wird hier nicht betrachtet.

Jahresarbeitsentgeltgrenzen in der Krankenversicherung für 2016 (bundeseinheitlich)

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ändert sich nach § 6 Abs. 6 SGB V zum 1. Januar eines jeden Jahres in dem Verhältnis, in dem die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vergangenen Kalenderjahr zu den entsprechenden Bruttolöhnen und -gehältern im vorvergangenen Kalenderjahr stehen. Die veränderten Beträge werden nur für das Kalenderjahr, für das die Jahresarbeitsentgeltgrenze bestimmt wird, auf das nächsthöhere Vielfache von 450 aufgerundet.

ungerundete Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2015 54.630,17 €
Lohnzuwachsrate für 2014
Grundlage der Berechnung ist die gesamtdeutsche Lohnzuwachsrate
2,66%
oder 102,66% vom Wert für 2015
ungerundete Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 56.083,33 €

56.083,33 / 450 = 124,6296
aufgerundet auf 125 und multipliziert mit 450 ergibt sich:
125 * 450 = 56.250
Damit liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 bei 56.250 €.

Berechnung der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze (gleichzeitig Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung):

ungerundete besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2015 49.167,14 €
Lohnzuwachsrate für 2014
Grundlage der Berechnung ist die gesamtdeutsche Lohnzuwachsrate
2,66%
oder 102,66% vom Wert für 2015
ungerundete besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 50.474,99 €

50.474,99 / 450 = 112,1666
aufgerundet auf 113 und multipliziert mit 450 ergibt sich:
113 * 450 = 50.850
Damit liegt die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 bei 50.850 €.

Werte zur Umrechnung der Beitragsbemessungsgrundlagen des Beitrittsgebiets

Berechnung des Durchschnittsentgelt 2014 neue Länder

Durchschnittsentgelt 2013 neue Länder 28.617 €
Lohnzuwachsrate für 2014 (neue Länder) 3,39%
oder 103,39% vom Wert für 2013
Durchschnittsentgelt 2014 neue Länder 29.587,12 €
auf volle Euro gerundet 29.587 €

Berechnung des Umrechnungswerts für 2014

Durchschnittsentgelt 2014 alte Länder 34.514 €
Durchschnittsentgelt 2014 neue Länder 29.587 €
34.514 € / 29.587 € 1,1665

Berechnung des vorläufigen Durchschnittsentgelt 2016 neue Länder

Durchschnittsentgelt 2014 neue Länder 29.587 €
doppelte Lohnzuwachsrate für 2014 (neue Länder) 6,78%
oder 106,78% vom Wert für 2014
vorläufiges Durchschnittsentgelt 2016 neue Länder 31.593,00 €
auf volle Euro gerundet 31.593 €

Berechnung des vorläufigen Umrechnungswerts für 2016

vorläufiges Durchschnittsentgelt 2016 alte Länder 36.267 €
vorläufiges Durchschnittsentgelt 2016 neue Länder 31.593 €
36.267 € / 31.593 € 1,1479

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