Hintergrund zur Ermittlung der Rechengrößen der Sozialversicherung

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Dieses Dokument beschäftigt sich mit dem Hintergrund zur Ermittlung der Rechengrößen der Sozialversicherung.

Grundlegende Informationen zu den Sozialversicherungsbeiträgen.

Eine Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge gibt es für folgende Jahre: 2009 - 2010 - 2011 - 2012 - 2013 - 2014 - 2015 - 2016 - 2017 - 2018

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

Die Berechnung wird am Beispiel des Jahres 2017 gezeigt (Quelle: Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2017).

Für die Fortschreibung der Rechengrößen der Sozialversicherung wird auf die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer zurückgegriffen.

Der § 68 Abs. 2 SGB VI enthält:

Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sind die durch das Statistische Bundesamt ermittelten Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen jeweils nach der Systematik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Der Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer wird ermittelt, indem deren Wert für das vergangene Kalenderjahr durch den Wert für das vorvergangene Kalenderjahr geteilt wird. Dabei wird der Wert für das vorvergangene Kalenderjahr an die Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst, indem er mit dem Faktor vervielfältigt wird, der sich aus dem Verhältnis der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr und der Veränderung der aus der Versichertenstatistik der Deutschen Rentenversicherung Bund ermittelten beitragspflichtigen Bruttolohn- und -gehaltssumme je durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosengeld im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr ergibt.

Die maßgebende gesamtdeutsche Veränderungsrate (Lohnzuwachsrate) im Jahr 2015 beträgt 2,65%. Auf der Basis der Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes waren das in den alten Ländern 2,46% und in den neuen Ländern 3,91%. Die Löhne sind also gestiegen.

Der § 69 Abs. 2 SGB VI legt fest:

Die Bundesregierung hat durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates zum Ende eines jeden Jahres
  1. für das vergangene Kalenderjahr das auf volle Euro gerundete Durchschnittsentgelt in Anlage 1 entsprechend der Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (§ 68 Abs. 2 Satz 1),
  2. für das folgende Kalenderjahr das auf volle Euro gerundete vorläufige Durchschnittsentgelt, das sich ergibt, wenn das Durchschnittsentgelt für das vergangene Kalenderjahr um das Doppelte des Vomhundertsatzes verändert wird, um den sich das Durchschnittsentgelt des vergangenen Kalenderjahres gegenüber dem Durchschnittsentgelt des vorvergangenen Kalenderjahres verändert hat,
zu bestimmen. Die Bestimmung soll bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres erfolgen.

Es geht also am Ende des Jahres 2016 um 2015 (vergangenes Kalenderjahr) und 2017 (folgendes Kalenderjahr).

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung wird für das Jahr 2015 wie folgt berechnet:

Ausgangswert ist der Wert für 2014 34.514 €
Lohnzuwachsrate für 2015 (alte Länder) 2,46%
oder 102,46% vom Wert für 2014
Wert für 2015 35.363,04 €
auf volle Euro gerundet 35.363 €

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung wird für das Jahr 2017 wie folgt berechnet:

Ausgangswert ist der Wert für 2015 35.363 €
doppelte Lohnzuwachsrate für 2015 (alte Länder) 4,92% (2 * 2,46%)
oder 104,92% vom Wert für 2015
Wert für 2017 37.102,86 €
auf volle Euro gerundet 37.103 €

Damit ergibt sich der § 1 der Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2017
Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

(1) Das Durchschnittsentgelt für das Jahr 2015 beträgt 35 363 Euro.
(2) Das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2017 beträgt 37 103 Euro.
(3) Die Anlage 1 zum Sechsten Buch Sozialgesetzbuch wird entsprechend ergänzt.
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Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung

Die Bezugsgröße ist gemäß § 18 SGB IV eine dynamische Rechengröße. Sie entspricht dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr, aufgerundet auf den nächsthöheren, durch 420 teilbaren Betrag.

Für 2017 ist das Jahr 2015 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr). Für das Jahr 2015 wurde das Durchschnittsentgelt auf 35.363 € festgelegt.
35.363 / 420 = 84,1976
aufgerundet auf 85 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
85 * 420 = 35.700
Damit liegt die Bezugsgröße für 2017 bei 35.700 €.
Pro Monat ergeben sich 2.975 € (35.700 € / 12)

Die Bezugsgröße (Ost) in der Sozialversicherung für das Jahr 2017 wird wie folgt berechnet:

Durchschnittsentgelt für 2015 35.363 €
dividiert durch vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI für 2017 (1,1193)
Erläuterung weiter unten
31.593,85 €

31.593,85 / 420 = 75,2235
aufgerundet auf 76 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
76 * 420 = 31.920
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2017 bei 31.920 €.
Pro Monat ergeben sich 2.660 € (31.920 € / 12)

Damit ergibt sich der § 2 der Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2017
Bezugsgröße in der Sozialversicherung

(1) Die Bezugsgröße im Sinne des § 18 Absatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch beträgt im Jahr 2017 jährlich 35 700 Euro und monatlich 2 975 Euro.
(2) Die Bezugsgröße (Ost) im Sinne des § 18 Absatz 2 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch beträgt im Jahr 2017 jährlich 31 920 Euro und monatlich 2 660 Euro.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Der § 159 SGB VI legt dazu fest:

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der allgemeinen Rentenversicherung sowie in der knappschaftlichen Rentenversicherung ändern sich zum 1. Januar eines jeden Jahres in dem Verhältnis, in dem die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (§ 68 Abs. 2 Satz 1) im vergangenen zu den entsprechenden Bruttolöhnen und -gehältern im vorvergangenen Kalenderjahr stehen. Die veränderten Beträge werden nur für das Kalenderjahr, für das die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt wird, auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet.

Es werden die ungerundeten Beitragsbemessungsgrenzen für 2016 um die Lohnzuwachsrate des Jahres 2015 (2,46%) verändert und auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet.

ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2016 74.319,94 €
Lohnzuwachsrate für 2015 (alte Länder) 2,46%
oder 102,46% vom Wert für 2016
ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2017 76.148,21 €

76.148,21 / 600 = 126,9137
aufgerundet auf 127 und multipliziert mit 600 ergibt sich:
127 * 600 = 76.200
Damit liegt die Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2017 bei 76.200 €.
Pro Monat ergeben sich 6.350 € (76.200 € / 12)

Die Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung wird hier nicht betrachtet.

Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) wird für das Jahr 2017 wie folgt berechnet:

ungerundete Beitragsbemessungsgrenze (West) für 2017 76.148,21 €
dividiert durch vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI für 2017 (1,1193)
Erläuterung weiter unten
68.031,99 €

68.031,99 / 600 = 113,3867
aufgerundet auf 114 und multipliziert mit 600 ergibt sich:
114 * 600 = 68.400
Damit liegt die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) für 2017 bei 68.400 €.
Pro Monat ergeben sich 5.700 € (68.400 € / 12)

Die Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung wird hier nicht betrachtet.

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Jahresarbeitsentgeltgrenzen in der Krankenversicherung für 2017 (bundeseinheitlich)

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ändert sich nach § 6 Abs. 6 SGB V zum 1. Januar eines jeden Jahres in dem Verhältnis, in dem die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vergangenen Kalenderjahr zu den entsprechenden Bruttolöhnen und -gehältern im vorvergangenen Kalenderjahr stehen. Die veränderten Beträge werden nur für das Kalenderjahr, für das die Jahresarbeitsentgeltgrenze bestimmt wird, auf das nächsthöhere Vielfache von 450 aufgerundet.

ungerundete Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 56.083,33 €
Lohnzuwachsrate für 2015
Grundlage der Berechnung ist die gesamtdeutsche Lohnzuwachsrate
2,65%
oder 102,65% vom Wert für 2016
ungerundete Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2017 57.569,54 €

57.569,54 / 450 = 127,9323
aufgerundet auf 128 und multipliziert mit 450 ergibt sich:
128 * 450 = 57.600
Damit liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2017 bei 57.600 €.

Berechnung der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze (gleichzeitig Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung):

ungerundete besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2016 50.474,99 €
Lohnzuwachsrate für 2015
Grundlage der Berechnung ist die gesamtdeutsche Lohnzuwachsrate
2,65%
oder 102,65% vom Wert für 2016
ungerundete besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2017 51.812,58 €

51.812,58 / 450 = 115,1391
aufgerundet auf 116 und multipliziert mit 450 ergibt sich:
116 * 450 = 52.200
Damit liegt die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2017 bei 52.200 €.

Werte zur Umrechnung der Beitragsbemessungsgrundlagen des Beitrittsgebiets

Berechnung des Durchschnittsentgelt 2015 neue Länder

Durchschnittsentgelt 2014 neue Länder 29.587 €
Lohnzuwachsrate für 2015 (neue Länder) 3,91%
oder 103,91% vom Wert für 2014
Durchschnittsentgelt 2015 neue Länder 30.743,85 €
auf volle Euro gerundet 30.744 €

Berechnung des Umrechnungswerts für 2015

Durchschnittsentgelt 2015 alte Länder 35.363 €
Durchschnittsentgelt 2015 neue Länder 30.744 €
35.363 € / 30.744 € 1,1502

Berechnung des vorläufigen Durchschnittsentgelt 2017 neue Länder

Durchschnittsentgelt 2015 neue Länder 30.744 €
doppelte Lohnzuwachsrate für 2015 (neue Länder) 7,82%
oder 107,82% vom Wert für 2015
vorläufiges Durchschnittsentgelt 2017 neue Länder 33.148,18 €
auf volle Euro gerundet 33.148 €

Berechnung des vorläufigen Umrechnungswerts für 2017

vorläufiges Durchschnittsentgelt 2017 alte Länder 37.103 €
vorläufiges Durchschnittsentgelt 2017 neue Länder 33.148 €
37.103 € / 33.148 € 1,1193
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