Entwicklung der Reallöhne

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Nach Berechnungen des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung haben die Bruttolöhne in Deutschland real erstmals wieder das Niveau der Jahrtausendwende erreicht.

Auszug aus der Pressemitteilung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung vom 18.02.2015:

14 Jahre hat es gedauert: Ende 2014 lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem preisbereinigt um 1,4 Prozent höher als 2000. Ein Jahr zuvor hatten sie das Niveau der Jahrtausendwende noch unterschritten, so die Auswertung des WSI-Tarifarchivs. Die vergangenen Jahre, in denen die Löhne real meist zulegten, haben die Verluste ausgeglichen, die in den 2000er-Jahren aufgelaufen waren. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt hatten damals die Entwicklung der Arbeitseinkommen gebremst. Der Niedriglohnsektor wuchs. Am Tiefpunkt der Entwicklung im Jahr 2009 hatten die realen Bruttolöhne um 4,3 Prozent niedriger gelegen als 2000.
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Die WSI-Berechnungen machen auch deutlich, dass die Einkommen aus Vermögen und Unternehmensgewinnen die Arbeitseinkommen beim Zuwachs nach wie vor weit hinter sich gelassen haben: Von 2000 bis 2014 legten sie nach den Daten aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nominal um rund 60 Prozent zu. Die nominalen Arbeitnehmerentgelte wuchsen dagegen nur um knapp 33 Prozent. 2014 ist der Abstand wegen der spürbaren durchschnittlichen Lohnsteigerungen und der niedrigen Zinsen kleiner geworden, allerdings nur geringfügig, betont Bispinck. "Bei der Lohnentwicklung ist also noch deutlich Luft nach oben", sagt der Experte. "Es ist gesamtwirtschaftlich wichtig, diesen Spielraum zu nutzen. Wir sehen ja gerade, wie die Binnennachfrage das deutsche Wachstum stärkt. Das stabilisiert auch die Wirtschaft in den anderen Euro-Staaten."

Chefs verdienen ein Vielfaches

Die Hans-Böckler-Stiftung hat im Böckler Impuls 16/2013 (erschienen am 16.10.2013) einen Artikel zum Thema Vorstandsvergütungen herausgebracht. Dort wurde folgende Grafik veröffentlicht:

Verdienstrelationen in deutschen Großunternehmen

Vorstandsvergütung
Top-Saläre: Einer wie 53
Vorstände der DAX-30-Unternehmen verdienten 2011 im Mittel 53 mal so viel wie durchschnittliche Beschäftigte. Dabei ist die Spannbreite groß.
Erschienen zum Artikel in Böckler Impuls 16/2013

Die Hans-Böckler-Stiftung hat im Böckler Impuls 16/2013 auch einen Artikel zum Thema Ungleichheit herausgebracht.

Die Ungleichheit bei den Markteinkommen hat in den Industrienationen zum Teil massiv zugenommen. Dazu beigetragen haben Änderungen in der Steuerpolitik, bei der Managervergütung und bei den Kapitaleinkommen.
Auszug aus dem Artikel:

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Analyse zufolge auch die Verhandlungsmacht von Managern. Senkungen des Spitzensteuersatzes hätten dazu geführt, dass Führungskräfte größere Anreize haben, aggressiv zu verhandeln und so ihre Vergütung in die Höhe zu treiben - auf Kosten von Unternehmenswachstum und Beschäftigung, betonen die Forscher. Damit einher gingen neue Trends in der Vergütungspraxis wie mehr erfolgsabhängige Bezahlung.
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