Streuartikel - die Werbeartikel für Ihr Unternehmen

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Der Grat zwischen Bestechung und einem freundlich gemeinten Werbegeschenk ist schmal.

 
Der Grat zwischen Bestechung und einem freundlich gemeinten Werbegeschenk ist schmal.

Über Werbegeschenke freuen - ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen

Eigentlich scheint es ja nur nett gemeint zu sein, wenn zu Ostern, Weihnachten oder schlicht ab und an unter dem Jahr ein kleines Geschenk bei dem Sachbearbeiter eintrifft, der sich das ganze Jahr über motiviert und engagiert um die Angelegenheiten kümmert. Denn schließlich gilt hier das alte Sprichwort: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Aber Achtung: Ungetrübte Freude darüber, welche Geschenke eigentlich erlaubt sind, darf nur der Angestellte haben, der weiß, dass er das Geschenk auch ohne schlechtes Gewissen annehmen darf. Was dabei zu beachten ist, soll Thema dieses Beitrags sein.

Ist ein Geschenk wirklich nur ein Geschenk?

Warum ein mehr oder weniger großer Hype darum gemacht wird, welche Geschenke Arbeitnehmer annehmen dürfen, ist schnell anhand eines Beispiels erklärt: Wer die Sport-Headlines in den Medien verfolgt, stolpert immer häufiger über Schlagzeilen, die verheißen, dass die FIFA Untersuchungen eingeleitet habe. Sowohl der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, als auch Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger und viele mehr sind in das Visier der Ethikkommission geraten. Der Grund? Es steht der Verdacht der Bestechung im Raum und dafür werden auch große Worte wie Schmiergeld- und Korruptionsvergehen bemüht. Dass ein "normaler" Angestellter kaum eine Parallele zu diesen großen Namen aufweist, ist nur vermeintlich korrekt, denn dahinter steckt dasselbe Prinzip: Wer Geschenke annimmt, gerät in den Verdacht, bestechlich zu sein. Und das ist mittlerweile auch in namhaften Unternehmen wie Daimler, Siemens und Thyssen-Krupp passiert.

Was aber dürfen Angestellte als Geschenk von Kunden annehmen? Das ist mitunter ein heikles Thema, was zudem nicht ein-eindeutig geklärt ist. Bei der Deutschen Anwaltsauskunft heißt es dazu: "Eine klare gesetzliche Regelung fehlt bei der Frage, was noch als Aufmerksamkeit und was schon als Bestechung gilt. Zwar sagt § 299 StGB, dass bei einem beruflichen Verhältnis nichts angenommen werden dürfe, was eine Gegenleistung im Sinne eines Wettbewerbsvorteils mit sich bringe. Ein erlaubter Höchstwert eines Geschenks nennt das Gesetz jedoch nicht."

Weiterhin heißt es im Beitrag, dass als Obergrenze eine Preisspanne zwischen 20 und 40 Euro üblich sei. Tolle Streuartikel mit der Möglichkeit einen Mehrwert daraus zu ziehen, wie es etwa bei Kugelschreibern, Tassen, Taschen, Notizbüchern und USB-Sticks der Fall ist, sind also für beide Seiten eine sichere Variante: Die Angestellten dürfen die Präsente annehmen. Die Unternehmen übergeben damit Präsente, die angenommen und genutzt werden dürfen.

Compliance-Regelwerk wird in der Praxis immer häufiger angelegt

Je nachdem, was sich unter dem Geschenkpapier verbirgt, darf der Angestellte das Geschenk vielleicht nicht annehmen.

 
Je nachdem, was sich unter dem Geschenkpapier verbirgt, darf der Angestellte das Geschenk vielleicht nicht annehmen.

Klassische Streuartikel wie etwa Feuerzeuge, stellen für Schenker und Beschenkte kein Problem dar.

 
Klassische Streuartikel wie etwa Feuerzeuge, stellen für Schenker und Beschenkte kein Problem dar.

In der Praxis setzen Betriebe zunehmend häufiger einen Rahmen ("Compliance-Richtlinien", "Verhaltenskodex"), binnen dem Geschenke angenommen werden dürfen. Ist dieser dem Angestellten unbekannt, sei es die sicherste Variante, beim Vorgesetzten nachzufragen, lautet ein Tipp. Dies sei nicht für die erwähnten Streuartikel nötig, wohl aber bei größeren Geschenken. Zudem ist der Grat zwischen einem höflich gemeinten Geschenk und dem Versuch einer Bestechung sehr schmal. Grundsätzlich sei auch ausschlaggebend, wie einflussreich der Mitarbeiter in seiner Funktion ist. Ein guter Ausweg für Geschäftspartner ist, keine persönlich adressierten Geschenke zu versenden, sondern beispielsweise einen saisonal passenden Schlemmerkorb an das "Team" zu schicken. So sind beide Parteien auf der sicheren Seite.

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Noch herrscht Bedenkenlosigkeit in den Unternehmen

Laut einem Bericht im Manager-Magazin herrsche in Deutschland trotz aller Korruptionsaffären auch in namhaften Unternehmen noch Bedenkenlosigkeit.

  • 25 Prozent der Angestellten würden Geschenke bedenkenlos annehmen.
  • 20 Prozent glauben, Geschenke ab 20 Euro könnten zu möglichen Problemen führen.
  • Nur 20 Prozent fragen im Zweifelsfall beim Vorgesetzten nach.

Doch nicht nur unter den Arbeitnehmern, sondern auch bei den Betrieben selbst wird vergleichsweise locker mit dem Thema umgegangen, wie eine Studie der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt zeigte:

  • Nur 69 Prozent der Unternehmen, die Compliance-Regelungen eingeführt haben, überprüfen die Einhaltung dieser regelmäßig.
  • Auch fehlen in 49 Prozent der Unternehmensfälle klare Handlungshinweise, wie ein Verstoß gegen geltende Compliance-Regelungen zu behandeln ist.

Eine deutliche Vorreiterrolle im Themenkomplex "Compliance" nehmen große Firmen ein. Im folgenden Artikel der FAZ heißt es dazu, das rund die Hälfte derer, die sich gewissenhaft an das Compliance-Regelwerk halten, in großen Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern angestellt sind.

Die Folgen

Dass eine verlässliche Compliance-Regelung für beide Seiten nötig ist, wird mit Blick auf die Folgen deutlich: Für Unternehmen, in denen bestechliche Mitarbeiter arbeiten, kann es nicht nur zur Rufschädigung kommen, sondern auch zum Vertrauensverlust seitens der Kunden. Ergo: Der Kunde geht zur Konkurrenz.

Doch auch der Mitarbeiter selbst sollte auf ein nachhaltiges Compliance-Konzept pochen, denn nur dieses gibt ihm selbst die Sicherheit, zu wissen, wie er sich im Falle eines Präsentes auf dem Schreibtisch zu verhalten hat. Nur wer weiß, dass er gegen geltende Regeln verstößt, kann sich auch entsprechend verhalten. Zudem ist dann auch klar, mit welchen Folgen er zu rechnen hat, wenn er gegen die betrieblichen Richtlinien verstößt. Die Kündigung ist ihm sicher. Nicht selten folgt daraufhin noch ein Strafverfahren, da das Thema "Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr" Thema des § 299 im Strafgesetzbuch ist.

Klar abgegrenzt werden sollte dieser Themenkomplex von den sogenannten Sachbezügen (wie beispielsweise verbilligte Nutzung einer Wohnung, freie Verpflegung oder Warengutscheine). Diese Vergünstigungen erhält der Mitarbeiter direkt von seinem Chef. Je nachdem, ob es sich dabei um einen geldwerten Vorteil handelt, oder ob die Zuwendungen hauptsächlich im betrieblichen Interesse erfolgen, wirken sich solche Bezüge steuerlich aus bzw. fallen unter den Rabattfreibetrag.

Abbildung 1: pixabay.com © janeb13 (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © chao-ye (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)

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