Abrechnungsbeispiel für einen Stundenlohnempfänger mit Zuschlägen im Jahr 2017

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Es wird zwischen Zuschlägen und Zulagen unterschieden. Zulagen sind immer steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn. Nur die Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind in bestimmten Grenzen steuer- und beitragsfrei.

Angaben zur Abrechnung

  • Ein Arbeitnehmer hat einen Stundenlohn von 15,00 €.
  • Der Arbeitnehmer arbeitet von Montag bis Freitag jeweils 8 Stunden im 3-Schicht-System. In der Nachtschicht erhält er einen Zuschlag von 25% auf den Stundenlohn.
  • Der Arbeitnehmer hat einen VWL-Vertrag über 40,00 € monatlich. Der Arbeitgeber zahlt vermögenswirksame Leistungen zusätzlich zum Arbeitsentgelt in Höhe von 30,00 € monatlich.
  • Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers beinhalten die Steuerklasse IV, 2 Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev.
  • Die Betriebsstätte befindet sich in Nordrhein-Westfalen. Der Kirchensteuersatz beträgt 9%.
  • Der Arbeitnehmer ist pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der krankenkassenindividuelle Zusatzbeitragssatz beträgt 0,9%.
  • Der Arbeitnehmer hat die Elterneigenschaft. Damit ist kein Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung zu zahlen.
  • Der Arbeitnehmer hat das 64. Lebensjahr noch nicht vollendet. Damit ist kein Altersentlastungsbetrag vom Arbeitslohn abzuziehen.
  • Der Abrechnungsmonat ist der Februar 2017.
  • Der Arbeitnehmer hat 10 Frühschichten, 5 Spätschichten und 5 Nachtschichten gearbeitet.
  • Der Arbeitnehmer erhält Erschwerniszulagen in Höhe von 115 € für diesen Monat.

Ermittlung des Gesamtbrutto

Bruttolohn/ Bruttogehalt 2.400,00 €
(20 Schichten x 8 Stunden pro Schicht x 15 € pro Stunde)
+ Vermögenswirksame Leistung des Arbeitgebers 30,00 €
+ Erschwerniszulagen 115,00 €
+ Nachtarbeitszuschläge 150,00 €
(5 Nachtschichten x 8 Stunden pro Schicht x 15 € pro Stunde x 25%)
= Gesamtbrutto 2.695,00 €

Da die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge nicht zwangsläufig vom Gesamtbrutto berechnet werden, folgt im nächsten Schritt die Berechnung des Steuerbrutto und des SV-Brutto.

Für die Berechnung des Steuerbrutto und das SV-Brutto gelten unterschiedliche Grundsätze. Diese werden extra behandelt. Im Anschluss wird wieder das Abrechnungsschema aufgegriffen und zu Ende geführt.

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Steuerberechnung

Steuerbrutto ist der Betrag von 2.545,00 €. Die Nachtarbeitszuschläge sind steuerfrei. Die Erschwerniszulagen sind steuerpflichtig.
Es gilt also: 2.400,00 € + 30,00 € + 115,00 €

Die Berechnung erfolgt mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministerium der Finanzen.
Wegen der verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen müssen beim Steuerabzug Angaben zu Vorsorgeaufwendungen gemacht werden. Für unser Beispiel sind das:

  • Rechtskreis West (wegen unterschiedlicher Beitragsbemessungsgrenzen; spielt bei diesem Monatseinkommen aber keine Rolle)
  • Gesetzliche Krankenversicherung; Krankenkasse mit Zusatzbeitragssatz von 0,9%
  • Pflegeversicherung; Kein Beitragszuschlag für Kinderlose von 0,25%

Mit den obigen Angaben (Steuerklasse IV, 2 Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev) ergeben sich folgende Steuerbeträge:

Lohnsteuer 320,33 €
Solidaritätszuschlag 8,43 €
Kirchensteuer 13,79 €
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Beitragsberechnung

SV-Brutto ist der Betrag von 2.545,00 €. Die Nachtarbeitszuschläge sind beitragsfrei. Die Erschwerniszulagen sind beitragspflichtig.
Es gilt also: 2.400,00 € + 30,00 € + 115,00 €
Mit den obigen Angaben ergeben sich folgende SV-Beiträge:

Versicherungszweig Arbeitnehmer-Anteil Arbeitgeber-Anteil
Krankenversicherung 208,69 € 185,79 €
Rentenversicherung 237,96 € 237,96 €
Arbeitslosenversicherung 38,18 € 38,18 €
Pflegeversicherung 32,45 € 32,45 €

Ab 2015 wird der allgemeine Beitragssatz für die Gesetzlichen Krankenkassen bei 14,6 Prozent festgeschrieben (gilt auch für 2017). Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Der Arbeitgeberanteil beim allgemeinen Beitragssatz bleibt bei 7,3 Prozent.
In unserem Beispiel beträgt der krankenkassenindividuelle Zusatzbeitragssatz 0,9%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2,55%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,275%.
In Sachsen gibt es eine andere Verteilung.
Mit dem "Gesetz zur Berücksichtigung der Kindererziehung im Beitragsrecht der sozialen Pflegeversicherung" (Kinder-Berücksichtigungsgesetz) wurde ein Beitragszuschlag ab 01.01.2005 in Höhe von 0,25% für Kinderlose eingeführt. Den Beitrag trägt der Arbeitnehmer allein. In unserem Beispiel hat der Arbeitnehmer die Elterneigenschaft. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,275%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,70%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 9,35%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 3,00%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,50%.

Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2017

Ermittlung von Nettolohn und Auszahlungsbetrag

Gesamtbrutto 2.695,00 €
- Lohnsteuer 320,33 €
- Kirchensteuer 13,79 €
- Solidaritätszuschlag 8,43 €
- AN-Anteil Krankenversicherung 208,69 €
- AN-Anteil Rentenversicherung 237,96 €
- AN-Anteil Arbeitslosenversicherung 38,18 €
- AN-Anteil Pflegeversicherung 32,45 €
= Nettolohn/ Nettogehalt 1.835,17 €
- Vermögenswirksame Anlage (Überweisungsbetrag) 40,00 €
= Auszahlungsbetrag 1.795,17 €
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