Abrechnungsbeispiel für einen privat versicherten Arbeitnehmer im Jahr 2017

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Der Arbeitnehmer zahlt seinen privaten KV-Beitrag selbst. Der Arbeitgeber muss einen Zuschuss leisten. Der Höchstzuschuss wird duch Multiplikation der Beitragsbemessungsgrenze mit dem Arbeitgeberanteil ermittelt. Der Arbeitnehmer erhält aber höchstens die Hälfte des Betrages, den er für seine private Krankenversicherung zu zahlen hat.

Angaben zur Abrechnung

  • Ein Arbeitnehmer erhält ein laufendes Arbeitsentgelt von 6.000,00 €.
  • Der Arbeitnehmer hat einen VWL-Vertrag über 40,00 € monatlich. Der Arbeitgeber zahlt vermögenswirksame Leistungen zusätzlich zum Arbeitsentgelt in Höhe von 30,00 € monatlich.
  • Der Arbeitnehmer hat einen Dienstwagen (Firmenwagen) zur privaten Nutzung. Der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil beträgt 480,00 € monatlich.
  • Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers beinhalten die Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev.
  • Die Betriebsstätte befindet sich in Hessen. Der Kirchensteuersatz beträgt 9%.
  • Der Arbeitnehmer ist privat versichert in der Kranken- und Pflegeversicherung. Sein Beitrag in der privaten Krankenversicherung beträgt 500,00 € monatlich. Sein Beitrag in der privaten Pflegeversicherung beträgt 70,00 € monatlich. Er erhält vom Arbeitgeber einen Beitragszuschuss zu seiner privaten Kranken- und Pflegeversicherung.
    Es sind die dem Arbeitgeber mitgeteilten abziehbaren privaten Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherungsbeiträge anzusetzen (Beitragsbescheinigung des Versicherungsunternehmens).
  • Der Arbeitnehmer hat das 64. Lebensjahr noch nicht vollendet. Damit ist kein Altersentlastungsbetrag vom Arbeitslohn abzuziehen.
  • Der Abrechnungsmonat ist der März 2017.

Ermittlung des Gesamtbrutto

Bruttolohn/ Bruttogehalt 6.000,00 €
+ Vermögenswirksame Leistung des Arbeitgebers 30,00 €
+ Geldwerter Vorteil für Dienstwagen (Firmenwagen) zur privaten Nutzung 480,00 €
= Gesamtbrutto 6.510,00 €

Der geldwerte Vorteil erhöht nur das Steuer- und SV-Brutto. Der geldwerte Vorteil wird beim Nettogehalt wieder abgezogen, da er lediglich der Besteuerung und Beitragsberechnung unterliegen soll.

Da die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge nicht zwangsläufig vom Gesamtbrutto berechnet werden, folgt im nächsten Schritt die Berechnung des Steuerbrutto und des SV-Brutto.

Für die Berechnung des Steuerbrutto und das SV-Brutto gelten unterschiedliche Grundsätze. Diese werden extra behandelt. Im Anschluss wird wieder das Abrechnungsschema aufgegriffen und zu Ende geführt.

Steuerberechnung

Der Zuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung bzw. privaten Pflegeversicherung, zu dem eine gesetzliche Verpflichtung besteht, ist steuerfrei. Steuerbrutto ist deshalb nur der Betrag von 6.510 €.

Die Berechnung erfolgt mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministerium der Finanzen.
Wegen der verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen müssen beim Steuerabzug Angaben zu Vorsorgeaufwendungen gemacht werden. Für unser Beispiel sind das:

  • Rechtskreis West (wegen unterschiedlicher Beitragsbemessungsgrenzen)
  • Private Krankenversicherung mit Arbeitgeberzuschuss
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Mit den obigen Angaben (Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge und das Kirchensteuermerkmal ev) ergeben sich folgende Steuerbeträge:

Lohnsteuer 1.733,83 €
Solidaritätszuschlag 95,36 €
Kirchensteuer 156,04 €
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In der Eingabemaske steht:
monatlicher Beitrag zur privaten Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung
Damit sind 570 € (500 € + 70 €) einzutragen.
In der Ergebnisanzeige steht nur noch Beiträge zur privaten KV.

Bei Pflegeversicherung steht: mit Zuschlag, nicht Sachsen

Das ist hier (private Kranken- und Pflegeversicherung) ohne Bedeutung. Es gibt in der Auswahl des Abgabenrechners keine Option für Private Pflegeversicherung. Die hier gemachte Auswahl, wird aber ignoriert (wenn zuvor Private Krankenversicherung ausgewählt wurde).

Beitragsberechnung

Mit den obigen Angaben ergeben sich folgende SV-Beiträge:

Versicherungszweig Arbeitnehmer-Anteil Arbeitgeber-Anteil Bemerkung
Krankenversicherung - - Privat versichert
Rentenversicherung 593,73 € 593,73 € Beitragsbemessungsgrenze überschritten
Arbeitslosenversicherung 95,25 € 95,25 € Beitragsbemessungsgrenze überschritten
Pflegeversicherung - - Privat versichert

Da die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (alte Länder und Berlin-West) überschritten ist, werden die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung nur von dieser Grenze (2017: 6.350,00 €) erhoben.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,70%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 9,35%.

Für 2017 beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 3,00%. Der Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeberbeitrag betragen jeweils 1,50%.

Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2017

Berechnung des Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung des Arbeitnehmers

Der Arbeitnehmer ist privat versichert in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Sein Beitrag in der privaten Krankenversicherung beträgt 500,00 € monatlich. Da der Höchstzuschuss für 2017 (317,55 €) höher ist, als die Hälfte des Betrags (250 €) für die private Krankenversicherung, sind als Beitragszuschuss nur 250 € zu zahlen (Beitragszuschuss des AG zur privaten Krankenversicherung des AN).

Sein Beitrag in der privaten Pflegeversicherung beträgt 70,00 € monatlich. Da der Höchstzuschuss für 2017 (55,46 €) höher ist, als die Hälfte des Betrags (35 €) für die private Pflegeversicherung, sind als Beitragszuschuss nur 35 € zu zahlen (Beitragszuschuss des AG zur privaten Pflegeversicherung des AN).

Rechner Beitragszuschuss ab 2015

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Ermittlung von Nettolohn und Auszahlungsbetrag

Der Arbeitnehmer zahlt seinen Beitrag zur privaten Krankenversicherung und zur privaten Pflegeversicherung selbst.

Gesamtbrutto 6.510,00 €
- Lohnsteuer 1.733,83 €
- Kirchensteuer 156,04 €
- Solidaritätszuschlag 95,36 €
- AN-Anteil Rentenversicherung 593,73 €
- AN-Anteil Arbeitslosenversicherung 95,25 €
= Nettolohn/ Nettogehalt 3.835,79 €
+ Beitragszuschuss des AG zur privaten Krankenversicherung des AN 250,00 €
+ Beitragszuschuss des AG zur privaten Pflegeversicherung des AN 35,00 €
- Vermögenswirksame Anlage (Überweisungsbetrag) 40,00 €
- Sachbezug (geldwerter Vorteil für Dienstwagen zur privaten Nutzung) 480,00 €
= Auszahlungsbetrag 3.600,79 €
Der Arbeitnehmer muss dann noch 570 € an seine private Kranken- und Pflegeversicherung überweisen.
Nach dieser Überweisung verbleiben dem Arbeitnehmer 3030,79 €.

Der geldwerte Vorteil (Sachbezug) ist beim Nettogehalt wieder in Abzug zu bringen, da dieser lediglich der Besteuerung und Beitragsberechnung unterliegen soll. Würde der Abzug nicht geschehen, hätte der Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil (z.B. die kostenlose private Nutzung seines Dienstwagens) und zusätzlich den Geldbetrag. Der geldwerte Vorteil erhöht also nur das Steuer- und SV-Brutto.

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