Das Lohnsteuerabzugsverfahren - Werbungskosten

Werbungskosten definiert der § 9 Abs. 1 EStG:

Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind.
....

Damit sind Werbungskosten für Arbeitnehmer alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind.

Unter § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG stehen Beispiele für Werbungskosten:

§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (alte Fassung)

Werbungskosten sind auch
....
  1. Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die regelmäßige Arbeitsstätte aufsucht, eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32. Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte maßgebend; eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte benutzt wird. Nach § 8 Absatz 3 steuerfreie Sachbezüge für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mindern den nach Satz 2 abziehbaren Betrag; ist der Arbeitgeber selbst der Verkehrsträger, ist der Preis anzusetzen, den ein dritter Arbeitgeber an den Verkehrsträger zu entrichten hätte. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so sind die Wege von einer Wohnung, die nicht der regelmäßigen Arbeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird;
....

Ab 01.01.2014 wurde der bisherige Begriff der "regelmäßigen Arbeitsstätte" durch den neuen Begriff "erste Tätigkeitsstätte" ersetzt.

§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (Fassung ab 01.01.2014)

Werbungskosten sind auch
....
  1. Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Sinne des Absatzes 4. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4.500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4.500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32. Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte maßgebend; eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird. Nach § 8 Absatz 2 Satz 11 oder Absatz 3 steuerfreie Sachbezüge für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mindern den nach Satz 2 abziehbaren Betrag; ist der Arbeitgeber selbst der Verkehrsträger, ist der Preis anzusetzen, den ein dritter Arbeitgeber an den Verkehrsträger zu entrichten hätte. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so sind die Wege von einer Wohnung, die nicht der ersten Tätigkeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird.
....

Auf der Seite Fahrkostenersatz wird der Fahrkostenersatz des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte im Zusammenhang mit dem Werbungskostenabzug dargestellt. Steuerlich abziehbare Aufwendungen kann sich der Arbeitnehmer vom Finanzamt als Freibetrag bei seinen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eintragen lassen.

Weitere Werbungskosten sind z. B.:

Jedem Arbeitnehmer wird ein Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt (§ 9a EStG). Dieser ist schon in den Lohnsteuertarif eingearbeitet.
Der Werbungskosten-Pauschbetrag wurde schon im Jahr 2011 von 920 auf 1.000 Euro angehoben. Der Steuervorteil ist mit der Lohnabrechnung im Dezember an die Arbeitnehmer weitergeleitet worden.

Für Werbungskosten wird bei der Ermittlung der Einkünfte der Pauschbetrag abgezogen, wenn nicht höhere Werbungskosten nachgewiesen werden.

Berücksichtigung von Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung
Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium sind zurzeit nur im Rahmen der Sonderausgaben begrenzt bis zu 6000 Euro absetzbar. Ein Verlustvortrag ist, anders als beim Werbungskostenabzug, nicht möglich. Diese Beschränkung steht jedoch auf dem Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts. Eine Zweitausbildung bzw. ein Zweitstudium ist voll abziehbar.
Der Gesetzgeber hat mit einer Änderung des Einkommensteuergesetzes die erstmalige Berufsausbildung konkreter definiert und gewisse Mindestanforderungen festgelegt (Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften).
Nach der vorliegenden Änderung muss eine Berufsausbildung zum einen für eine Dauer von mindestens 12 Monaten angelegt sein. Damit sie als erstmalige Berufsausbildung anerkannt werden kann, muss die Berufsausbildung abgeschlossen sein.
Hintergrund: Es gab viele Tricksereien mit Kurzlehrgängen zum Taxifahrer oder Skilehrer. Diese sollten als erstmalige Berufsausbildung durchgehen, um das nachfolgende Studium mit seinen Kosten in den Werbungskostenabzug zu bekommen.
Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium


© 2007-2016 A.Liebig - Impressum - Kontakt - Datenschutz - Inhaltsverzeichnis (Sitemap) - Lohnlexikon