Pauschale Umzugskosten bei einem beruflich veranlassten Umzug

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Wenn ein beruflich veranlasster Umzug vorliegt, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Umzugskosten in Höhe des Betrags steuerfrei ersetzen, der nach dem Bundesumzugskostenrecht gezahlt werden könnte.
Bei Auslandsumzügen gelten andere Werte (Verordnung über die Umzugskostenvergütung bei Auslandsumzügen).

Die Broschüre "Einkommen- und Lohnsteuer" des Bundesministerium der Finanzen definiert Umzugskosten wie folgt:

Umzugskosten sind dann Werbungskosten, wenn die Wohnung aus beruflichen Gründen gewechselt wird. Ein Wohnungswechsel ist beruflich veranlasst, wenn sich dadurch die Entfernung zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte erheblich verkürzt (i.d.R. tägliche Fahrzeitverkürzung um mindestens eine Stunde), oder wenn der Arbeitnehmer auf Weisung seines Arbeitgebers eine Dienstwohnung beziehen oder räumen muss. Die Umzugskosten werden bis zur Höhe des Betrags als Werbungskosten anerkannt, der nach dem Bundesumzugskostenrecht als Umzugskostenvergütung höchstens gezahlt wird.

Die steuerliche Anerkennung von Umzugskosten regelt R 9.9 Absatz 2 LStR. Die Änderung der maßgebenden Beträge für umzugsbedingte Unterrichtskosten und sonstige Umzugsauslagen ab 1. März 2016 und 1. Februar 2017 ist im BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016 bekanntgegeben worden.

Das BMF-Schreiben vom 6. Oktober 2014 ist auf Umzüge, die nach dem 29. Februar 2016 beendet werden, nicht mehr anzuwenden.

Damit der Arbeitgeber die Umzugskosten steuerfrei ersetzen kann, muss:

  • der Umzug beruflich veranlasst sein,
  • die durch den Umzug entstandenen Aufwendungen dürfen nicht überschritten werden und
  • die höchstmögliche Umzugskostenvergütung nach dem Bundesumzugskostengesetz darf nicht überschritten werden.

Umzugskosten im Sinne des Bundesumzugskostengesetzes sind:

  • Beförderungsauslagen (im Wesentlichen die Speditionskosten)
  • Reisekosten
  • Mietentschädigung
  • notwendige ortsübliche Maklergebühren für die Vermittlung einer Mietwohnung und einer Garage
  • Kochherd (bis zu 230 €) und Öfen (bis zu 164 € für jedes Zimmer) wenn die Beschaffung beim Bezug der neuen Wohnung notwendig ist
  • Auslagen für einen durch den Umzug bedingten zusätzlichen Unterricht der Kinder

Arbeitnehmer, die am Tage vor dem Einladen des Umzugsgutes eine Wohnung hatten und nach dem Umzug wieder eingerichtet haben, erhalten eine Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen. Die Auslagen für einen durch den Umzug bedingten zusätzlichen Unterricht der Kinder dürfen ebenfalls in einer bestimmten Höhe pro Kind erstattet werden.

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Umzugs­termin Betrag für Ledige Betrag für Verheiratete,
Lebens­partner und
Gleich­gestellte
Betrag für Kinder und andere Personen
(zur häuslichen Gemeinschaft gehörend;
mit Ausnahme des Ehegatten oder Lebens­partners)
Auslagen für einen durch den Umzug bedingten
zusätzlichen Unterricht der Kinder
(Betrag für ein Kind)
2008 585 € 1.171 € 258 € 1.473 €
2009 (1. Halbjahr) 602 € 1.204 € 265 € 1.514 €
2009 (2. Halbjahr) 628 € 1.256 € 277 € 1.584 €
2010 636 € 1.271 € 280 € 1.603 €
2011 (Jan. bis Juli) 640 € 1.279 € 282 € 1.612 €
2011 (Aug. bis Dez.) 641 € 1.283 € 283 € 1.617 €
2012 (Jan. und Feb.) 657 € 1.314 € 289 € 1.657 €
2012 (März bis Dez.) 679 € 1.357 € 299 € 1.711 €
2013 (Jan. bis Juli) 687 € 1.374 € 303 € 1.732 €
August 2013 bis Februar 2014 695 € 1.390 € 306 € 1.752 €
März 2014 bis Februar 2015 715 € 1.429 € 315 € 1.802 €
März 2015 bis Februar 2016 730 € 1.460 € 322 € 1.841 €
März 2016 bis Januar 2017 746 € 1.493 € 329 € 1.882 €
ab Februar 2017 764 € 1.528 € 337 € 1.926 €

Wenn der Arbeitgeber keinen steuerfreien Ersatz leistet, kann der Arbeitnehmer seine Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen.

Doppelter Mietaufwand als beruflich veranlasste Umzugskosten

Zu diesem Thema existiert ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13.07.2011 (VI R 2/11).
Leitsätze:

  1. Wegen eines Umzugs geleistete doppelte Mietzahlungen können beruflich veranlasst und deshalb in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar sein.
  2. Die Vorschriften über den Abzug notwendiger Mehraufwendungen wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung stehen dem allgemeinen Werbungskostenabzug umzugsbedingt geleisteter Mietzahlungen nicht entgegen.
  3. Diese Mietaufwendungen können jedoch nur zeitanteilig, und zwar für die neue Familienwohnung bis zum Umzugstag und für die bisherige Wohnung ab dem Umzugstag, längstens bis zum Ablauf der Kündigungsfrist des bisherigen Mietverhältnisses, als Werbungskosten abgezogen werden.
  4. Der Abzug von Mietaufwendungen als Umzugskosten richtet sich allein nach dem allgemeinen Werbungskostenbegriff und nicht nach den Regelungen des Bundesumzugskostengesetzes.

Auszug aus den Entscheidungsgründen:

Werbungskosten sind danach Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Hierzu zählen auch beruflich veranlasste Umzugskosten, zu denen auch umzugsbedingt geleistete doppelte Mietzahlungen gehören können (Senatsurteil vom 23. Mai 2006 VI R 56/02, BFH/NV 2006, 1650). Allerdings setzt eine Berücksichtigung als Werbungskosten voraus, dass der Umzug nahezu ausschließlich beruflich veranlasst ist, also private Gründe eine allenfalls ganz untergeordnete Rolle spielen.
....
Diese Mietaufwendungen können jedoch nur anteilig, und zwar für die bisherige Wohnung ab dem Umzugstag (der Familie) und für die neue Familienwohnung bis zum Umzugstag (der Familie) als Werbungskosten abgezogen werden. Denn Aufwendungen für das Unterhalten einer Wohnung, die den Mittelpunkt der Lebensführung eines Steuerpflichtigen und seiner Familie darstellt --hier bis zum Familiennachzug die Wohnung in E, danach die Wohnung in R--, gehören zu den nicht abzugsfähigen Lebensführungskosten. Darüber hinaus ist der Werbungskostenabzug umzugsbedingt geleisteter doppelter Mietzahlungen auf den Zeitlauf der ordentlichen Kündigungsfrist des bisherigen Mietverhältnisses begrenzt. Denn nur solange gründet der Aufwand für zwei Wohnungen auf dem beabsichtigten Familienumzug.

Auslandsumzüge

Wenn ein beruflich veranlasster Auslandsumzug vorliegt, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Umzugskosten in Höhe des Betrags steuerfrei ersetzen, der nach der Auslandsumzugskostenverordnung (Verordnung über die Umzugskostenvergütung bei Auslandsumzügen) gezahlt werden könnte.

Der § 18 Auslandsumzugskostenverordnung regelt die Umzugspauschale. Dabei wird nach Auslandsumzügen innerhalb der Europäischen Union und Auslandsumzügen außerhalb der Europäischen Union unterschieden. Für die Höhe wird Bezug genommen auf das Grundgehalt der Stufe 8 der Besoldungsgruppe A 13. Da Beamte regelmäßig eine Lohnerhöhung bekommen, gibt es entsprechende Änderungen.

Der § 19 Auslandsumzugskostenverordnung regelt die Ausstattungspauschale. Der § 20 Auslandsumzugskostenverordnung regelt die Einrichtungspauschale. Es gibt sogar eine Pauschale für klimagerechte Kleidung (§ 21 Auslandsumzugskostenverordnung). Diese wird bei einem Klima gewährt, das vom mitteleuropäischen Klima erheblich abweicht. Die Auslagen für einen durch den Umzug bedingten zusätzlichen Unterricht der Kinder sind in § 22 Auslandsumzugskostenverordnung geregelt.

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