Lohnsteueranmeldung und Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum

Aktuelles

Das Vordruckmuster für die "Lohnsteuer-Anmeldung 2021" und die "Übersicht über die länderunterschiedlichen Werte in der Lohnsteuer-Anmeldung 2021" wurden am 20.08.2020 auf den Seiten des Bundesministerium der Finanzen bekanntgemacht.


Verlängerung der Erklärungsfrist für vierteljährliche und monatliche Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise
Auszug aus dem BMF-Schreiben vom 23.04.2020:

Arbeitgebern können die Fristen zur Abgabe monatlicher oder vierteljährlicher Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise im Einzelfall auf Antrag nach § 109 Absatz 1 AO verlängert werden, soweit sie selbst oder der mit der Lohnbuchhaltung und Lohnsteuer-Anmeldung Beauftragte nachweislich unverschuldet daran gehindert sind, die Lohnsteuer-Anmeldungen pünktlich zu übermitteln. Die Fristverlängerung darf maximal 2 Monate betragen.

Das Bundesministerium der Finanzen hat im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Regelungen erlassen, die für die von den Folgen der Corona-Krise betroffenen Steuerpflichtigen steuerliche Erleichterungen vorsehen (BMF-Schreiben vom 19.03.2020). Die Stundung von Lohnsteuer ist aber nicht möglich.
Der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, hat eine Stundungsregelung für die Lohnsteuer gefordert: "Dann könnten Arbeitgeber auch die Zahlung der Lohnsteuer verschieben bis wieder Geld in der Kasse ist" (Quelle: Handelsblatt vom 20.03.2020).


Erweiterung der Lohnsteueranmeldung ab 2021
Der Bundesrat hat am 29. November 2019 zahlreichen Änderungen im Steuerrecht zugestimmt, die der Bundestag am 7. November verabschiedet hatte (Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften - Jahressteuergesetz 2019). Das Gesetz enthält als Jahressteuergesetz 2019 viele Änderungen. Dazu gehört auch die Erweiterung der Lohnsteueranmeldung ab 2021. Die angemeldeten Lohnsteuerbeträge werden zukünftig getrennt nach den Kalenderjahren in denen der Arbeitslohn bezogen wird oder als bezogen gilt angegeben.
§ 41a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG wird wie folgt gefasst:

(1) Der Arbeitgeber hat spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums
  1. dem Finanzamt, in dessen Bezirk sich die Betriebsstätte (§ 41 Absatz 2) befindet (Betriebsstättenfinanzamt), eine Steuererklärung einzureichen, in der er die Summen der im Lohnsteueranmeldungszeitraum einzubehaltenden und zu übernehmenden Lohnsteuer, getrennt nach den Kalenderjahren in denen der Arbeitslohn bezogen wird oder als bezogen gilt, angibt (Lohnsteuer-Anmeldung),

In den Anwendungsvorschriften des § 52 EStG wird festgelegt, dass diese Änderung erstmals für Lohnzahlungszeiträume anzuwenden ist, die nach dem 31. Dezember 2020 enden.


Das Vordruckmuster für die "Lohnsteuer-Anmeldung 2020" und die "Übersicht über die länderunterschiedlichen Werte in der Lohnsteuer-Anmeldung 2020" wurden am 24.07.2019 auf den Seiten des Bundesministerium der Finanzen bekanntgemacht.


Das Vordruckmuster für die "Lohnsteuer-Anmeldung 2019" und die "Übersicht über die länderunterschiedlichen Werte in der Lohnsteuer-Anmeldung 2019" wurden am 24.08.2018 auf den Seiten des Bundesministerium der Finanzen bekanntgemacht.


Das Vordruckmuster für die "Lohnsteuer-Anmeldung 2018" und die "Übersicht über die länderunterschiedlichen Werte in der Lohnsteuer-Anmeldung 2018" wurden am 06.09.2017 auf den Seiten des Bundesministerium der Finanzen bekanntgemacht.
Das Formular für 2018 enthält Neuerungen, die durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz ausgelöst sind. Die Erstattung des neu eingeführten BAV-Förderbetrag erfolgt im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens bei der nächsten Lohnsteuer-Anmeldung.


Der Bundesrat hat in seiner 957. Sitzung am 12. Mai 2017 beschlossen, dem "Zweiten Bürokratieentlastungsgesetz" zuzustimmen.
Das Gesetzgebungsverfahren sollte ursprünglich 2017 abgeschlossen werden und das Gesetz zum 01.01.2017 in Kraft treten. Die Beratungen in Bundestag und Bundesrat verzögerten sich aber. Das Gesetz tritt zwar erst am Tag nach der Verkündung in Kraft. Einige Artikel treten aber mit Wirkung vom 1. Januar 2017 in Kraft. Dazu gehört auch die folgende Maßnahme.
Mit einer Änderung des § 41a Absatz 2 Satz 2 EStG wird die Grenze für die vierteljährliche Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen von 4.000 Euro auf 5.000 Euro angehoben. Das bedeutet zugleich, dass monatliche Lohnsteuer-Anmeldungen zukünftig erst bei mehr als 5.000 Euro abgegeben werden müssen.


Der Bundesrat hat dem Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften am 11.07.2014 zugestimmt (924. Sitzung des Bundesrates).
Im Artikel 3 befindet sich eine Änderung des § 41a Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes. Dabei wird der Grenzwert für die Abgabe einer jährlichen Anmeldung der Lohnsteuer ab dem 01.01.2015 von 1.000 € auf 1.080 € angehoben.
Diese Regelung soll Arbeitgeber von geringfügig entlohnten Beschäftigten entlasten. Liegen die Voraussetzungen für eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit 2% nicht vor, so kann die Lohnsteuer nach § 40a Abs. 2a EStG unter Verzicht auf den Abruf von elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen mit 20% pauschaliert werden, wenn der Monatslohn 450 € nicht übersteigt. Hat ein Arbeitgeber nur einen Beschäftigten, der so abgerechnet wird, kommt er über die alte Grenze von 1.000 € pro Jahr.
450 € * 20% = 90 € pro Monat
90 € * 12 Monate = 1.080 € pro Jahr
Damit ist ab 2015 für diese Kleinbetriebe nur noch eine Lohnsteuer-Anmeldung mit dem Jahresbetrag abzugeben (anstelle der vierteljährlichen Lohnsteuer-Anmeldungen).

Grundsätzliches

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die einbehaltene oder pauschalierte Lohnsteuer beim Finanzamt anzumelden und termingerecht abzuführen. Diese gesetzliche Verpflichtung gilt auch für die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag. Ab 01.01.2005 ist der Arbeitgeber im Grundsatz verpflichtet, die Lohnsteuer-Anmeldung elektronisch zu übermitteln (§ 41 a Abs. 1 EStG).

Wer erstmalig an dem elektronischen Verfahren teilnimmt, muss dies einmalig gegenüber dem Finanzamt erklären. Diese Erklärung ersetzt die eigenhändige Unterschrift auf der Anmeldung.

Die notwendige Software ist in jedem guten Lohnprogramm enthalten. Mit "Mein ELSTER" steht dafür auch ein plattformunabhängiges, personalisiertes und barrierefreies Produkt zur Verfügung.
ElsterFormular wird letztmalig im Jahr 2020 für Steuererklärungen und Anmeldungen des Jahres 2019 zur Verfügung gestellt. Sie können die Steuerdaten aus ElsterFormular zu Mein ELSTER oder zu anderer Software übernehmen.

Die Lohnsteueranmeldung, die Umsatzsteuervoranmeldung, der Antrag auf Dauerfristverlängerung, die Anmeldung der Sondervorauszahlung sowie die Zusammenfassende Meldung müssen ab dem 01.01.2013 authentifiziert mit elektronischem Zertifikat übermittelt werden. Für eine Übergangszeit bis zum 31.08.2013 wurden Abgaben ohne Authentifizierung weiterhin akzeptiert. Für die authentifizierte Übermittlung wird ein elektronisches Zertifikat benötigt, das Sie im Rahmen der Registrierung im ElsterOnline-Portal erhalten. Unabhängig von der für die Übermittlung ausgewählten Software ist die Registrierung am ElsterOnline-Portal zwingend notwendig.
Datenübermittler wie Lohnbüros oder Steuerberater müssen sich nur einmal registrieren. Mit einem Zertifikat können Übermittlungen für alle Mandanten in deren Auftrag ausgeführt werden.

In Härtefällen kann das zuständige Finanzamt auf Antrag weiterhin die Abgabe in Papierform zulassen. In diesem Fall ist die Lohnsteueranmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck abzugeben und vom Arbeitgeber oder von einer zu seiner Vertretung berechtigten Person zu unterschreiben.

Für jede lohnsteuerliche Betriebsstätte und für jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist eine einheitliche Lohnsteuer-Anmeldung einzureichen.

Der Arbeitgeber wird von der Verpflichtung zur Abgabe weiterer Lohnsteueranmeldung befreit, wenn er Arbeitnehmer, für die er Lohnsteuer einzubehalten oder zu übernehmen hat, nicht mehr beschäftigt und das dem Finanzamt mitteilt.

Lohnsteuer-Richtlinien
R 41a.1 Lohnsteuer-Anmeldung

(1) Der Arbeitgeber ist von der Verpflichtung befreit, eine weitere Lohnsteuer-Anmeldung einzureichen, wenn er dem Betriebsstättenfinanzamt mitteilt, dass er im Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum keine Lohnsteuer einzubehalten oder zu übernehmen hat, weil der Arbeitslohn nicht steuerbelastet ist. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber nur Arbeitnehmer beschäftigt, für die er lediglich die Pauschsteuer nach § 40a Abs. 2 EStG an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See entrichtet.
(2) Für jede Betriebsstätte (§ 41 Abs. 2 EStG) und für jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist eine einheitliche Lohnsteuer-Anmeldung einzureichen. Die Abgabe mehrerer Lohnsteuer-Anmeldungen für dieselbe Betriebsstätte und denselben Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum, etwa getrennt nach den verschiedenen Bereichen der Lohnabrechnung, z. B. gewerbliche Arbeitnehmer, Gehaltsempfänger, Pauschalierungen nach den §§ 37a, 37b, 40 bis 40b EStG, ist nicht zulässig.
....

Sowohl für die Anmeldung in Papierform als auch für die elektronische Lohnsteuer-Anmeldung ist der amtliche Vordruck zu verwenden. Auf der Seite des Bundesministerium der Finanzen finden Sie die jeweils aktuellen Dokumente zum herunterladen.

Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum

Nach § 41 a Abs. 1 EStG muss die Lohnsteuer-Anmeldung spätestens am zehnten Tag nach Ablauf des Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums eingehen. Ist der zehnte Tag kein Arbeitstag, so ist die Lohnsteuer-Anmeldung noch fristgerecht eingereicht, wenn sie am nächsten Arbeitstag eingeht.

Der Zeitraum, für den die Lohnsteuer beim Finanzamt angemeldet und abgeführt werden muss, ist abhängig von der Höhe der im Vorjahr angemeldeten Lohnsteuer. Die Grenzen haben sich mehrfach geändert.

§ 41 a Abs. 2 EStG Bis zum Jahr 2008 Ab dem Jahr 2009 bis 2014 Ab dem Jahr 2015 Ab dem Jahr 2017
Anmelde­zeitraum ist das Kalenderjahr wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 800 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 1.000 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 1.080 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 1.080 € betragen hat.
Anmelde­zeitraum ist das Vierteljahr wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 3.000 €, aber mehr als 800 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 4.000 €, aber mehr als 1.000 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 4.000 €, aber mehr als 1.080 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr nicht mehr als 5.000 €, aber mehr als 1.080 € betragen hat.
Anmelde­zeitraum ist der Monat wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr mehr als 3.000 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr mehr als 4.000 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr mehr als 4.000 € betragen hat. wenn die abzuführende Lohnsteuer des Vorjahr mehr als 5.000 € betragen hat.

Vordruckmuster

Muster der Lohnsteuer-Anmeldung 2019

Muster der Lohnsteuer-Anmeldung 2020

Muster der Lohnsteuer-Anmeldung 2021

 
Ab 2018 bAV-Förderbetrag abziehen
Arbeitgeber dürfen vom Gesamtbetrag der einzubehaltenden Lohnsteuer für jeden Arbeitnehmer mit einem ersten Dienstverhältnis einen Teilbetrag des Arbeitgeberbeitrags zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung (BAV-Förderbetrag) entnehmen und gesondert absetzen (§ 100 EStG). Dieser Betrag ist in Zeile 23 einzutragen. Zusätzlich ist die Zahl der Arbeitnehmer mit BAV-Förderbetrag in Zeile 16 einzutragen. Werden die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung an den Arbeitgeber zurückgezahlt, ist der auf den Rückzahlungsbetrag entfallende BAV-Förderbetrag zurückzuzahlen. Ist der zurückzuzahlende BAV-Förderbetrag höher als der im Lohnzahlungszeitraum der Rückzahlung von der Lohnsteuer abzusetzende BAV-Förderbetrag, ist der "negative BAV-Förderbetrag" durch ein vorangestelltes Minuszeichen zu kennzeichnen.

Der Termin für die Abführung deckt sich mit dem Termin der Anmeldung. Die 5-tägige Abgabeschonfrist ist schon ab 01.01.2004 entfallen. Die Zahlungs-Schonfrist (Banküberweisung) beträgt nur noch 3 Tage. Fällt der dritte Tag nicht auf einen Arbeitstag, sondern auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, so ist der nächstfolgende Werktag maßgebend. Die Zahlungs-Schonfrist gilt nicht für Bar- und Scheckzahler.

§ 224 Abs. 2 Abgabenordnung:

Eine wirksam geleistete Zahlung gilt als entrichtet:
  1. bei Übergabe oder Übersendung von Zahlungsmitteln am Tag des Eingangs, bei Hingabe oder Übersendung von Schecks jedoch drei Tage nach dem Tag des Eingangs,
  2. bei Überweisung oder Einzahlung auf ein Konto der Finanzbehörde und bei Einzahlung mit Zahlschein
    an dem Tag, an dem der Betrag der Finanzbehörde gutgeschrieben wird,
  3. bei Vorliegen einer Einzugsermächtigung am Fälligkeitstag

§ 240 Abs. 3 Abgabenordnung:

Ein Säumniszuschlag wird bei einer Säumnis bis zu drei Tagen nicht erhoben. Dies gilt nicht bei Zahlung nach § 224 Abs. 2 Nr. 1.

Bei einem monatlichen Anmeldezeitraum ergeben sich folgende Termine:

Lohnsteuer-Anmeldungs­zeitraum Ablauf der gesetzlichen Abgabefrist Ablauf der Zahlungs­schonfrist bei Bank­überweisung
Oktober 2020 10.11.2020 13.11.2020
November 2020 10.12.2020 14.12.2020
Dezember 2020 11.01.2021 14.01.2021
 
Januar 2021 10.02.2021 15.02.2021
Februar 2021 10.03.2021 15.03.2021
März 2021 12.04.2021 15.04.2021
April 2021 10.05.2021 14.05.2021
Mai 2021 10.06.2021 14.06.2021
Juni 2021 12.07.2021 15.07.2021
Juli 2021 10.08.2021 13.08.2021
August 2021 10.09.2021 13.09.2021
September 2021 11.10.2021 14.10.2021
Oktober 2021 10.11.2021 15.11.2021
November 2021 10.12.2021 13.12.2021
Dezember 2021 10.01.2022 13.01.2022

Bei einem vierteljährlichen Anmeldezeitraum gelten die fett hervorgehobenen Termine.

Nach § 38 Abs. 2 EStG entsteht die Lohnsteuerschuld in dem Zeitpunkt, in dem der Arbeitslohn dem Arbeitnehmer zufließt. Das ist der Zeitpunkt der Auszahlung des Arbeitslohns. Es gilt also das Zuflussprinzip bei der Lohnsteuer. Der § 38 Abs. 3 EStG sagt weiterhin: "Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer für Rechnung des Arbeitnehmers bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten." Zahlt der Arbeitgeber für einen Monat im gleichen Monat den Lohn aus (z. B. für den Monat Juni wird am 30. Juni der Lohn ausgezahlt), so ist die Lohnsteuer bis 10. des Folgemonat (für unser Beispiel bis zum 10. Juli) anzumelden und abzuführen. Zahlt der Arbeitgeber für einen Monat im Folgemonat den Lohn aus (z. B. für den Monat Juni wird am 05. Juli der Lohn ausgezahlt), so ist die Lohnsteuer bis 10. des Folgemonat der Zahlung (für unser Beispiel bis zum 10. August) anzumelden und abzuführen. Das würde also einen Monat Aufschub bedeuten, was eine organisatorische Entkrampfung wie bei der Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuer nach sich zieht.

Nach § 152 Abgabenordnung kann gegen denjenigen, der seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden. Der Verspätungszuschlag darf 10 Prozent der Lohnsteuer nicht übersteigen und höchstens 25.000 Euro betragen.

Die Regelungen zur Kirchensteuer sind nicht einheitlich für das gesamte Bundesgebiet. Damit ergeben sich auch für die Eintragungen auf der Lohnsteueranmeldung bestimmte länderunterschiedliche Werte.

Säumniszuschläge - § 240 Abgabenordnung - Keine verfassungsrechtlichen Bedenken

§ 240 Abs. 1 Abgabenordnung:

Wird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages entrichtet, so ist für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags zu entrichten; abzurunden ist auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag. Das Gleiche gilt für zurückzuzahlende Steuervergütungen und Haftungsschulden, soweit sich die Haftung auf Steuern und zurückzuzahlende Steuervergütungen erstreckt. Die Säumnis nach Satz 1 tritt nicht ein, bevor die Steuer festgesetzt oder angemeldet worden ist. Wird die Festsetzung einer Steuer oder Steuervergütung aufgehoben, geändert oder nach § 129 berichtigt, so bleiben die bis dahin verwirkten Säumniszuschläge unberührt; das Gleiche gilt, wenn ein Haftungsbescheid zurückgenommen, widerrufen oder nach § 129 berichtigt wird. Erlischt der Anspruch durch Aufrechnung, bleiben Säumniszuschläge unberührt, die bis zur Fälligkeit der Schuld des Aufrechnenden entstanden sind.

In einem Beschluss des Finanzgericht Münster vom 29.05.2020 (12 V 901/20 AO) ging es insbesondere um die Höhe der vom Antragsgegner in Ansatz gebrachten Säumniszuschläge.
Zur Begründung führt der Antragsteller aus, dass die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs Rückschlüsse darauf zuließe, dass die Erhebung von Säumniszuschlägen in Höhe von 1% verfassungswidrig hoch sei. Die Säumniszuschläge wiesen einen Druck- und einen Zinscharakter auf.

Bei der angeführten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs geht es aber um die in § 238 Abs. 1 Satz 1 AO geregelte Höhe von Nachzahlungszinsen von 0,5 Prozent für jeden vollen Monat. Gegen diese Nachzahlungszinsen äußerte der Bundesfinanzhof schwerwiegende verfassungsrechtliche Zweifel (Beschluss vom 25. April 2018, IX B 21/18 und Beschluss vom 03. September 2018, VIII B 15/18).

Bei den Säumniszuschlägen nach § 240 Abs. 1 Satz 1 AO geht es aber um ein Druckmittel zur pünktlichen Entrichtung der Steuerschuld. Säumniszuschläge sind nach Ansicht des Gerichts weder Zinsen noch Strafen, sondern ein Mittel, den Steuerpflichtigen zur pünktlichen Zahlung anzuhalten. Durch Säumniszuschläge werden schließlich auch die Verwaltungsaufwendungen abgegolten.
Auszug aus dem Beschluss des Finanzgericht Münster (12 V 901/20 AO):

Die Erhebung von Säumniszuschlägen in der vom Antragsgegner im Abrechnungsbescheid vom 10.03.2020 angesetzten Höhe auf der Grundlage von § 240 AO ist daher - weiterhin - auch unter Berücksichtigung der derzeit bestehenden Zweifel an der Verfassungsgemäßheit des in § 238 AO angesetzten Zinssatzes - verfassungsgemäß.

Berichtigung von Lohnsteueranmeldungen

Wenn der Arbeitgeber feststellt, dass eine bereits eingereichte Lohnsteueranmeldung fehlerhaft oder unvollständig ist, so ist für den betreffenden Anmeldungszeitraum eine berichtigte Lohnsteueranmeldung zu übermitteln oder einzureichen. Dabei sind Eintragungen auch in den Zeilen vorzunehmen, in denen sich keine Änderung ergeben hat. Es ist nicht zulässig, nur Einzel- oder Differenzbeträge nachzumelden. Für die Berichtigung mehrerer Anmeldungszeiträume sind jeweils gesonderte berichtigte Lohnsteueranmeldungen einzureichen. Der Berichtigungsgrund ist dem Finanzamt gesondert mitzuteilen.


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