Das Lohnsteuerabzugsverfahren - Zahlen zur Lohnsteuer

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Aktuelles

Der Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Familienentlastungsgesetz - FamEntlastG) stand auf der Tagesordnung der 970. Sitzung des Bundesrates am 21.09.2018. Es gab eine Stellungnahme des Bundesrates. Die Stellungnahme des Bundesrates wird nun der Bundesregierung zugeleitet, die eine Gegenäußerung dazu verfasst. Anschließend legt sie alle Dokumente dem Bundestag zur Entscheidung vor. Das Gesetzgebungsverfahren geht damit weiter.
Um Familien zu entlasten, wird das Kindergeld pro Kind ab 01.07.2019 um 10 Euro pro Monat erhöht.
Zudem steigt der steuerliche Kinderfreibetrag für 2019 und 2020.
Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der kalten Progression werden außerdem der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die Veranlagungszeiträume 2019 und 2020 nach rechts verschoben.
Geplante Änderungen:

Jahr 2019 2020
Grundfreibetrag (Ledige) 9.168 € 9.408 €
Grundfreibetrag (gemeinsame Veranlagung) 18.336 € 18.816 €
halber Kinderfreibetrag 2.490 € 2.586 €
ganzer Kinderfreibetrag 4.980 € 5.172 €

Zum Kinderfreibetrag kommt noch der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf hinzu. Dieser ändert sich 2019 nicht. Seit 2010 beträgt er 2.640 €. Damit ergeben sich bei einem ganzen Freibetrag für 2019 insgesamt 7.620 € (4.980 € + 2.640 €) und für 2020 insgesamt 7.812 € (5.172 € + 2.640 €).

Der Ausgleich der "kalten Progression" erfolgt durch eine Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte in 2019 um die voraussichtliche Inflationsrate des Jahres 2018 (1,84 %) und in 2020 um die voraussichtliche Inflationsrate des Jahres 2019 (1,95 %) nach rechts (Einkommensteuertarif 2019 und 2020).

Grundsätzliches

Da die Lohnsteuer keine eigene Steuerart ist, sondern nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer (§ 38 EStG) für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, ist das Einkommensteuergesetz (EStG) die Rechtsgrundlage für die Lohnsteuer.

Das zu versteuernde Einkommen bildet die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer. Die Steuerschuld wird dabei durch den Einkommensteuertarif (§ 32a EStG) festgelegt. Durch diesen Tarif wird jeder Höhe des zu versteuernden Einkommens ein Steuerbetrag zugeordnet. Damit ist der Steuertarif das Kernstück des Einkommensteuergesetzes.

Zur Erleichterung des Lohnsteuerabzugs wurden 6 Lohnsteuerklassen geschaffen, in die die unterschiedlichen Tarife der Grund- und Splittingtabelle sowie verschiedene Frei- und Pauschbeträge eingearbeitet sind. Unterschiede zwischen Lohnsteuertarif und Einkommensteuertarif bestehen also lediglich in der Berücksichtigung der dem Arbeitnehmer zustehenden Freibeträge.

Es gibt eine Nullzone (festgelegt durch den Grundfreibetrag = steuerliches Existenzminimum) in der keine Steuer anfällt, daran anschließend eine Progressionszone (das zu versteuernde Einkommen wird mit steigenden Grenzsteuersätzen belastet) und ab einem bestimmten Einkommen die Linearzone/Proportionalzone (ab diesem Einkommen wird mit dem Spitzensteuersatz besteuert).
Hier finden sie eine EXCEL-Aufgabe zum Einkommensteuertarif. Darin werden die Besonderheiten der Berechnung erläutert.

Jahr Grundfreibetrag für Ledige Grundfreibetrag für Verheiratete (bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommensteuer) Eingangssteuersatz Spitzensteuersatz
2002 und 2003 7.235 € 14.470 € 19,9% 48,5%
2004 7.664 € 15.328 € 16,0% 45,0%
2005 und 2006 7.664 € 15.328 € 15,0% 42,0%
2007 und 2008 7.664 € 15.328 € 15,0% 42%/45,0%
2009 7.834 € 15.668 € 14,0% 42%/45,0%
2010 bis 2012 8.004 € 16.008 € 14,0% 42%/45,0%
2013 8.130 € 16.260 € 14,0% 42%/45,0%
2014 8.354 € 16.708 € 14,0% 42%/45,0%
2015
Entlastung wurde zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 berücksichtigt.
8.472 € 16.944 € 14,0% 42%/45,0%
2016 8.652 € 17.304 € 14,0% 42%/45,0%
2017 8.820 € 17.640 € 14,0% 42%/45,0%
2018 9.000 € 18.000 € 14,0% 42%/45,0%
2019 (geplant) 9.168 € 18.336 € 14,0% 42%/45,0%
2020 (geplant) 9.408 € 18.816 € 14,0% 42%/45,0%

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Kalte Progression ist die Bezeichnung für eine Steuermehrbelastung. Diese tritt dann ein, wenn Lohnsteigerungen lediglich zu einem Inflationsausgleich führen und gleichzeitig die Einkommensteuersätze nicht der Inflationsrate angepasst werden. Da der Einkommenstarif progressiv steigt, wird für jeden über dem Grundfreibetrag verdienten Euro ein höherer Steuersatz fällig.

Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll. Wie stark ein Einkommen mit Einkommensteuer belastet wird, hängt vom jeweiligen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz ab. Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zusätzliches Einkommen besteuert wird. Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhältnis zwischen Steuerbetrag und Bemessungsgrundlage (zu versteuerndes Einkommen) an.

Einkommensteuertarif für 2019 und 2020 (geplant)
Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif wird ab 2019 der Effekt der kalten Progression abgemildert.

Zone 2019 2020
Einkommensspanne Formel Einkommensspanne Formel
Nullzone (Grundfreibetrag) 0 - 9.168 € 0 0 - 9.408 € 0
Untere Progressionszone 9.169 € - 14.254 € (980,14 * y + 1.400) * y 9.409 € - 14.532 € (972,87 * y + 1.400) * y
Obere Progressionszone 14.255 € - 55.960 € (216,16 * z + 2.397) * z + 965,58 14.533 € - 57.051 € (212,02 * z + 2.397) * z + 972,79
1. Proportionalzone 55.961 € - 265.326 € 0,42 * x - 8.780,9 57.052 € - 270.500 € 0,42 * x - 8.963,74
2. Proportionalzone (Reichensteuer) 265.327 € und mehr 0,45 * x - 16.740,68 270.501 € und mehr 0,45 * x - 17.078,74

y ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
z ist ein Zehntausendstel des 14.254 Euro (2020: 14.532 Euro) übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
x ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen.
Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

Einkommensteuertarif für 2017 und 2018
Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif wird ab 2017 der Effekt der kalten Progression abgemildert.

Zone 2017 2018
Einkommensspanne Formel Einkommensspanne Formel
Nullzone (Grundfreibetrag) 0 - 8.820 € 0 0 - 9.000 € 0
Untere Progressionszone 8.821 € - 13.769 € (1.007,27 * y + 1.400) * y 9.001 € - 13.996 € (997,8 * y + 1.400) * y
Obere Progressionszone 13.770 € - 54.057 € (223,76 * z + 2.397) * z + 939,57 13.997 € - 54.949 € (220,13 * z + 2 397) * z + 948,49
1. Proportionalzone 54.058 € - 256.303 € 0,42 * x - 8.475,44 54.950 € - 260.532 € 0,42 * x - 8.621,75
2. Proportionalzone (Reichensteuer) 256.304 € und mehr 0,45 * x - 16.164,53 260.533 € und mehr 0,45 * x - 16.437,7

y ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
z ist ein Zehntausendstel des 13.769 Euro (2018: 13.996 Euro) übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
x ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen.
Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.
EXCEL-Aufgabe zum Einkommensteuertarif

Einkommensteuertarif für 2016
Einkommensteuertarif für 2015
Einkommensteuertarif für 2014
Einkommensteuertarif für 2013
Einkommensteuertarif für 2010 bis 2012

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Höhe der Lohnsteuer

Nach § 38a EStG wird die Jahreslohnsteuer nach dem Jahresarbeitslohn so bemessen, dass sie der Einkommensteuer entspricht, die der Arbeitnehmer schuldet, wenn er ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt. Dabei wird vom laufenden Arbeitslohn die Lohnsteuer jeweils mit dem auf den Lohnzahlungszeitraum fallenden Teilbetrag der Jahreslohnsteuer erhoben, die sich bei Umrechnung des laufenden Arbeitslohns auf einen Jahresarbeitslohn ergibt.

Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse wurde früher auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragen. Nach Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ist die Lohnsteuerklasse elektronisch abrufbar. Die ELStAM mussten spätestens für den letzten im Kalenderjahr 2013 endenden Lohnzahlungszeitraum abgerufen und angewendet werden. Ein Abruf mit Wirkung ab 2014 war verspätet.

In einer gedruckten Lohnsteuertabelle (im Handel erhältlich) ist für jede Lohnsteuerklasse und Lohnstufe die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer ausgewiesen.

Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigender Freibetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle vom steuerpflichtigen Arbeitslohn abgezogen. Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren bescheinigter Hinzurechnungsbetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle zum steuerpflichtigen Arbeitslohn dazugerechnet.

Bei der Anwendung einer Lohnsteuertabelle kann es im Vergleich mit einem Lohnprogramm zu Differenzen kommen. Die Erläuterung zu diesem Sachverhalt finden sie auf der Seite Lohnsteuerabzug für laufenden Arbeitslohn.

Wenn zwei Arbeitnehmer das gleiche Bruttoentgelt bekommen, identische Lohnsteuerabzugsmerkmale haben, jedoch bei verschiedenen Krankenkassen versichert sind, kann es zu unterschiedlichen Steuerabzügen kommen. Das passiert immer dann, wenn die einzelnen Krankenkassen unterschiedliche Zusatzbeitragssätze haben. Bei der Berechnung der Vorsorgepauschale im Lohnsteuerverfahren ist seit Januar 2015 der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz zu berücksichtigen (§ 39b Abs. 2 EStG). Ein höherer Zusatzbeitrag erhöht die Vorsorgepauschale und verringert damit den Lohnsteuerabzug.

Für die Berechnung der Lohnsteuer gibt es zwei verschiedene Lohnsteuertabellen:

  • die Allgemeine Lohnsteuertabelle mit der ungekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und
  • die Besondere Lohnsteuertabelle mit der gekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungsfreie Arbeitnehmer.

Die Besondere Lohnsteuertabelle weist wegen der gekürzten Vorsorgepauschale eine höhere Lohnsteuer aus.

Allgemeine Lohnsteuertabelle Besondere Lohnsteuertabelle
Gilt für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind. Gilt für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht versicherungspflichtig sind und denen daher eine geringere Vorsorgepauschale zusteht. Wegen der gekürzten Vorsorgepauschale wird eine höhere Lohnsteuer ausgewiesen.
In der Praxis der Lohnabrechnung am häufigsten gebraucht. Hauptanwendungsgebiet liegt außerhalb der freien Wirtschaft (Beamte, Richter, Berufssoldaten, ...).
  In der freien Wirtschaft gibt es z. B. folgende Fälle zur Anwendung:
  • weiterarbeitende Altersrentner (beachte Änderungen zur Rentenversicherung ab 2017)
    Bei einem Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit sind Arbeitnehmeranteile zur Rentenversicherung zu entrichten und der Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Rentenversicherung ist zu berücksichtigen.
  • weiterarbeitende Beamtenpensionäre

Wenn die Löhne mit einem Programm abgerechnet werden, wird die Lohnsteuer direkt aus der Formel im Einkommensteuertarif berechnet.

Für jede Lohnsteuerklasse gelten unterschiedlich hohe Freibeträge.

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Allgemeine Lohnsteuertabelle (sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

Für 2018 gilt in der allgemeinen Lohnsteuertabelle folgendes:

Steuerklasse I II III IV V VI
Grundfreibetrag 9.000,00 € 9.000,00 € 18.001,00 € 9.000,00 € --- ---
Arbeitnehmer-
pauschbetrag
1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € ---
Sonderausgaben-
pauschbetrag
36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € ---
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende --- 1.908,00 € --- --- --- ---
Vorsorgepauschale abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Jahresarbeitslohn 12.353,99 € 14.700,99 € 23.433,99 € 12.353,99 € 1.284,99 € 9,99 €
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Monatsarbeitslohn 1.029,49 € 1.225,08 € 1.952,83 € 1.029,49 € 107,08 € 0,83 €

Beim Lohnsteuerabzug wird in der Steuerklasse II immer der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein Kind (1.908 €) berücksichtigt, auch wenn beim Arbeitnehmer mehrere berücksichtigungsfähige Kinder vorhanden sind. Ein Arbeitnehmer, dem für weitere in seinem Haushalt lebende Kinder ein Erhöhungsbetrag beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht, kann bei seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt die Bildung eines Freibetrags beantragen. Die Antragsgrenze für Ermäßigungsanträge von 600 € gilt für den Erhöhungsbetrag nicht.
Das Finanzamt bildet dann den Freibetrag als ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) in Höhe von jeweils 240 € für das zweite und jedes weitere zu berücksichtigende Kind. Auf Antrag des Arbeitnehmers gilt dieser Freibetrag dann längstens für einen Zeitraum von zwei Jahren und muss danach wieder beim örtlich zuständigen Wohnsitzfinanzamt neu beantragt werden.
Bei zwei Kindern würde der Entlastungsbetrag damit 2.148 € und bei drei Kindern 2.388 € betragen.

Der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 € wird ab 2010 auch bei der Steuerklasse 5 gewährt. Bei der Steuerklasse 3 erfolgt die Gewährung damit ab 2010 nur noch einfach (2009: 72 €).

Die Vorsorgepauschale wird ab 2010 auch bei den Steuerklassen 5 und 6 gewährt. Bemessungsgrundlage für die Vorsorgepauschale ist der Arbeitslohn. Die Vorsorgepauschale setzt sich aus Teilbeträgen für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zusammen.
Bei der Steuererklärung wird aber nicht die Vorsorgepauschale berücksichtigt, sondern es werden die tatsächlich gezahlten Beiträge angesetzt. Sind die tatsächlich gezahlten Beiträge niedriger als die Vorsorgepauschale, so wurde zu wenig Lohnsteuer einbehalten und es kommt zu einer Nachzahlung von Lohnsteuer.
Wegen dieser Änderungen kann es bei Arbeitnehmer-Ehepaaren mit der Steuerklassenkombination III/V und bei Geringverdienern in der Steuerklasse V und VI unter Umständen zur Festsetzung von Steuervorauszahlungen kommen.
Informationen zur Vorsorgepauschale

Mit dem interaktiven Abgabenrechner zur Berechnung der Lohnsteuer (Service des Bundesministeriums der Finanzen) können Sie die in der Tabelle angegebenen Jahres- bzw. Monatslöhne, bis zu denen keine Lohnsteuer anfällt, überprüfen.

Besondere Lohnsteuertabelle (nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

Für 2018 gilt in der besonderen Lohnsteuertabelle folgendes:

Steuerklasse I II III IV V VI
Grundfreibetrag 9.000,00 € 9.000,00 € 18.001,00 € 9.000,00 € --- ---
Arbeitnehmer-
pauschbetrag
1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € ---
Sonderausgaben-
pauschbetrag
36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € ---
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende --- 1.908,00 € --- --- --- ---
Vorsorgepauschale abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Jahresarbeitslohn 11.413,99 € 13.581,99 € 21.649,99 € 11.413,99 € 1.186,99 € 9,99 €
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Monatsarbeitslohn 951,16 € 1.131,83 € 1.804,16 € 951,16 € 98,91 € 0,83 €

In der allgemeinen Lohnsteuertabelle wird erst ab einem höheren Arbeitslohn Lohnsteuer erhoben. Der Grund für die Differenz liegt in der geringeren Vorsorgepauschale für die besondere Lohnsteuertabelle. Es fehlt dort der Teilbetrag für die gesetzliche Rentenversicherung.

Seit 1996 wirken sich dafür die Kinderfreibeträge nicht mehr auf die Höhe der Lohnsteuer aus. Bei der Ermittlung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlag werden die Kinderfreibeträge jedoch weiterhin berücksichtigt (auf den Seiten Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag finden sie eine Übersicht zu Kinderfreibeträgen).

Die endgültige Steuerschuld wird erst durch eine Einkommensteuerveranlagung festgestellt. Durch die Wahl von Lohnsteuerklassen (III/V oder IV/IV) lassen sich daher nur zeitweise aber keine endgültigen Steuervorteile erreichen. Die einbehaltene Lohnsteuer wird auf die Einkommensteuer angerechnet. Wurde mehr Lohnsteuer einbehalten als Einkommensteuer festgesetzt wird, ergibt sich eine Erstattung. Ist die festgesetzte Einkommensteuer höher als die einbehaltene Lohnsteuer, wird eine Nachzahlung fällig.

Werte der Lohnsteuertabellen 2012.
Werte der Lohnsteuertabellen 2013.
Werte der Lohnsteuertabellen 2014.
Werte der Lohnsteuertabellen 2015.
Werte der Lohnsteuertabellen 2016.
Werte der Lohnsteuertabellen 2017.

Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen des Lohnsteuer-Verfahrens.

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