Das Lohnsteuerabzugsverfahren - Zahlen zur Lohnsteuer

Aktuelles

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wird die begrenzte Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende entfristet und gilt damit dauerhaft (vorher befristet auf die Jahre 2020 und 2021).
Das Gesetz wurde am 28.12.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.


Zweites Familienentlastungsgesetz
Am 27. November 2020 hat der Bundesrat dem vom Bundestag auf Initiative der Bundesregierung beschlossenen Zweiten Familienentlastungsgesetz zugestimmt. Das Gesetz wurde am 07.12.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann damit am 01.01.2021 in Kraft treten.
Das Kindergeld steigt zum 1. Januar 2021 um 15 Euro.
Zudem steigt der steuerliche Kinderfreibetrag und der Betreuungsfreibetrag ab 2021.
Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der kalten Progression werden außerdem der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die Veranlagungszeiträume 2021 und 2022 nach rechts verschoben.
Der steuerliche Grundfreibetrag von derzeit 9.408 Euro sollte nach dem Regierungsentwurf auf 9.696 Euro angehoben werden. Aufgrund des inzwischen vorliegenden Existenzminimumberichts hob der Bundestag den Betrag für 2021 um 48 Euro auf 9.744 Euro an. 2022 steigt der Grundfreibetrag wie geplant weiter auf 9.984 Euro.
Änderungen gibt es bei der Rechtsverschiebung des Einkommensteuertarifs zum Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese Rechtsverschiebung beträgt im kommenden Jahr 1,52 Prozent, damit inflationsbedingte Einkommenssteigerungen nicht zu einer höheren individuellen Besteuerung führen. Sie sollte im Jahr 2022 1,52 Prozent betragen. Aufgrund der Daten des neuen vierten Steuerprogressionsberichts der Bundesregierung wurde die Rechtsverschiebung im Jahr 2022 auf 1,17 Prozent reduziert (Quelle: Textarchiv Deutscher Bundestag).

Jahr 2021 2022
Grundfreibetrag (Ledige) 9.744 € 9.984 €
Grundfreibetrag (gemeinsame Veranlagung) 19.488 € 19.968 €
halber Kinderfreibetrag 2.730 € 2.730 €
ganzer Kinderfreibetrag 5.460 € 5.460 €
Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf für jeden Elternteil 1.464 € 1.464 €
Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf pro Kind 2.928 € 2.928 €

Der Kinderfreibetrag steigt ab dem Veranlagungszeitraum 2021 für jeden Elternteil von 2.586 auf 2.730 Euro. Der Betreuungsfreibetrag steigt für jeden Elternteil von 1.320 auf 1.464 Euro. Für 2021 ergibt sich damit insgesamt ein Freibetrag für jedes berücksichtigungsfähige Kind von 8.388 Euro (2 * 2.730 + 2 * 1.464).

Der Ausgleich der "kalten Progression" erfolgt durch eine Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte in 2021 um die voraussichtliche Inflationsrate des Jahres 2020 und in 2022 um die voraussichtliche Inflationsrate des Jahres 2021 nach rechts (Einkommensteuertarif für 2021 und 2022).


Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2021 veröffentlicht (09.11.2020)
Die Programmablaufpläne berücksichtigen die für 2021 beschlossene Rückführung des Solidaritätszuschlags und die für 2021 vorgesehenen Anpassungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht.


Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf die Jahre 2020 und 2021 von derzeit 1.908 Euro auf 4.008 Euro angehoben (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz).

Grundsätzliches

Da die Lohnsteuer keine eigene Steuerart ist, sondern nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer (§ 38 EStG) für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, ist das Einkommensteuergesetz (EStG) die Rechtsgrundlage für die Lohnsteuer.

Das zu versteuernde Einkommen bildet die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer. Die Steuerschuld wird dabei durch den Einkommensteuertarif (§ 32a EStG) festgelegt. Durch diesen Tarif wird jeder Höhe des zu versteuernden Einkommens ein Steuerbetrag zugeordnet. Damit ist der Steuertarif das Kernstück des Einkommensteuergesetzes.

Zur Erleichterung des Lohnsteuerabzugs wurden 6 Lohnsteuerklassen geschaffen, in die die unterschiedlichen Tarife der Grund- und Splittingtabelle sowie verschiedene Frei- und Pauschbeträge eingearbeitet sind. Unterschiede zwischen Lohnsteuertarif und Einkommensteuertarif bestehen also lediglich in der Berücksichtigung der dem Arbeitnehmer zustehenden Freibeträge.

Es gibt eine Nullzone (festgelegt durch den Grundfreibetrag = steuerliches Existenzminimum) in der keine Steuer anfällt, daran anschließend eine Progressionszone (das zu versteuernde Einkommen wird mit steigenden Grenzsteuersätzen belastet) und ab einem bestimmten Einkommen die Linearzone/Proportionalzone (ab diesem Einkommen wird mit dem Spitzensteuersatz besteuert).
Hier finden sie eine EXCEL-Aufgabe zum Einkommensteuertarif. Darin werden die Besonderheiten der Berechnung erläutert.

Jahr Grund­freibetrag für Ledige Grund­freibetrag für Verheiratete (bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommen­steuer) Eingangs­steuersatz Spitzen­steuersatz
2002 und 2003 7.235 € 14.470 € 19,9% 48,5%
2004 7.664 € 15.328 € 16,0% 45,0%
2005 und 2006 7.664 € 15.328 € 15,0% 42,0%
2007 und 2008 7.664 € 15.328 € 15,0% 42%/45,0%
2009 7.834 € 15.668 € 14,0% 42%/45,0%
2010 bis 2012 8.004 € 16.008 € 14,0% 42%/45,0%
2013 8.130 € 16.260 € 14,0% 42%/45,0%
2014 8.354 € 16.708 € 14,0% 42%/45,0%
2015
Entlastung wurde zusammen­gefasst bei der Lohn­abrechnung für Dezember 2015 berück­sichtigt.
8.472 € 16.944 € 14,0% 42%/45,0%
2016 8.652 € 17.304 € 14,0% 42%/45,0%
2017 8.820 € 17.640 € 14,0% 42%/45,0%
2018 9.000 € 18.000 € 14,0% 42%/45,0%
2019 9.168 € 18.336 € 14,0% 42%/45,0%
2020 9.408 € 18.816 € 14,0% 42%/45,0%
2021 9.744 € 19.488 € 14,0% 42%/45,0%
2022 9.984 € 19.968 € 14,0% 42%/45,0%

Kalte Progression ist die Bezeichnung für eine Steuermehrbelastung. Diese tritt dann ein, wenn Lohnsteigerungen lediglich zu einem Inflationsausgleich führen und gleichzeitig die Einkommensteuersätze nicht der Inflationsrate angepasst werden. Da der Einkommenstarif progressiv steigt, wird für jeden über dem Grundfreibetrag verdienten Euro ein höherer Steuersatz fällig.

Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll. Wie stark ein Einkommen mit Einkommensteuer belastet wird, hängt vom jeweiligen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz ab. Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zusätzliches Einkommen besteuert wird. Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhältnis zwischen Steuerbetrag und Bemessungsgrundlage (zu versteuerndes Einkommen) an.

Einkommensteuertarif für 2021 und 2022
Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif wird ab 2021 der Effekt der kalten Progression abgemildert.

Zone 2021 2022
Einkommens­spanne Formel Einkommens­spanne Formel
Nullzone (Grund­freibetrag) 0 - 9.744 € 0 0 - 9.984 € 0
Untere Progressions­zone 9.745 € - 14.753 € (995,21 * y + 1.400) * y 9.985 € - 14.926 € (1.008,70 * y + 1.400) * y
Obere Progressions­zone 14.754 € - 57.918 € (208,85 * z + 2.397) * z + 950,96 14.927 € - 58.596 € (206,43 * z + 2.397) * z + 938,24
1. Proportional­zone 57.919 € - 274.612 € 0,42 * x - 9.136,63 58.597 € - 277.825 € 0,42 * x - 9.267,53
2. Proportional­zone (Reichen­steuer) 274.613 € und mehr 0,45 * x - 17.374,99 277.826 € und mehr 0,45 * x - 17.602,28

y ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
z ist ein Zehntausendstel des 14.753 Euro (2022: 14.926 Euro) übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
x ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen.
Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

 

Einkommensteuertarif für 2019 und 2020
Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif wird ab 2019 der Effekt der kalten Progression abgemildert.

Zone 2019 2020
Einkommens­spanne Formel Einkommens­spanne Formel
Nullzone (Grund­freibetrag) 0 - 9.168 € 0 0 - 9.408 € 0
Untere Progressions­zone 9.169 € - 14.254 € (980,14 * y + 1.400) * y 9.409 € - 14.532 € (972,87 * y + 1.400) * y
Obere Progressions­zone 14.255 € - 55.960 € (216,16 * z + 2.397) * z + 965,58 14.533 € - 57.051 € (212,02 * z + 2.397) * z + 972,79
1. Proportional­zone 55.961 € - 265.326 € 0,42 * x - 8.780,9 57.052 € - 270.500 € 0,42 * x - 8.963,74
2. Proportional­zone (Reichen­steuer) 265.327 € und mehr 0,45 * x - 16.740,68 270.501 € und mehr 0,45 * x - 17.078,74

y ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
z ist ein Zehntausendstel des 14.254 Euro (2020: 14.532 Euro) übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.
x ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen.
Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

Hier finden Sie den Einkommensteuertarif für folgende Jahre: 2010 bis 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018

EXCEL-Aufgabe zum Einkommensteuertarif

Höhe der Lohnsteuer

Nach § 38a EStG wird die Jahreslohnsteuer nach dem Jahresarbeitslohn so bemessen, dass sie der Einkommensteuer entspricht, die der Arbeitnehmer schuldet, wenn er ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt. Dabei wird vom laufenden Arbeitslohn die Lohnsteuer jeweils mit dem auf den Lohnzahlungszeitraum fallenden Teilbetrag der Jahreslohnsteuer erhoben, die sich bei Umrechnung des laufenden Arbeitslohns auf einen Jahresarbeitslohn ergibt.

Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse wurde früher auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragen. Nach Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ist die Lohnsteuerklasse elektronisch abrufbar. Die ELStAM mussten spätestens für den letzten im Kalenderjahr 2013 endenden Lohnzahlungszeitraum abgerufen und angewendet werden. Ein Abruf mit Wirkung ab 2014 war verspätet.

In einer gedruckten Lohnsteuertabelle (im Handel erhältlich) ist für jede Lohnsteuerklasse und Lohnstufe die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer ausgewiesen.

Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigender Freibetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle vom steuerpflichtigen Arbeitslohn abgezogen. Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren bescheinigter Hinzurechnungsbetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle zum steuerpflichtigen Arbeitslohn dazugerechnet.

Bei der Anwendung einer Lohnsteuertabelle kann es im Vergleich mit einem Lohnprogramm zu Differenzen kommen. Die Erläuterung zu diesem Sachverhalt finden sie auf der Seite Lohnsteuerabzug für laufenden Arbeitslohn.

Wenn zwei Arbeitnehmer das gleiche Bruttoentgelt bekommen, identische Lohnsteuerabzugsmerkmale haben, jedoch bei verschiedenen Krankenkassen versichert sind, kann es zu unterschiedlichen Steuerabzügen kommen. Das passiert immer dann, wenn die einzelnen Krankenkassen unterschiedliche Zusatzbeitragssätze haben. Bei der Berechnung der Vorsorgepauschale im Lohnsteuerverfahren ist seit Januar 2015 der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz zu berücksichtigen (§ 39b Abs. 2 EStG). Ein höherer Zusatzbeitrag erhöht die Vorsorgepauschale und verringert damit den Lohnsteuerabzug.

Für die Berechnung der Lohnsteuer gibt es zwei verschiedene Lohnsteuertabellen:

  • die Allgemeine Lohnsteuertabelle mit der ungekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und
  • die Besondere Lohnsteuertabelle mit der gekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungsfreie Arbeitnehmer.

Die Besondere Lohnsteuertabelle weist wegen der gekürzten Vorsorgepauschale eine höhere Lohnsteuer aus.

Allgemeine Lohnsteuertabelle Besondere Lohnsteuertabelle
Gilt für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind. Gilt für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht versicherungspflichtig sind und denen daher eine geringere Vorsorgepauschale zusteht. Wegen der gekürzten Vorsorgepauschale wird eine höhere Lohnsteuer ausgewiesen.
In der Praxis der Lohnabrechnung am häufigsten gebraucht. Hauptanwendungsgebiet liegt außerhalb der freien Wirtschaft (Beamte, Richter, Berufssoldaten, ...).
  In der freien Wirtschaft gibt es z. B. folgende Fälle zur Anwendung:
  • weiterarbeitende Altersrentner (beachte Änderungen zur Rentenversicherung ab 2017)
    Bei einem Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit sind Arbeitnehmeranteile zur Rentenversicherung zu entrichten und der Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Rentenversicherung ist zu berücksichtigen.
  • weiterarbeitende Beamtenpensionäre

Wenn die Löhne mit einem Programm abgerechnet werden, wird die Lohnsteuer direkt aus der Formel im Einkommensteuertarif berechnet.

Für jede Lohnsteuerklasse gelten unterschiedlich hohe Freibeträge.

Allgemeine Lohnsteuertabelle (sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

Für 2021 gilt in der allgemeinen Lohnsteuertabelle folgendes:

Steuer­klasse I II III IV V VI
Grund­freibetrag 9.744,00 € 9.744,00 € 19.488,00 € 9.744,00 € --- ---
Arbeit­nehmer­pausch­betrag 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € ---
Sonder­ausgaben­pausch­betrag 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € ---
Entlastungs­betrag für Allein­erziehende --- 1.908,00 €
4.008,00 €
--- --- --- ---
Vorsorge­pauschale abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Jahres­arbeitslohn 13.453,99 € 15.832,99 €
18.110,99 €
25.534,99 € 13.453,99 € 1.301,99 € 9,99 €
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Monats­arbeitslohn 1.121,16 € 1.319,41 €
1.509,24 €
2.127,91 € 1.121,16 € 108,49 € 0,83 €

Beim Lohnsteuerabzug wird in der Steuerklasse II immer der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein Kind berücksichtigt, auch wenn beim Arbeitnehmer mehrere berücksichtigungsfähige Kinder vorhanden sind. Ein Arbeitnehmer, dem für weitere in seinem Haushalt lebende Kinder ein Erhöhungsbetrag beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht, kann ab 2015 bei seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt die Bildung eines Freibetrags beantragen. Die Antragsgrenze für Ermäßigungsanträge von 600 € gilt für den Erhöhungsbetrag nicht.
Das Finanzamt bildet dann den Freibetrag als ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) in Höhe von jeweils 240 € für das zweite und jedes weitere zu berücksichtigende Kind. Auf Antrag des Arbeitnehmers gilt dieser Freibetrag dann längstens für einen Zeitraum von zwei Jahren und muss danach wieder beim örtlich zuständigen Wohnsitzfinanzamt neu beantragt werden.

Erläuterungen zu den zwei Werten beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende:

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird ab 2020 von 1.908 Euro auf 4.008 Euro angehoben (ursprünglich nur befristet auf die Jahre 2020 und 2021).
Über die Steuerklasse II wird für die Jahre 2020 und 2021 nur der Entlastungsbetrag von 1.908 Euro für das erste Kind berücksichtigt.
Der Erhöhungsbetrag von 2.100 Euro wird als zusätzlicher Freibetrag im Verfahren der Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) erfasst.
Nur in Ausnahmefällen muss gegebenenfalls ein Antrag beim zuständigen Finanzamt gestellt werden. Arbeitnehmer sollten sich hierzu beim für Sie zuständigen Finanzamt erkundigen.
Der erste Betrag bei Steuerklasse II berücksichtigt nur den Entlastungsbetrag von 1.908 Euro. Der zweite Betrag berücksichtigt zusätzlich den Erhöhungsbetrag von 2.100 Euro bzw. monatlich 175 Euro.
Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die begrenzte Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende entfristet und gilt damit dauerhaft.
Damit wird ab 2022 im Lohnsteuerabzugsverfahren die Anhebung über die Steuerklasse II berücksichtigt.

Mit dem interaktiven Abgabenrechner zur Berechnung der Lohnsteuer (Service des Bundesministeriums der Finanzen) können Sie die in der Tabelle angegebenen Jahres- bzw. Monatslöhne, bis zu denen keine Lohnsteuer anfällt, überprüfen.
Für die Steuerklasse II wird nur der Entlastungsbetrag von 1.908 Euro berücksichtigt. Der Erhöhungsbetrag von 2.100 Euro muss als zusätzlicher Freibetrag erfasst werden (monatlich 175 Euro).
Auch im Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer für 2021 hat das Interne Feld EFA (Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Euro) den Wert 1908.

Der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 € wird ab 2010 auch bei der Steuerklasse 5 gewährt. Bei der Steuerklasse 3 erfolgt die Gewährung damit ab 2010 nur noch einfach (2009: 72 €).

Die Vorsorgepauschale wird ab 2010 auch bei den Steuerklassen 5 und 6 gewährt. Bemessungsgrundlage für die Vorsorgepauschale ist der Arbeitslohn. Die Vorsorgepauschale setzt sich aus Teilbeträgen für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zusammen.
Bei der Steuererklärung wird aber nicht die Vorsorgepauschale berücksichtigt, sondern es werden die tatsächlich gezahlten Beiträge angesetzt. Sind die tatsächlich gezahlten Beiträge niedriger als die Vorsorgepauschale, so wurde zu wenig Lohnsteuer einbehalten und es kommt zu einer Nachzahlung von Lohnsteuer.
Wegen dieser Änderungen kann es bei Arbeitnehmer-Ehepaaren mit der Steuerklassenkombination III/V und bei Geringverdienern in der Steuerklasse V und VI unter Umständen zur Festsetzung von Steuervorauszahlungen kommen.
Informationen zur Vorsorgepauschale

Besondere Lohnsteuertabelle (nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

Für 2021 gilt in der besonderen Lohnsteuertabelle folgendes:

Steuer­klasse I II III IV V VI
Grund­freibetrag 9.744,00 € 9.744,00 € 19.488,00 € 9.744,00 € --- ---
Arbeit­nehmer­pausch­betrag 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € ---
Sonder­ausgaben­pausch­betrag 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € 36,00 € ---
Entlastungs­betrag für Allein­erziehende --- 1.908,00 €
4.008,00 €
--- --- --- ---
Vorsorge­pauschale abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn abhängig vom Arbeitslohn
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Jahres­arbeitslohn 12.259,99 € 14.427,99 €
16.695,99 €
23.340,99 € 12.259,99 € 1.186,99 € 9,99 €
Lohnsteuer entfällt bis zu folgendem Monats­arbeitslohn 1.021,66 € 1.202,33 €
1.391,33 €
1.945,08 € 1.021,66 € 98,91 € 0,83 €

Erläuterungen zu den zwei Werten beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende stehen weiter oben (unter den Werten der allgemeinen Lohnsteuertabelle).

In der allgemeinen Lohnsteuertabelle wird erst ab einem höheren Arbeitslohn Lohnsteuer erhoben. Der Grund für die Differenz liegt in der geringeren Vorsorgepauschale für die besondere Lohnsteuertabelle. Es fehlt dort der Teilbetrag für die gesetzliche Rentenversicherung.

Seit 1996 wirken sich dafür die Kinderfreibeträge nicht mehr auf die Höhe der Lohnsteuer aus. Bei der Ermittlung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlag werden die Kinderfreibeträge jedoch weiterhin berücksichtigt (auf den Seiten Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag finden sie eine Übersicht zu Kinderfreibeträgen).

Die endgültige Steuerschuld wird erst durch eine Einkommensteuerveranlagung festgestellt. Durch die Wahl von Lohnsteuerklassen (III/V oder IV/IV) lassen sich daher nur zeitweise aber keine endgültigen Steuervorteile erreichen. Die einbehaltene Lohnsteuer wird auf die Einkommensteuer angerechnet. Wurde mehr Lohnsteuer einbehalten als Einkommensteuer festgesetzt wird, ergibt sich eine Erstattung. Ist die festgesetzte Einkommensteuer höher als die einbehaltene Lohnsteuer, wird eine Nachzahlung fällig.

Hier finden Sie die Werte der Lohnsteuertabellen für folgende Jahre: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020

Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen des Lohnsteuer-Verfahrens.


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