Krankenversicherung der Rentner

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Grundsätze

Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ab 01.08.2017
Mit dem 01.08.2017 wird eine Verbesserung mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz umgesetzt. Nach der neuen Regelung wird für jedes Kind, Stief- und Pflegekind eine pauschale Zeit von drei Jahren auf die Vorversicherungszeit für die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) angerechnet.
Dazu wurde dem § 5 Abs. 2 SGB V folgender Satz angefügt:

Auf die nach Absatz 1 Nummer 11 erforderliche Mitgliedszeit wird für jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind (§ 56 Absatz 2 Nummer 2 des Ersten Buches) eine Zeit von drei Jahren angerechnet.

Weiter beschäftigte Altersrentner
Wer als gesetzlich krankenversicherter Rentner weiterhin als Arbeitnehmer tätig ist, zahlt auf das Entgelt aus der Beschäftigung auch Beiträge. Da ein weiter beschäftigter Altersrentner keinen Anspruch auf Krankengeld hat, ist nur der ermäßigte Beitragssatz zur Krankenversicherung zu entrichten. Auf die Rente wird weiterhin der allgemeine Beitragssatz angesetzt.
Beitragsfrei ist eine geringfügige Beschäftigung (450-Euro-Job). Für eine versicherungsfreie geringfügige Beschäftigung (450-Euro-Job) muss der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag von 15% zur Renten- und 13% zur Krankenversicherung zahlen. Bei einer Beschäftigung in einem Privathaushalt beträgt der Pauschalbeitrag 5% zur Renten- und 5% zur Krankenversicherung.

Pflegeversicherung
Bis auf einige Besonderheiten folgt die Pflegeversicherung den Regelungen für die Krankenversicherung. Ist der Rentner krankenversicherungspflichtig, besteht in der Regel gleichzeitig Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.
Privat krankenversicherter Rentner müssen selbst einen gesonderten Versicherungsvertrag für Pflegeleistungen abschließen.

Die Art der Krankenversicherung vor dem Ruhestand bestimmt den Versicherungsschutz als Rentner.

Gesetzliche Krankenversicherung Private Krankenversicherung
Pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) Freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenversicherung Familienversicherung
Die Bedingungen definiert der § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V:
"Personen, die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 versichert waren."
In der zweiten Hälfte der Rahmenfrist muss der angehende Rentner mindestens 90 Prozent der Zeit Die Rahmenfrist beginnt mit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und endet mit dem Tag der Rentenantragstellung.
Wer die Mindestversicherungszeit für die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner (KVdR) nicht erfüllt, kann sich unter Einhaltung der Bedingungen des § 9 Abs. 1 SGB V als freiwilliges Mitglied bei einer Krankenkasse versichern. Danach können der Versicherung Personen beitreten, die als Mitglieder aus der Versicherungspflicht ausgeschieden sind und in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens vierundzwanzig Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate versichert waren. Familienversicherte bleiben unter bestimmten Voraussetzungen auch als Rentner beitragsfrei kranken- und pflegeversichert:
- Voraussetzungen für die eigene Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner werden nicht erfüllt
- Geringes persönliches Gesamteinkommen (Für geringfügig entlohnte Beschäftigte gilt eine Einkommensgrenze von 450 Euro pro Monat. Für alle anderen ist die Familienversicherung nur dann möglich, wenn die monatliche Einkommensgrenze 1/7 der monatlichen Bezugsgröße nicht überschreitet.)
Wer in der zweiten Hälfte des Berufslebens privat krankenversichert war, bleibt auch dort.
Beiträge zur Krankenversicherung werden auf die gesetzliche Rente erhoben. Darüber hinaus sind auch Versorgungsbezügen wie Betriebsrenten oder Arbeitseinkommen aus einer Selbstständigkeit beitragspflichtig.
Erwerbseinkommen aus angestellter Tätigkeit wird beim Arbeitgeber verbeitragt.
Beiträge zahlen Sie höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Beiträge werden aus der gesetzlichen Rente, Versorgungsbezügen und Erwerbseinkommen (aus angestellter oder selbstständiger Tätigkeit) erhoben. Zusätzlich werden Zinsen, Dividenden, Mieten, private Renten, Lebensversicherungen und sonstige beitragspflichtige Einnahmen berücksichtigt.
Beiträge zahlen Sie höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Beitragsfrei kranken- und pflegeversichert Beiträge zur privaten Krankenversicherung werden unabhängig von der Höhe des Einkommens erhoben. Die Beitragshöhe richtet sich allein nach den versicherten Gesundheits- und Pflegerisiken.
Der Rentenversicherungsträger behält sowohl den Anteil am allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag als auch den Zusatzbeitrag des Rentners bei der monatlichen Rentenzahlung ein und leitet beides dann zusammen mit seinem Beitragsanteil an den Gesundheitsfonds weiter.
Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten bzw. bei Rentnern von Rentenversicherung und Rentnern getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert.
Die Beiträge zur Pflegeversicherung muss der Rentner in voller Höhe allein tragen. Sie werden zusammen mit den Krankenversicherungsbeiträgen vom Rentenversicherungsträger einbehalten und an die Pflegeversicherung abgeführt.
Den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung muss der Rentner selbst an seine Krankenkasse zahlen. Auf Antrag erhält der Rentner von seinem Rentenversicherungsträger einen Beitragszuschuss zur Krankenversicherung. Der Zuschuss beträgt 7,3 Prozent der Rente. Ausgezahlt wird der Zuschuss gemeinsam mit der Rente.
Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten bzw. bei Rentnern von Rentenversicherung und Rentnern getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert. Damit erhöht sich auch der Zuschuss.
Zur Pflegeversicherung zahlen die Rentenversicherungsträger keinen Zuschuss.
  Privat krankenversicherte Rentner zahlen die Beiträge eigenverantwortlich an Ihr Versicherungsunternehmen. Auf Antrag erhält der Rentner von seinem Rentenversicherungsträger einen Beitragszuschuss zur Krankenversicherung. Der Rentner erhält als Zuschuss den halben Betrag, der sich aus der Anwendung des allgemeinen Beitragssatzes auf den Zahlbetrag der Rente ergibt. Der Zuschuss wird auf die Hälfte der tatsächlichen Beitragsaufwendungen begrenzt. Ausgezahlt wird der Zuschuss gemeinsam mit der Rente.
Ab dem 1. Januar 2019 wird die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes auch beim Zuschuss zur privaten Krankenversicherung berücksichtigt.
Privat krankenversicherte Rentner müssen auch das Pflegerisiko privat versichern und einen entsprechenden Vertrag mit einem privaten Versicherungsunternehmen abschließen. Zur Pflegeversicherung zahlen die Rentenversicherungsträger keinen Zuschuss.
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