Abrechnung von Lohn- und Gehaltsempfängern - Freie Verpflegung (Sachbezug)

Anzeige

Sachbezugswerte

Für freie Verpflegung gelten Sachbezugswerte. Bekommt der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber freie Verpflegung, so ist der entsprechende Sachbezugswert der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil.

Bekommt der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber verbilligte Verpflegung, so ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem entsprechenden Sachbezugswert und dem gezahlten Entgelt der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil.

Beispiel 1:

Ein Arbeitnehmer erhält freie Verpflegung.

2019 beträgt der entsprechende Sachbezugswert 251 € pro Monat. Dieser Betrag ist der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil pro Monat.

Würde der Arbeitnehmer für die freie Verpflegung 100 € bezahlen müssen, würde der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil nur 151 € betragen.

Erfolgt die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Verpflegung im Betrieb, ist die Bewertung mit den Sachbezugswerten ohne weitere Voraussetzung möglich.

Beispiel 2:

Können die Arbeitnehmer in der betriebseigenen Kantine für 1,50 € Mittag essen, so beträgt der geldwerte Vorteil 2019 pro Essensteilnehmer und Tag 1,80 € (3,30 € ist der amtliche Sachbezugswert für ein Mittagessen 2019).

Dieser Betrag ist dem Steuer- und SV-Brutto hinzuzurechnen oder kann vom Arbeitgeber mit 25% pauschaliert werden. Die Pauschalierung löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus.

Erfolgt die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Verpflegung nicht im Betrieb, sondern in einer Gaststätte bzw. ähnlichen Einrichtung gelten Besonderheiten.

Essenmarken oder Restaurantschecks die außerhalb des Betriebs in Zahlung genommen werden

Gibt der Arbeitgeber Essensmarken oder Restaurantschecks aus, die von einer Gaststätte bzw. ähnlichen Einrichtung in Zahlung genommen werden, darf der Sachbezugswert nur dann zur Bewertung herangezogen werden, wenn der Verrechnungswert der Essensmarke den Sachbezugswert um nicht mehr als 3,10 € übersteigt.

Mit dem BMF-Schreiben vom 24.02.2016 wurde geklärt, dass der Mahlzeitenansatz mit dem Sachbezugswert auch möglich ist, wenn statt Papier-Essensmarken ein vollelektronisches System verwendet wird. Der Arbeitgeber hat die entsprechenden Voraussetzungen nachzuweisen. Dabei kann er, entweder die ihm vom Arbeitnehmer vorgelegten Einzelbelegnachweise manuell überprüfen oder sich entsprechender elektronischer Verfahren bedienen. Der Arbeitgeber hat die Belege oder die Abrechnung zum Lohnkonto aufzubewahren. Mit dem BMF-Schreiben vom 18. Januar 2019 wurden diese Regelungen bestätigt.

Damit ergibt sich eine wertmäßige Begrenzung der Essensmarke auf:

Jahr Sachbezugswert für ein Mittagessen Wertmäßige Begrenzung der Essensmarke
2009 2,73 €
Sachbezugswerte 2009
5,83 € (2,73 € + 3,10 €)
2010 2,80 €
Sachbezugswerte 2010
5,90 € (2,80 € + 3,10 €)
2011 2,83 €
Sachbezugswerte 2011
5,93 € (2,83 € + 3,10 €)
2012 2,87 €
Sachbezugswerte 2012
5,97 € (2,87 € + 3,10 €)
2013 2,93 €
Sachbezugswerte 2013
6,03 € (2,93 € + 3,10 €)
2014 3,00 €
Sachbezugswerte 2014
6,10 € (3,00 € + 3,10 €)
2015 3,00 €
Sachbezugswerte 2015
6,10 € (3,00 € + 3,10 €)
2016 3,10 €
Sachbezugswerte 2016
6,20 € (3,10 € + 3,10 €)
2017 3,17 €
Sachbezugswerte 2017
6,27 € (3,17 € + 3,10 €)
2018 3,23 €
Sachbezugswerte 2018
6,33 € (3,23 € + 3,10 €)
2019 3,30 €
Sachbezugswerte 2019
6,40 € (3,30 € + 3,10 €)
Anzeige

Zur Anwendung der Regelungen von R 8.1 Absatz 7 Nummer 4 der Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) zu Kantinenmahlzeiten und Papier-Essenmarken (Essensgutscheine, Restaurantschecks) bei arbeitstäglichen Zuschüssen zu Mahlzeiten gilt im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Folgendes (BMF-Schreiben vom 18. Januar 2019 - IV C 5 - S 2334/08/10006-01 - Auszug):

Bestehen die Leistungen des Arbeitgebers in einem arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarten Anspruch des Arbeitnehmers auf arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten, ist als Arbeitslohn nicht der Zuschuss, sondern die Mahlzeit des Arbeitnehmers mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) anzusetzen, wenn sichergestellt ist, dass
  1. tatsächlich arbeitstäglich eine Mahlzeit (Frühstück, Mittag- oder Abendessen) durch den Arbeitnehmer erworben wird. Lebensmittel sind nur dann als Mahlzeit anzuerkennen, wenn sie zum unmittelbaren Verzehr geeignet oder zum Verbrauch während der Essenpausen bestimmt sind,
  2. für jede Mahlzeit lediglich ein Zuschuss arbeitstäglich (ohne Krankheitstage, Urlaubsage und - vorbehaltlich Buchstabe e) - Arbeitstage, an denen der Arbeitnehmer eine Auswärtstätigkeit ausübt) beansprucht werden kann,
  3. der Zuschuss den amtlichen Sachbezugswert der Mahlzeit um nicht mehr als 3,10 Euro übersteigt,
  4. der Zuschuss den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigt und
  5. der Zuschuss nicht von Arbeitnehmern beansprucht werden kann, die eine Auswärtstätigkeit ausüben, bei der die ersten drei Monate (§ 9 Absatz 4a Satz 6 und 7 EStG) noch nicht abgelaufen sind (BMF-Schreiben vom 5. Januar 2015, BStBl I Seite 119).

Ist der Verrechnungswert der Essensmarke größer als 6,40 € (2019), so ist die Bewertung mit dem Sachbezugswert ausgeschlossen. Eine Pauschalierung mit 25% durch den Arbeitgeber ist ebenfalls ausgeschlossen. Wenn also der Verrechnungswert 8 € betragen würde, sind diese 8 € pro Mahlzeit der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil. Der Betrag muss als laufender Arbeitslohn versteuert und verbeitragt werden.

Durch die wertmäßige Begrenzung der Essensmarke nach oben, handelt es sich hier im Prinzip um eine Freigrenze.

Umsatzsteuerpflicht des geldwerten Vorteils

Wenn ein Arbeitnehmer 2019 freie Verpflegung erhält, beträgt der entsprechende Sachbezugswert 251 € pro Monat. Da das ein Bruttowert ist, ist die Umsatzsteuer mit 19/119 herauszurechnen.
251 €/119*19 ergibt 40,08 €
Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer: 210,92 € (251 € - 40,08 €)

Können die Arbeitnehmer in der betriebseigenen Kantine Mittag essen, ist die Zuzahlung des Arbeitnehmers entscheidend. Ist das Mittagessen kostenlos oder zahlt der Arbeitnehmer einen Betrag bis zur Höhe des Sachbezugswertes, ist die Umsatzsteuer mit 19/119 aus dem Sachbezugswert herauszurechnen.
2019 gilt: 3,30 €/119*19 = 0,53 €
Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer: 2,77 € (3,30 € - 0,53 €)

Zahlt der Arbeitnehmer mehr als den Sachbezugswert, entsteht zwar kein geldwerter Vorteil, die Umsatzsteuer ist aber aus dem gezahlten Betrag mit 19/119 herauszurechnen.

Sachbezugswerte für freie Verpflegung seit 2009

Jahr Sachbezugswert für freie Verpflegung (bundeseinheitlich pro Monat)
2009 210 €
2010 215 €
2011 217 €
2012 219 €
2013 224 €
2014 229 €
2015 229 €
2016 236 €
2017 241 €
2018 246 €
2019 251 €
Anzeige

© 2007-2019 A.Liebig - Impressum - Kontakt - Datenschutz - Inhaltsverzeichnis (Sitemap) - Lohnlexikon