Sozialversicherungsbeiträge 2021

  • Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt für das Jahr 2021 auf 1,3 Prozent (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 30.10.2020).
  • Der Umlagesatz für das Insolvenzgeld für das Kalenderjahr 2021 steigt auf 0,12 Prozent.
  • Der Bundesrat hat in seiner 997. Sitzung am 27.11.2020 die Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung angenommen. Damit stehen die Sachbezugswerte für 2021 fest.
  • Der Bundesrat hat in seiner 997. Sitzung am 27.11.2020 die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung angenommen.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge für 2021 werden sich nicht ändern.
    Mit der "Sozialgarantie 2021" (Eckpunkt des Konjunkturprogramms der Bundesregierung) werden die Sozialversicherungsbeiträge bis 2021 bei maximal 40% stabilisiert. Darüber hinausgehende Finanzbedarfe sollen aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden.
    Mit den derzeitigen Werten würde der Gesamtsozialversicherungsbeitrag im Jahr 2021 mit 39,95 Prozent unterhalb der 40-Prozent-Marke liegen.
    • 18,6 Prozent für die gesetzliche Rentenversicherung
    • 2,40 Prozent für die Arbeitslosenversicherung
    • 3,05 Prozent für die gesetzliche Pflegeversicherung
    • 14,6 Prozent für die gesetzliche Krankenversicherung
    • 1,30 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung
Beitragssätze zur Sozialversicherung 2021 Werte
Krankenversicherung
Beim allgemeinen Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,6 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 Prozent).
Beim ermäßigten Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,0 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,0 Prozent).
Den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer kann die Krankenkasse selbst festlegen.
Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten bzw. bei Rentnern von Rentenversicherung und Rentnern getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert.
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt für das Jahr 2021 auf 1,3 Prozent. Er ist eine Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze (Mehr ...).
Allgemeiner Beitragssatz
14,60% + X

Arbeitnehmer: 7,30% + X/2
Arbeitgeber: 7,30% + X/2
Ermäßigter Beitragssatz
14,0% + X

Arbeitnehmer: 7,00% + X/2
Arbeitgeber: 7,00% + X/2
Pflegeversicherung
Durch das Pflegeversicherungs-Beitragssatzanpassungsgesetz 2019 wurde der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung zum 01.01.2019 um 0,5 Prozentpunkte angehoben.
Mit der Anhebung des Beitragssatzes soll die Finanzierung der geplanten Mehrausgaben für die laufende Legislaturperiode und somit Beitragssatzstabilität bis 2022 sichergestellt sein.
In Sachsen bestehen in der Pflegeversicherung bei der Beitragsverteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer Unterschiede zu den anderen Bundesländern. Die Arbeitnehmer zahlen in Sachsen einen höheren Anteil als die Arbeitgeber.
3,05%
Arbeitnehmer: 1,525%
Arbeitgeber: 1,525%
Besonderheit in Sachsen:
Arbeitnehmer: 2,025%
Arbeitgeber: 1,025%
Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung
(kinderlose Versicherte, die das 23. Lebensjahr vollendet haben)
Den Beitragszuschlag trägt der Arbeitnehmer allein.
Beitragssatz Arbeitnehmer mit Beitragszuschlag (außer Sachsen): 1,525% + 0,25% = 1,775%
Beitragssatz Arbeitnehmer mit Beitragszuschlag (nur in Sachsen): 2,025% + 0,25% = 2,275%
0,25%
Rentenversicherung
Mit dem Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung vom 28.11.2018 wird der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung auf mindestens 18,6 und höchstens 20 Prozent begrenzt. Für 2020 bleibt der Satz bei 18,6%. Das Bundeskabinett hat am 18.11.2019 den Rentenversicherungsbericht 2019 beschlossen. Danach bleibt der Beitragssatz bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent.
18,60%
Arbeitnehmer: 9,30%
Arbeitgeber: 9,30%
Knappschaftliche Rentenversicherung
Die Arbeitnehmer zahlen den gleichen Prozentsatz, wie in der allgemeinen Rentenversicherung. Die Arbeitgeber müssen den Rest bezahlen. Es besteht also keine Gleichverteilung in der Knappschaftlichen Rentenversicherung.
24,70%
Arbeitnehmer: 9,30%
Arbeitgeber: 15,40%
Arbeitslosenversicherung 2,40%
Arbeitnehmer: 1,20%
Arbeitgeber: 1,20%
Insolvenzgeldumlage
Umlagepflichtig sind grundsätzlich alle Arbeitgeber. Den Beitrag trägt der Arbeitgeber allein.
0,12%

Übersicht Beitragsbemessungsgrenzen und Bezugsgrößen in der Sozialversicherung 2021

Beitragsbemessungsgrenzen 2021 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich) 58.050,00 € 58.050,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich) 4.837,50 € 4.837,50 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich) 85.200,00 € 80.400,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich) 7.100,00 € 6.700,00 €
Knappschaftliche Rentenversicherung (jährlich) 104.400,00 € 99.000,00 €
Knappschaftliche Rentenversicherung (monatlich) 8.700,00 € 8.250,00 €
Bezugsgrößen 2021 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich) 39.480,00 € 39.480,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich) 3.290,00 € 3.290,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich) 39.480,00 € 37.380,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich) 3.290,00 € 3.115,00 €

Weitere Werte in der Sozialversicherung 2021

Jahresarbeitsentgeltgrenzen (bundeseinheitlich) Erläuterung bei Jahresarbeitsentgeltgrenze
Allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 64.350,00 €
Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 58.050,00 €
Freiwillige Versicherung in der Krankenversicherung (bundeseinheitlich; monatlich)  
Regelbemessungsgrenze - hauptberuflich Selbständige
identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze
4.837,50 €
Mindestbemessungsgrundlage - allgemein
Als beitragspflichtige Einnahmen gilt für den Kalendertag mindestens der neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße (§ 240 Abs. 4 SGB V).
3.290,00 / 90 * 30 = 1.096,67
1.096,67 €
Höchstzuschüsse des Arbeitgebers für Mitglieder der privaten Krankenversicherung/ Pflegeversicherung (monatlich) Erläuterung bei Private Krankenversicherung
Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld
Zur Berechnung der Höchstzuschüsse für die private Krankenversicherung wird ab 2019 die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes berücksichtigt.
384,58 €
Krankenversicherung ohne Anspruch auf Krankengeld 370,07 €
Pflegeversicherung (bundeseinheitlich außer Sachsen) 73,77 €
Pflegeversicherung (Bundesland Sachsen) 49,58 €
Geringverdiener (bundeseinheitlich) Erläuterung bei Geringverdiener
Geringverdienergrenze (monatlich) 325,00 €
Familienversicherung  
Gesamteinkommensgrenze für den Anspruch auf Familienversicherung (monatlich)
ein Siebtel der Bezugsgröße (3.290,00 € / 7)
470,00 €
Geringfügigkeit (bundeseinheitlich) Erläuterung bei Geringfügige Beschäftigungen
Geringfügigkeitsgrenze (monatlich) 450,00 €
Mindestbemessungsgrundlage in der Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte (bei Wahl der Rentenversicherungspflicht) 175,00 €
Mindestbeitrag in der Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte bei Rentenversicherungspflicht (175,00 € * 18,6%). 32,55 €
Gleitzone / Übergangsbereich (bundeseinheitlich) Erläuterung bei Gleitzone
Gleitzonenbeginn (monatlich) 450,01 €
Gleitzonenende (monatlich) 1.300,00 €
Gleitzonenfaktor 0,7509
Sachbezugswerte (bundeseinheitlich) Erläuterung bei Sachbezugswerte
Sachbezugswert für freie Verpflegung (monatlich) 263,00 €
Sachbezugswert Frühstück kalendertäglich 1,83 €
Sachbezugswert Mittagessen kalendertäglich 3,47 €
Sachbezugswert Abendessen kalendertäglich 3,47 €
Sachbezugswert für freie Unterkunft (monatlich) 237,00 €
Sachbezugswert für unentgeltliche oder verbilligte Überlassung einer Wohnung (monatlich je Quadratmeter) 4,16 €
Sachbezugswert für unentgeltliche oder verbilligte Überlassung einer Wohnung mit einfacher Ausstattung (monatlich je Quadratmeter) 3,40 €

Gesetzlicher Mindestlohn 2021

Die Mindestlohnkommission hat alle zwei Jahre über Anpassungen der Höhe des Mindestlohns zu beschließen.
Die Mindestlohnkommission hat einstimmig in ihrer Sitzung am 30. Juni 2020 eine Anpassung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns in vier Stufen beschlossen:
Eine Anhebung auf 9,50 Euro zum 1. Januar 2021 und auf 9,60 Euro zum 1. Juli 2021 sowie auf 9,82 Euro zum 1. Januar 2022 und auf 10,45 Euro zum 1. Juli 2022.
Die dritte Mindestlohnanpassungsverordnung wurde am 13.11.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.


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