Umzugsfinanzierung bei berufsbedingten Ortswechseln

Mit dem Einstieg in das Berufsleben nach abgeschlossenem Studium, einer Ausbildung oder auch noch danach ist der Einstieg in den neuen Job inzwischen häufig mit einem Umzug verbunden. Nur selten ist der Traumjob in unmittelbarer Reichweite. Gerade bei hohen Ansprüchen an den neuen Job und die damit verbundene Karriere ist ein Umzug in eine völlig andere Ecke Deutschlands keine Seltenheit mehr.

Die Freude über den neuen Arbeitsplatz wird durch einen damit einhergehenden Umzug und die häufig hohen Umzugskosten getrübt. Derartige Kosten können, je nach Größe des eigenen Haushalts, auch schnell in den vierstelligen Bereich schnellen. Im Vorfeld ist es deswegen wichtig, sich genau mit den zu erwartenden Kosten zu beschäftigen und zu klären, wer diese im Einzelfall zu tragen hat.
Folgende Berechnung bietet einen guten Eindruck über eine solche Kalkulation:

Geplant ist der Umzug eines 2-Personen-Haushalts. Die Fläche beider Wohnungen beträgt je 60 qm. Die Distanz des Umzugs beträgt 200 km. Haushalt A verursacht ein Volumen durch den Besitzstand von 10 Kubikmetern, Haushalt B das Doppelte. In diesem Beispiel nehmen wir für die Kalkulation einen Kubikmeterpreis von 35 Euro an. Somit ergeben sich für Haushalt A Kosten in Höhe von 350 Euro. Der zweite Haushalt muss mit 700 Euro schon deutlich mehr Geld aufwenden. Allerdings ist es mit den reinen Transportkosten - Beladen, Transport und Entladen - nur in wenigen Fällen getan. Meist fallen noch Kosten für Verpackungsmaterial wie Umzugskartons und Renovierungskosten in der alten sowie der neuen Wohnung an.

Beispielkalkulation Umzug in Eigenregie (2-Personenhaushalt mit 60 qm Wohnfläche und ca. 16 Kubikmeter Volumen des Umzugsguts; Entfernung 250 km):

  • 25 - 35 Umzugskartons: ca. 50 - 100 Euro
  • Transporter (50 km inklusive, Mehrkilometer 30 Cent): ca. 180 - 310 Euro
  • Antrag Halteverbot (Be- und Entladen): ca. 40 - 60 Euro
  • zuzüglich Meldekosten, Benzin für eigenen PKW, Telefon bzw. Internet usw.

Beispielkalkulation Umzugsunternehmen (2-Personenhaushalt mit 60 qm Wohnfläche und ca. 16 Kubikmeter Volumen des Umzugsguts; Entfernung 250 km):

  • Umzugskosten (Transport, Be- & Entladen; 60 Euro/cbm): 960 Euro
  • Packmaterial (15 Euro/cbm): 240 Euro
  • Packservice (5 Stunden á 30 Euro): 150 Euro
  • Montageservice (7 Stunden á 40 Euro): 80 Euro
  • zuzüglich Meldekosten, Benzin für eigenen PKW, Telefon bzw. Internet usw.

Wer kann Unterstützung bieten?

Ein berufsbedingter Umzug kostet, wie jeder andere Umzug auch, nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Wer hier die eigenen Nerven schonen und die aufzuwendende Zeit minimieren möchte, greift zu einem professionellen Umzugsunternehmen. Da dabei die Auswahl enorm ist, kann es sinnvoll sein, Angebote von Umzugsunternehmen zu vergleichen. www.umzug-easy.de beispielsweise bietet einen solchen Vergleich von Umzugsunternehmen und achtet dabei sogar darauf, ausschließlich gut bewertete Unternehmen zur Auswahl zu stellen. Somit erleichtert sich auch diese Aufgabe. Es können dabei jedoch für einen durchschnittlichen 3 bis 4 Personen-Haushalt durchaus schnell 3.000 bis 4.000 Euro anfallen. Diese Summe mag auf den ersten Blick abschrecken, allerdings muss diese Belastung häufig nicht alleine gestemmt werden. Nicht nur der zukünftige Arbeitgeber bietet hier üblicherweise finanzielle Unterstützung an, auch das Finanzamt und die Arbeitsagentur sind wichtige Ansprechpartner für die Finanzierung eines berufsbedingten Umzugs.

Wie bei Ämtern zu erwarten, müssen allerdings für eine Unterstützung gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Die wichtigste ist, dass der Umzug direkt durch eine neue Berufsaufnahme bedingt wird und das die neue Arbeitsstelle nicht in einer gewissen Reichweite des alten Wohnsitzes liegt. Aus Sicht der Ämter ist eine täglich Anfahrt zur Arbeitsstelle von 2,5 Stunden durchaus zumutbar. Allerdings selbst bei Erfüllung dieser Voraussetzungen hat niemand auf eine Unterstützung einen Rechtsanspruch, die Leistungen liegen im Endeffekt im Ermessen der zuständigen Behörde.

Leider gibt es auch für die Zuwendungen eines neuen Arbeitgebers kein Patentrezept. Ob und inwiefern ein Unternehmen seinen neuen Mitarbeitern beim berufsbedingten Umzug finanzielle und logistische Hilfe gewährt, unterscheidet sich völlig von Fall zu Fall. Einige Firmen übernehmen für die Dauer der Wohnungssuche das Hotel- und Ferienzimmer. Andere Unternehmen hingegen sind sogar zur Übernahme der kompletten Umzugskosten bereit. Schlussendlich will der Einzelfall mit dem neuen Arbeitgeber genau geklärt und im Zweifelsfall vertraglich festgehalten werden. Einen Rechtsanspruch auf die Beteiligung des neuen oder alten Arbeitgebers (im Fall einer Versetzung oder Entsendung) hat man auch hier als Beschäftigter in der Regel nicht. Allerdings finden sich auch hier Ausnahmen. Wenn beispielsweise arbeitsvertraglich eine Kostenbeteiligung geregelt ist, wie beispielsweise die Übernahme der reinen Umzugskosten (Be- und Entladen sowie der Transport), so sollte man auch auf diese bestehen.

Es bleibt zudem noch eine weitere Möglichkeit: der Fiskus. Aus Sicht des Steuerrechts fallen Umzugskosten - sofern sie beruflich bedingt sind - anteilig oder sogar komplett unter Werbungskosten und sind auf Grund dessen ein Fall für die Einkommenssteuererklärung. Hier ist die Bedingung allerdings, dass der Ortswechsel durch den neuen oder alten Arbeitgeber veranlasst wird oder sich daraus eine Arbeitswegverkürzung von mindestens einer Stunde ergibt. Unter diese abschreibbaren Kosten fallen neben den Transportkosten, die für den eigentlichen Umzug anfallen, auch Reisekosten, Maklergebühren bei Mietwohnungen und teilweise auch Aufwendungen für die Innenausstattung. Hinzu kommen als ein weiterer Posten die sonstigen Umzugskosten. Hier werden zum Beispiel Meldegebühren oder Kosten für Schönheitsreparaturen bei Einzug und Auszug erfasst. Die sonstigen Umzugskosten belaufen sich seit 1. März 2015 auf:

  • 1.460 Euro für Verheiratete
  • 730 Euro für Ledige
  • 322 Euro je weitere Person im Haushalt

Tipp: Wer mit Kind und Kegel berufsbedingt umzieht, kann auch die umzugsbedingte Nachhilfe steuerlich geltend machen, wenn der Nachwuchs in der neuen Schule nicht sofort mitkommt. Die Höchstgrenze hierfür liegt seit März 2015 bei 1.841 Euro.
Tabelle über maßgebende Beträge für umzugsbedingte Unterrichtskosten und sonstige Umzugsauslagen

Die jeweils aktuellen Werte werden als BMF-Schreiben auf der Seite des Bundesministeriums der Finanzen veröffentlicht.

Die finanzielle Planung des Umzugs

Wer berufsbedingt umzieht, profitiert somit von steuerlichen Vorteilen. Allerdings hilft dies zunächst wenig, da man erst einmal in die eigene Tasche greifen und den Umzug vorfinanzieren muss. Mit ausreichendem Sparvermögen in der Hinterhand, kann man meistens noch ruhig schlafen. Ohne Hilfen vom Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur zeigt ein knappes Budget schnell Grenzen auf. Dies geht dann bei einem Umzug in Eigenregie zu Lasten von Zeit und Nerven. Ist beides ebenfalls begrenzt, hilft es nur, sich nach anderen Wegen zur Finanzierung umzusehen.

Mitunter sind die eigenen Eltern bereit, vorübergehend zumindest, einen Teil der Finanzierung zu übernehmen. Beliebt ist es auch, zu einem Kredit als Zwischenfinanzierung zu greifen. An dieser Stelle bietet sich besonders eine Kombination aus niedrigen Kosten und Flexibilität an. Der Dispositionskredit erfüllt zwar den letztgenannten Aspekt, ist häufig aber eine eher teure Finanzierungsvariante. Ein klassischer Ratenkredit, zum Beispiel als Kleinkredit von wenigen tausend Euro in Kombination mit einer kurzen Laufzeit, ist deutlich günstiger. Eine weitere Möglichkeit bietet der Griff zu einem Abrufkredit. Dessen Funktionsweise ist mit einer Kreditlinie vergleichbar, die im Ernstfall genutzt und später flexibel zurückgeführt werden kann. Als zusätzlicher Vorteil zeichnen sich Abrufkredite, im Vergleich zum Dispo, in vielen Fällen als günstiger aus, bieten aber ein ähnlich hohes Maß an Flexibilität und lassen sich auch abseits des Umzugs weiterhin nutzen.


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